“Gibt in jeder Musik so schöne Sachen”

Weltklassemusiker Harri Stojka mit “Acoustic Drive” zu Gast in der Remise Bludenz.
Bludenz “Wenn es für jemanden nur eine Linie in der Musik gibt, dann stirbt man und hat so viel Schönes versäumt”, stellte Harri Stojka nach seinem jüngsten Konzert in der Bludenzer “Remise” im Gespräch mit der VN Heimat fest. Es sei so ähnlich, wie wenn man sein ganzes Leben im zehnten Wiener Gemeindebezirk verbringe. Der Endsechziger entdeckt reizvolle musikalische Klänge bei Christina Aguilera und John Coltrane ebenso wie bei vielen anderen. Der als Gitarrist, Komponist, Arrangeur, Bandleader und Sänger gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Jazz-Musiker der Gegenwart und führt die Entwicklung seines eigenen, weltmusikalisch geprägten, als “Giopsysoul” bezeichneten Stils auf seine Begeisterung für musikalische Vielfalt zurück.”

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Der seit 1970 als Musiker tätige Autodidakt hat seinen Durchbruch auf dem Jazzfestival in Montreux geschafft und ist auf Festivals quer über den Globus gefeiert worden. “Des muaß mei Vater g’wesen sei”, scherzt er im Gespräch mit dem Berichterstatter, als der sich an den Besuch eines Stojka-Konzerts 1983 oder 1984 im Waldviertel erinnert. Im Verlauf seines Musikerlebens hat der virtuose Autodidakt Gipsy Swing ebenso gespielt wie Jimi Hendrix, Free Jazz, Fusion, die Beatles und auch Punk. “Wenn man so viel Erfahrungen mit verschiedener Musik hat, entsteht aus diesem Hexengebräu am Ende ein eigener Stil.” AME

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Beim Konzert in der Remise zeigte sich, dass dieser Stil Stücken der “Beatles”, dem Hit “Bei mir bist du schön” und auch einer Komposition von Werner Müller (“ein guter Komponist”) guttut. “Als wir noch für meinen Vater als Teppichschlepper gearbeitet haben, mussten wir früh aufstehen und um 5.15 Uhr in der Früh mit dem Auto losfahren”, erinnerte sich der Künstler. Sofort sei das Radio eingeschaltet worden und um die Mittagszeit die Sendung “Autofahrer unterwegs” gehört worden. “Ich habe mir geschworen, wenn ich einmal nach Bludenz komme, spiele ich die Signation”, sorgte Stojka beim Publikum für Lacher und begeisterte es zusammen mit Herbert Berger (Saxophon, Mundharmonika), Joschi Schneeberger (Bass) und Claudius Jelinek (Gitarre).

Zu Beginn des Konzerts hatte der der Roma-Gruppe der Lowara vom Stamm der Bargareschtschi angehörige Musiker die BesucherInnen an den 8. April als den Tag des Gedenkens an die verfolgten Rom:nja und Sinti:zze erinnert, an dem er dieses Jahr im Wiener “Porgy & Bess” an einem großen Konzert mitwirkte. Er sprach das in Wien geplante Denkmal für die im Holocaust ermordeten Mitglieder der beiden Volksgruppen an und gab sich trotz Problemen bei der Umsetzung zuversichtlich: “Das wird schon”. Er und viele andere hätten als Standort gerne den von viel Blumen und Grün geprägten Schmerlingsplatz, in der Verwaltung gibt es aber Präferenzen für den weniger schönen Weghuberpark.

In der ersten Reihe saßen Albin Kratzer und Karin Mähr, die in der Remise schon Stojkas “Beatles Project” erlebt haben und “sehr begeistert” waren. Kratzer hat im Lauf der Zeit vier bis fünf Stojka-Konzerte erlebt und auch dieses Mal einen Tonträger erstanden. Damit vergrößert sich seine zwischen 3000 und 4000 Schallplatten und CDs umfassende Musiksammlung. AME








