„Wir zeigen, warum man bei uns seine Karriere starten sollte“

Karriere / 15.09.2021 • 12:12 Uhr
„Wir zeigen, warum man bei uns seine Karriere starten sollte“
Bernd Allmer ist Leiter HR & Unternehmensentwicklung bei der Helvetia Versicherungen AG. FOTO: HELVETIA AG

Als ausgezeichneter Lehrbetrieb hat auch die Lehrlingsausbildung bei der Helvetia Versicherungen AG lange Tradition. Personalleiter Bernd Allmer im Interview.

Wie lange sind Sie Personalleiter der Firma und welche Aufgaben fallen Ihnen zu?

Ich bin seit Jänner 2015 bei Helvetia Österreich als Leiter HR & Unternehmensentwicklung tätig. In dieser Aufgabe verantworte ich sämtliche österreichweiten Personalagenden sowie die strategische Ausrichtung als Arbeitgeberin und bin für die Unternehmenskultur und -entwicklung zuständig.

Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Situation am Arbeitsmarkt in den letzten Jahren verändert? Wie sieht die Situation aktuell aus?

Als deutliche Veränderung spüren wir, dass sich bei einigen Positionen weniger Bewerber pro Stelle melden. Das verlangt von den Unternehmen, sich arbeitnehmerfreundlicher auszurichten. Eine wichtige Rolle spielt hier das Unternehmensbild – nach innen wie nach außen. Ich vergleiche das gerne mit einem Magneten: Es geht darum, attraktiv zu sein und die Leute im Unternehmen zu halten und gute Kandidaten von außen anzuziehen. Die Positionierung und somit die Attraktivität als Arbeitgeberin gewinnt definitiv an Bedeutung.

Wie haben Sie die Corona-Krise erlebt?

Wir konnten die Corona-Krise gut meistern. Wir haben das Glück, in einer nachhaltigen, stabilen und krisensicheren Branche zu arbeiten. Ein schnelles Krisenmanagement und smarte technischen Lösungen haben es uns im März über Nacht ermöglicht, Prozesse und Abläufe aus dem Homeoffice fortzusetzen. Wir sind Teil eines soliden Schweizer Mutterkonzerns und haben Helvetia auch in der Corona-Zeit ohne Kurzarbeit erfolgreich auf Kurs gehalten. Daher führen wir unsere Joboffensive – unabhängig von Corona – weiter fort und sind auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern und Partnern: im angestellten Außendienst wie auch selbständige Agenturpartner.

Welche Herausforderungen kommen jetzt auf Ihr Unternehmen in Sachen Arbeitnehmer zu?

Unsere größte Herausforderung ist schon seit Längerem die richtigen Mitarbeiter zu finden, vor allem auch in der Lehrlingsausbildung. Die Aufgabe besteht darin, deutlich zu zeigen, warum man bei Helvetia seine Karriere starten oder fortsetzen sollte. Wenn sich Menschen für die Versicherungsbranche interessieren, sollen sie wissen, wofür wir stehen – nämlich Schweizer Tradition gepaart mit Innovation und Wertschätzung.

Inwieweit ist der Arbeitgeber gefordert attraktive Bedingungen zu schaffen, damit er an die Besten kommt?

Wir sind sehr gefordert. Was uns hilft, sind gute Bewertungen auf Plattformen wie kununu und auch Auszeichnungen als Top-Arbeitgeber. Hier können wir seit Jahren positiv punkten. Was ein Arbeitgeber bieten muss und was wir auch tun, ist eine gute Unternehmenskultur: Dazu zählt offene und klare Kommunikation sowie eine wertschätzende Gesprächskultur auf Augenhöhe, die Mitarbeiter richtig einzusetzen, klare Perspektive aufzuzeigen und natürlich auch leistungsgerecht zu entlohnen.

Stichwort: Fachkräftemangel. Was tun Sie, um Talente für sich zu gewinnen?

Nachdem das auch bei uns Thema ist, gehen wir mitunter ungewöhnliche Wege der Kandidatenansprache. Wir sind in unserem Personalgewinnungsprozess kreativ und probieren Neues, um an qualifizierte Kontakte zu kommen. So haben wir z.B. im letzten Jahr ein Pilotprojekt zur anonymen Bewerbung realisiert und werden es dieses Jahr erneut im Zuge der DIVÖRSITY Tage umsetzen. Aber die innovativste Ansprache zählt nichts, wenn das Gesamtpaket nicht stimmt: Das wichtigste ist, zu halten, was man verspricht.

