“Das Farbenspiel explodieren lassen”

Drei Künstlerinnen und Künstler zeigten eine Auswahl ihrer selbst geschaffenen Werke.
Lorüns “Heute war das Sommeratelier so herzlich, harmonisch und auf Augenhöhe mit dem Publikum. Die Künstler haben sich super unterhalten mit den Leuten. Bei mir verfliegt die Zeit hier herinnen immer schnell. Ich will ein guter Gastgeber sein. Nach meinem Gefühl dürfte es Sonja Hagelkreuz und Stefan Kresser hier auch ganz gut gefallen haben”, meinte Intarsienkünstler Markus “Mäx” Khüny, nachdem sich die letzten Gäste des jüngsten Sommerateliers in Lorüns wieder auf den Weg gemacht hatten. Bei Stefan fasziniere ihn der Umgang mit Steinen, also dass man aus dem harten Material so etwas Schönes machen könne. Zuerst einmal müsse man den Stein finden und sehen was man daraus machen kann. Das sei wie bei ihm bei der Arbeit mit Holz. Diese Verbindung gefalle ihm. Bei Sonja sei es die Vielfalt der Farben: In seiner Kunst habe er diese Möglichkeit nicht. Sonja Hagelkreuz könne das Farbenspiel explodieren lassen und das passe “unglaublich gut” in den ehemaligen Ziegenstall. Er habe im Sommeratelier schon öfters jemanden dabei gehabt, der so bunte Sachen gemacht habe. “Das finde ich Hammer!”, so Markus Khüny.

“Schon als Kind was das Malen für mich ein natürlicher Ausdruck – ein Rückzugsort voller Fantasie und Farben”, erinnerte sich Sonja Hagelkreuz. Doch erst vor rund zehn Jahren habe sie ihr künstlerisches Talent bewusst entdeckt. Seitdem male sie intensiv und autodidaktisch. Ohne akademische Ausbildung, aber mit viel Intuition und Hingabe habe sie sich Schritt für Schritt ihre eigene Bildsprache erarbeitet. Ihre Werke entstünden aus dem inneren Bedürfnis, Gefühle sichtbar zu machen – jenseits von Worten. “Im Zentrum meiner Arbeiten stehen ausdrucksstarke Porträts mit feinen, oft ursprünglichen Gesichtern. Sie treten aus groben, abstrakten Hintergründen hervor, die wie emotionale Landschaften wirken – kraftvoll, roh, bewegt. Dieses Spannungsfeld zwischen Zartheit und Stärke, zwischen Klarheit und Chaos ist typisch für meine künstlerische Handschrift”, führte sie weiter aus.

Ein sprechendes Bild
Für ihre Ausstellung habe sie Werke ausgewählt, die diesen Kontrast besonders deutlich zeigen würden. Es seien Bilder, die emotional tief gehen und zugleich Raum lassen würden für eigene Interpretationen. Die Auswahl sei nicht nach starren Kriterien, sondern intuitiv erfolgt. Sie habe auf das Gefühl geachtet, ob ein Bild „spricht“. Es gehe ihr darum, nicht nur etwas zu zeigen, sondern etwas in Bewegung zu bringen – im Inneren der Betrachtenden. “Jede Wahrnehmung ist wertvoll. Kunst beginnt, wo etwas in uns in Resonanz geht”, sagte Sonja Hagelkreuz.

Über „richtig großes Interesse“ freute sich anlässlich des Sommerateliers auch Skulpteur Stefan Kresser. Gewundert hatte ihn, dass viele Besucherinnen und Besucher gemeint hatten, die ausgestellten Steine nicht berühren zu dürfen. Doch das durften sie, weil seine Kunstwerke dadurch besser wahrgenommen werden konnten. „Ich habe zahlreiche Kunstwerke bei mir zu Hause. Ich traue mich wetten, es vergeht kein Tag, ohne dass ich drei bis vier Werke berühre – unterbewusst“ erzählte Stefan Kresser.

Besonders freute sich Intarsienkünstler Markus Khüny beim Atelier über den Besuch von Intarsienkünstler Martin “Monte” Londer, der meinte: “Ich finde es total lustig, Intarsienwerke von jemand anderem zu sehen, weil man es von einem anderen ganz selten sieht.” Das nächste Atelier in Lorüns gibt es am 16. August. Schon diesen Monat hat Markus Khüny eine Ausstellungseröffnung in Bregenz. In Konstanz nimmt er an einer dreitägigen Kunstmesse teil. SCO






