Bregenz-Mitte: Standort des Bahnhofs bleibt unverändert

Jahresrückblick 2021 / 18.06.2021 • 16:00 Uhr
Bregenz-Mitte: Standort des Bahnhofs bleibt unverändert
Erste Details zum Masterplan Bregenz-Mitte: Bahnhofsneubau mit entspechendem Gebäude soll am bestehenden Standort realisiert werden. VN/STEURER

Experten erarbeiten Masterplan. Der Bregenzer Bahnhof soll bleiben, wo er bisher war.

Bregenz Die Zeit rennt. Am 2. Juli soll ein ehrenamtlich tätiges Expertenteam aus renommierten Architekten und Städteplanern einen Masterplan für die Zentrumsentwicklung der Landeshauptstadt präsentieren. Erste Entwürfe liegen mittlerweile vor. Sie wurden den ÖBB, dem Land, Grundstückseigentümern und den Fraktionen der Stadtvertretung gezeigt. Es ist Stillschweigen vereinbart. Erste Details sind nun dennoch bekannt. So soll der Bahnhof bleiben, wo er bisher war. An eine Verlegung weiter ins Zentraum in Richtung Montfortstraße ist demnach nicht mehr gedacht. Solche Pläne präsentierte Bürgermeister Michael Ritsch (52, SPÖ) noch im Wahlkampf gemeinsam mit Architekt und Baumeister Andreas Stickel (Vision Urbanes Leben Bregenz), ebenfalls Mitglied des Expertenteams. Baulich lasse sich ein anderer Standort nicht umsetzen, bestätigt Ritsch. Das hätten die ÖBB schon vor einiger Zeit klargemacht. Eine Finanzierung wäre nicht möglich.

Die ursprünglich präsentierten Skizzen von Bürgermeister Michael Ritsch und der Vision Urbanes Leben Bregenz (VULB) sahen eine Verlegung des Bahnhofs in Richtung Hypobank/Montfortstraße vor. <span class="copyright">VULB</span>
Die ursprünglich präsentierten Skizzen von Bürgermeister Michael Ritsch und der Vision Urbanes Leben Bregenz (VULB) sahen eine Verlegung des Bahnhofs in Richtung Hypobank/Montfortstraße vor. VULB

„Für uns war immer schon klar, dass der Bahnhof am richtigen Ort steht“, sagt Veronika Marte (39, ÖVP). Dass das nun von der Expertengruppe auch so gesehen werde, freue sie natürlich. Was die ersten Entwürfe betrifft, hält sich auch die Volkspartei bedeckt. Man wolle den Fachleuten die Chance geben, in Ruhe ihre Arbeit zu machen. Grundsätzlich sei man offen für alles, auch für einen Bahnhof, der ganz anders aussehen könnte als das auf eine Umsetzung wartende Siegerprojekt.

Siegerprojekt eines Architektenwettbewerbs: Die Pläne von Dietrich-Untertrifaller warten auf eine Umsetzung. Die politische Grundsatzentscheidung soll bei der Stadtvertretungssitzung am 15. Juli in Bregenz fallen. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Siegerprojekt eines Architektenwettbewerbs: Die Pläne von Dietrich-Untertrifaller warten auf eine Umsetzung. Die politische Grundsatzentscheidung soll bei der Stadtvertretungssitzung am 15. Juli in Bregenz fallen. VN/Hartinger

Dieses sieht als Herzstück ein riesiges Dach, das sich über einen Busterminal zieht, vor. Die imposante Holz-Glas-Konstruktion wurde von den Architekten Dietrich-Untertrifaller entworfen. Der Bahnhof selbst ist in den ursprünglichen Planungen auf die wesentlichen Funktionen reduziert. Ein Bahnhofsgebäude sehen die Entwürfe nicht vor. Einen gänzlich anderen Ansatz verfolgt die Expertengruppe in ihrem Masterplan. Ein entsprechendes Gebäude ist laut VN-Informationen gesetzt.

Zeitplan hält

Neben dem städtebaulichen Masterplan wurde von der Stadt auch eine Vorstudie zur Machbarkeit einer Unterflurtrasse der Bahn in Auftrag gegeben. „Beide Arbeitsgruppen sind mit Hochdruck dabei, alles rechtzeitig fertigzustellen“, so Bürgermeister Michael Ritsch. Man liege im Zeitplan. Am 28. Juni (Unterflurtrasse) bzw. 2. Juli (Masterplan) stehen die internen Präsentationen an. Danach bleiben einige wenige Tage für die politische Entscheidungsfindung. Die Weichenstellung für die Zukunft der Landeshauptstadt soll bei der Stadtvertretungssitzung am 15. Juli erfolgen.

Wogen haben sich geglättet

Zuletzt hatte es einigen Wirbel zwischen den Projektpartnern zum Bahnhof gegeben. ÖBB und Land Vorarlberg richteten einen Brief an Bürgermeister Ritsch, da vereinbarte Termine für Zwischenberichte der Arbeitsgruppe Bregenz-Mitte nicht eingehalten worden waren. Ritsch ortete ein politisches Spiel. Mittlerweile haben sich die Wogen ein wenig geglättet. So habe kürzlich eine Ganztages-Klausur stattgefunden. „Noch mehr Informationen kann man gar nicht geben. Es wurden alle Details offengelegt“, so der Bürgermeister weiter. Einzig die politischen Vertreter der Landesregierung hätten daran nicht teilgenommen, bedauert er. Es werde jetzt nach einem neuen Präsentationstermin gesucht.