Arbeitsmarkt ist in starkem Wandel begriffen

Kommunikation, Technologie und fehlende Qualifikationen sind Veränderungen, denen sich Betriebe stellen müssen.
Höchst Johannes Berger ist seit neun Jahren Personalleiter bei Blum. Der Beschläge-Spezialist gilt, besonders was Mitarbeiterführung und Lehrlingsausbildung betrifft, als Vorzeigebetrieb. Auch hier spürt man: Der Arbeitsmarkt befindet sich in mehrfacher Hinsicht in einem deutlichen Wandel: Bestimmte Qualifikationen sind kaum noch am Arbeitsmarkt zu finden. „Statt immer aggressiveren (Ab-)Werbemethoden sollte viel mehr über Ausbildung im Betrieb und über Ausbildungsinhalte generell nachgedacht werden,“ wünscht sich Berger. Auch Kooperationen zwischen Ausbildungsstätten und Betrieben wären seiner Ansicht nach zu intensivieren. Eine weitere Veränderung des Arbeitsmarktes betrifft die technologische Entwicklung: Einmal erworbenes Wissen sollte laufend erneuert und ergänzt werden. Berger: „Die Themen der betrieblichen wie der überbetrieblichen Aus- und Weiterbildung sind von zentraler Bedeutung.“
Unternehmenskultur
Zusätzlich befindet sich der Arbeitsmarkt auch hinsichtlich der Kommunikation in einem Wandel. Die Möglichkeit, zu informieren und Infos zu erhalten, haben sich deutlich vergrößert. Auch der Arbeitsmarkt ist zugleich transparenter und unübersichtlicher geworden. Laut Berger sind die Arbeitgeber gefordert, über die Unternehmenskultur und die Gestaltung der Zusammenarbeit nachzudenken: Wie wird miteinander geredet? Wie wirken Hierarchien? Welche Gestaltungsspielräume hat der einzelne Mitarbeiter? Berger: „Schlussendlich geht es darum, eine möglichst breite Übereinstimmung zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber hinsichtlich Werthaltung und Zielsetzung der Zusammenarbeit zu erreichen.“
Für die Gestaltung der Rahmenbedingungen eröffnet die technologische Entwicklung einige Möglichkeiten, die im Sinn der beidseitigen Flexibilisierung genutzt werden sollen. Als Beispiele nennt Berger Teleworking und Coworking-Spaces.
Ziele im Zentrum
Nach wie vor sind erfahrene Mitarbeiter wichtige Säulen in einem Unternehmen. „Blum steht für langfristige Zusammenarbeit“, erklärt dazu der Personalchef. Von zentraler Bedeutung dafür ist die Atmosphäre im Betrieb: Wie gehen Mitarbeiter und Führungskräfte miteinander um? Wie wird kommuniziert? Wie werden zentrale Zielsetzungen umgesetzt? Berger: „Diverse Sozialleistungen wie Fitness- und Gesundheitsförderung sind eine sinnvolle Ergänzung.“ Wer sich jedoch bei der Auswahl seines Dienstgebers nur an diesen Leistungen orientiert, könnte rasch in ein Dienstverhältnis geraten, in dem er sich auf Dauer nicht wohl fühlt. Denn zentral ist das gemeinsame Verständnis von Zusammenarbeit und die gemeinsamen Zielsetzungen. mec
Zur Person
Johannes Berger
Funktion Personalleiter
Mailadresse johannes.berger@blum.com
Jahrgang 1972
Ausbildung Studium der Rechtswissenschaften und der Theologie
Laufbahn seit 2007 bei Blum
Familie verheiratet, drei Kinder
Homepage Firma www.blum.com