Nackt in der Wunderkammer: „KI weigerte sich, unsere Zeichnungen zu überarbeiten“

Mit welchen Augen betrachten wir den menschlichen Körper – und was, wenn er nicht allein im Universum steht? Eine Ausstellung in Feldkirch gibt darauf eine künstlerische Antwort.
Feldkirch Im Palais Liechtenstein geht mit der Ausstellung „Aktzeichnen mit Aliens“ eine außergewöhnliche Intervention zu Ende: die zivilisationsunabhängige Wunderkammer, konzipiert von der Künstlerin Barbara Husar gemeinsam mit dem Astrophysiker Michel G. Breitfellner, öffnet ein letztes Mal ihre Tore. Über mehrere Monate hinweg diente diese Wunderkammer als kreatives Versuchsfeld, in dem Kunst und Wissenschaft aufeinandertreffen – ein Raum für Visionen, Gedankenexperimente und künstlerische Praxis.

Ein zentraler Bestandteil dieses Projekts waren wöchentliche Aktzeichen-Sessions: Modelle posierten inmitten der kuratierten Objekte der Wunderkammer, während ein kleiner Kreis von Künstlerinnen und Künstler diese Eindrücke auf Papier festhielt. „Ich habe während der Ausstellung ‚Bewusstsein im Universum – eine zivilisationsunabhängige Wunderkammer‘ Künstler zum Aktzeichnen mit Aliens geladen“, erklärt Barbara Husar. Entstanden sind Zeichnungen und Skizzenblätter, die klassische Aktstudien mit futuristischen Erweiterungen verbinden – menschliche Körper treffen auf alienartige Formen, als wären sie Teil einer interstellaren Evolution.

Körper, Objekte, Perspektiven
Die gezeigten Werke stammen von Melanie Berlinger, Andrea Canella, Galina Dressel, Sergio Ehrenreich, Barbara Husar, Renate Ludescher-Krapez, Jana Scherer, Helmut Schlatter und Heinz Vogel. In kleiner Runde wurde mit Stiften auf Papier festgehalten, was zwischen Menschlichem und Fremdartigem oszilliert – eine künstlerische Annäherung an das Unbekannte.
Kunst trifft Wissenschaft
Zugrunde liegt der Versuch, mit künstlerischen Mitteln ein Bewusstsein für das Andere zu schaffen – für Lebensformen jenseits der Erde ebenso wie für neue Perspektiven auf das Menschliche selbst. „Am Ende der zivilisationsunabhängigen Wunderkammer zeigen wir nun die nackten Ergebnisse. Eigentlich wollten wir unsere Zusammenschau ‚Nackt im Palais‘ nennen – das wollte das Kulturamt nicht“, so Husar augenzwinkernd.

Auch gesellschaftliche und technologische Grenzlinien seien derzeit in Bewegung, wie Husar weiter erläutert: „KI weigerte sich zum Beispiel, Zeichnungen von uns für ein Ausstellungsposter zu überarbeiten.“ Gerade deshalb sei es bedeutsam, sich erneut dem Körper und seiner Darstellung zu widmen: „So war doch bis vor Kurzem das Erfassen der menschlichen Form und ihrer Verhältnisse die Grundlage der Kunst und auch der Architektur.

Vernissage und Konzert
Begleitend zur Vernissage am Donnerstag, 26. Juni, von 15.30 Uhr bis 17 Uhr ist am Samstag, 28. Juni, um 11 Uhr ein Überraschungskonzert geplant. Die Ausstellung ist vom Donnerstag, 26. Juni, bis zum Samstag, 28. Juni, jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.