“Ich will hier nicht mehr weg” – Kleingemeinde vergibt Bauplätze an junge Häuslebauer

Walgaugemeinde bietet neu angeschlossene Bauplätze zu einem unschlagbaren Preis, damit der Traum vom Eigenheim erfüllbar wird.
Röns In der kleinen Walgaugemeinde Röns schreitet ein zentrales Zukunftsprojekt voran: Der Verkauf von neun neu erschlossenen Baugrundstücken im Ortsteil “Im Ried” hat begonnen. Die Gemeinde will damit gezielt jungen Familien die Möglichkeit bieten, im eigenen Ort sesshaft zu werden.
Die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum ist auch in kleineren Gemeinden wie Röns ungebrochen. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren mehrere Grundstücke im Bereich “Im Ried” erworben. Daraus ist nun ein zusammenhängendes Baugebiet entstanden, das sich ideal für Einfamilienhäuser mit Garten eignet. Die Erschließungsarbeiten – inklusive Kanal-, Wasser- und Stromleitungen – starten noch 2025. Ab dem Jahr 2026 sollen die ersten Bauprojekte umgesetzt werden können.

Bürgermeister Florian Schobesberger betont, dass das Projekt bewusst auf junge Einheimische ausgerichtet sei: “Wir möchten unseren jungen Rönserinnen und Rönsern eine Perspektive geben. Es ist uns wichtig, dass sie hier im Ort bleiben können, nahe bei ihren Familien, in einer Gemeinschaft, die sie kennen und schätzen.” Bereits jetzt gebe es sechs konkrete Interessenten – fünf davon stammen aus Röns. “Das zeigt uns, dass wir mit unserem Ansatz richtigliegen. Einer der Interessenten ist derzeit noch in der Lehre. Er spart gezielt auf die Anzahlung und hat mir gesagt: ‚Ich will hier nicht mehr weg‘ – das spricht für sich.”

Die neun Parzellen werden zu einem Preis von 390 bis 410 Euro pro Quadratmeter angeboten – ein Preis, der auf einem unabhängigen Schätzgutachten basiert. “Wir haben den Preis bewusst fixiert. Es gibt keine Verhandlungen, keine Preissteigerungen, keine Sonderkonditionen. Das sorgt für Fairness und Transparenz”, erklärt Schobesberger. Auch spekulativen Grundstückskäufen wird ein Riegel vorgeschoben: Wer kauft, muss innerhalb von fünf Jahren mit dem Bau beginnen – andernfalls geht das Grundstück zum ursprünglichen Kaufpreis zurück an die Gemeinde.
Die Grundstücke sind ausschließlich für Einfamilienhäuser vorgesehen. Großwohnanlagen oder verdichteter Wohnbau sind laut Bebauungsplan nicht vorgesehen. “Wir möchten ein gewachsenes, familienfreundliches Wohngebiet schaffen. Die Grundstücke sind so zugeschnitten, dass auch ein kleiner Garten dazugehört – Raum zum Spielen, Gärtnern oder einfach zum Verweilen”, sagt der Bürgermeister. In Einzelfällen sei auch eine Doppelhauslösung denkbar – etwa für Geschwister oder befreundete Paare, die gemeinsam bauen wollen.

Die Auswahl der künftigen Käufer erfolgt nach einem Prioritätenmodell, bei dem ortsansässige Interessenten bevorzugt werden. “Bislang hatten wir das Glück, dass sich die Grundstückswünsche nicht überschnitten haben. Sollte es aber zu mehreren Anfragen für dasselbe Grundstück kommen, geben wir den Rönserinnen und Rönsern den Vorzug”, so Schobesberger.

Der Bürgermeister sieht im Projekt “Im Ried” einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Gemeinde: “Wir haben in Röns eine starke Dorfgemeinschaft, eine gute Volksschule, ein reges Vereinsleben. Damit das so bleibt, müssen wir jungen Menschen etwas bieten.” Die neue Siedlung sei ein Beitrag dazu – mit langfristiger Perspektive. “Es geht nicht nur um Bauplätze. Es geht darum, Lebensräume zu schaffen, wo Familien wachsen und bleiben können. Damit Röns auch in Zukunft ein lebendiges Dorf bleibt.”