Stickkunst die lebt

Mit Leidenschaft und Tradition bewahren Stickerinnen das Kulturerbe der Montafoner Tracht.
Vandans Ein Jahr lang wurde gefädelt, gezeichnet, gestochen – nun ist der Stickkurs für die Montafoner Trachtenstickereien auf der Zielgeraden. Die Teilnehmerinnen arbeiten fleißig an ihren Festtagstrachten, manche bereits an ihrer zweiten Garnitur. Jede hat dabei ihre Handschrift entwickelt, eigene Muster entworfen und Farben gewählt. Gestickt wurde ausschließlich mit Seide – traditionell und hochwertig. Obwohl der persönliche Stil sich in Variationen zeigt, bleiben die charakteristischen Elemente seit über zweihundert Jahren erhalten. “Die dabei entwickelte Leidenschaft ist großartig. Jede Stickerin hat nicht nur die Technik gelernt, sondern ein Stück Kultur weitergetragen”, sagt Ulrike Bitschnau, Landesobfrau des Vorarlberger Landestrachtenverbands.
Trachten als immaterielle Kulturerbe der UNESCO

Rückenwind gibt auch die UNESCO-Aufnahme: Auf Antrag des Vorarlberger Landestrachtenverbandes wurde die historische Frauen- und Männertracht des Montafons in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO Österreich aufgenommen. Weitere Anträge für die Trachten im Großen und Kleinen Walsertal sind eingereicht. “Wir hoffen auf eine positive Entscheidung – das wäre ein starkes Signal für die Regionen”, so die engagierte Landesobfrau Bitschnau. Der Trachtenstickkurs, der im Sitzungszimmer des Stand Montafon stattfinden konnte, lief über ein Jahr. Einmal mehr wurde den Teilnehmerinnen bewusst, wie reich und detailverliebt die Montafoner Tracht gestaltet ist. Entstanden sind wunderbare Stickereien für die große Montafoner Tracht (Festtagstracht), und elf Multiplikatorinnen, welche die Technik auch an andere Interessierte weitergeben können. Das Interesse an diesem ersten Kurs war anfangs enorm, die Plätze wurden ausgewogen über das ganze Montafon vergeben. “Wir hätten gern noch mehr Stickerinnen aufgenommen, aber Qualität braucht Zeit und Betreuung”, erklärt Bitschnau. Insgesamt gab es 26 Kursabende je drei Stunden. Die Kosten wurden bewusst niedrig gehalten, vieles wurde ehrenamtlich getragen. “Ohne die vielen helfenden Hände wäre das nicht möglich gewesen”, so Bitschnau. Ein herzliches Danke an alle Beteiligten. STO