Was ist oberste Maxime für einen Arbeitgeber, um bewährte Kräfte zu halten?

Neben einer wertschätzenden Unternehmenskultur ist es eine vernünftige Kommunikations- und Informationspolitik. Die Kollegen müssen die Ausrichtung und Identität des Unternehmens verstehen und ihren Beitrag dazu kennen. Durch dieses Involvement, zu wissen, wo die Reise hingeht, sind Mitarbeiter motivierter und länger zu halten. Das gelingt in kleineren und mittleren Unternehmen meist besser.

Wie könnte man Ihre Firmenphilosophie beschreiben, was zeichnet Ihr Unternehmen aus? Worin liegen die Stärken Ihres Unternehmens?

Unsere Philosophie ist es, beste Partnerin zu sein – für unsere Mitarbeiter wie unsere Kundenberater. Das spornt uns an und zieht sich durch das ganze Unternehmen. Wenn es unseren Mitarbeitern und Vertriebspartnern gutgeht, können wir unsere Kunden optimal servicieren und sind erfolgreich, was auch wieder unseren Mitarbeitern zugutekommt.

Was bietet das Unternehmen den Arbeitnehmern?

Weiterbildung wird bei uns großgeschrieben, denn nur so kann sich jeder Mitarbeiter und auch das Unternehmen weiterentwickeln. Wir fördern unsere Mitarbeiter beim persönlichen Entwicklungsweg, denn es gibt äußerst vielseitige und spannende Jobprofile in der Versicherungsbranche – was oft unterschätzt wird. Neben unserem Weiterbildungsangebot bieten wir Zuschüsse aller Art – wie Mittagszuschuss oder Vergünstigen bei unseren Versicherungen und auch bei Partnerunternehmen. Je nach Position gibt es Goodies wie Firmenhandy, Laptop, Tablet bis zum Firmenauto. Außerdem bieten wir moderne Büroräumlichkeiten und eine ausgewogene Work-Life-Balance.

Wie sieht es bei der Lehrlingsausbildung aus: Ist Ihr Betrieb Ausgezeichneter Lehrbetrieb? Erhalten Lehrlinge spezielle Benefits, gibt es eine besondere Ausbildung?

Die Lehrlingsausbildung hat bei uns lange Tradition und einen hohen Stellenwert. Wir bilden Lehrlinge im Außen- wie Innendienst aus und wurden auch als Lehrbetrieb ausgezeichnet. Unsere Lehrlinge erwarten Benefits wie gratis Mittagstisch, Lehrlingstage für alle Lehrlinge Österreichs, Begleitung während der Lehrzeit und bei der Lehrabschlussprüfung sowie moderne technische Ausstattung. Aber das größte Plus ist die Langzeitperspektive: Viele Helvetia-Lehrlinge haben Karriere gemacht und sind heute in Spezialisten- oder Führungspositionen in unserem Haus zu finden. Die Lehre ist immer noch eine ausgezeichnete Basis. Uns ist daher nicht nur die Lehre wichtig, sondern auch der Übergang von der Lehre in die weiterführende Karriere.

Die Löhne steigen nicht in dem Ausmaß wie es die Lebenserhaltungskosten tun. Wie ist Ihre Meinung/Erfahrung dazu?

In der Versicherungswirtschaft kann man diese generelle Aussage so nicht stehen lassen. Die Inflationsrate bildet die Basis der jährlichen Kollektivvertrags-Verhandlungen und in dieser Branche steigen die Gehälter mit der Höhe der Inflation oder darüber. Darüber hinaus sollte gute Leistung über dem Kollektivvertrag entlohnt werden, was bei Helvetia auch der Fall ist.

Bernd Allmer

Leiter HR & Unternehmensentwicklung, Helvetia Versicherungen AG

Jahrgang: 1972

Master und MBA in Finance, Master in Coaching & Organisationsentwicklung

Laufbahn: gestartet als Personalentwickler im Versicherungsbereich, darauf einige Jahre als HR-Business-Partner im Bankbereich tätig, danach Leiter HR und Changemanagement in einer Unternehmensholding im Industriebereich, zurück zu den Wurzeln in der Versicherungsbranche als Leiter HR & Unternehmensentwicklung bei Helvetia Österreich

Familie: verheiratet, 3 Töchter

bernd.allmer@helvetia.at

www.helvetia.at