„Wind of change“ in der Klostertalhalle

Der Musikverein Braz präsentierte beim Frühjahrskonzert einen neuen Kapellmeister.
INNERBRAZ Bereits beim Eintreten in die Klostertalhalle sahen die Konzertbesucher die Veränderungen, da der MV Braz nun wieder auf der Bühne Platz nahm und nicht, wie die Jahre davor, im Zuschauerraum. Eine weitere Veränderung wurde den Zuhörern gleich zu Beginn präsentiert, nämlich der neue Kapellmeister Christian Mathis aus Düns. Der MV Braz stand 36 Jahre unter der musikalischen Leitung von Manfred Vonbank, welchem nochmals dafür gedankt wurde, ehe der neue Kapellmeister Christian Mathis, den Taktstock aus den Händen von Obmann Patrick Bertsch überreicht bekam.

Sogleich ging Christian Mathis ans Werk und präsentierte dem Publikum den Eröffnungsmarsch „Sympatria“, welcher durch seine Mächtigkeit und imposanten Teile, abwechselnd mit feinen Passagen die Zuhörer sofort fesselte. Es folgte dann das Konzertstück „Caledonia“, welches auch gerne als Wettbewerbsstück gespielt wird. Dieses Musikstück stammt aus Schottland und beinhaltet drei schottische Volkslieder, welche für jedes Register eine Herausforderung darstellen. Die Umsetzung dieses Stückes ist den Brazer Musikanten völlig gelungen, sowohl in den feinen Passagen als auch bei den kraftvollen Takten. Das nächste Musikstück „Nimrod“ verpackte sowohl melancholische Teile, wobei es auf die ausgezeichnete Stimmung des Orchesters ankam, als auch sehr mächtige Melodien, die besonders beeindruckten und die Zuhörer staunen ließen. Das letzte Stück vor der Pause war das 15 Minutenstück „The wind in the willows“, welches in seinen drei Sätzen eigentlich die musikalische Umsetzung eines Kinderbuches ist. In diesem anspruchsvollen Werk konnten die Zuhörer einfach nur „versinken und genießen“, da sicher für jeden die eine oder andere Melodie dabei war.

Flott ging es im zweiten Teil mit der Schnellpolka „Auf der Jagd“ weiter, welche sehr flink, aufgeregt aber präzise wirkte. Dann folgten die wunderbaren und fesselnden Melodien aus dem Film „Forrest Gump“. In diesem Stück konnten sich die einzelnen Register durch Solostellen beweisen und meisterten sie auch gekonnt. Dann wechselte der Taktstock in die Hände von Martin Zech, welcher das bekannte Musikstück „The power of love“ aus dem Jahre 1987 dirigierte. Sehr beeindruckend war hier, neben der gehörfälligen Melodie, das Saxophonsolo von Simon Kofler. Daraufhin folgte das musikalische Feuerwerk „Santiano“, wieder von Christian Mathis dirigiert. In diesem Stück, von der Gruppe „Santiano“, wurden diverse Seemannslieder im rockigen Sound umgesetzt und im Zuschauerraum blieb wohl kein Fuß ruhig, sondern wippte im Takt mit oder man sang in Gedanken die Lieder mit. Den Abschluss des Konzertprogrammes bildete eine gekürzte Fassung von „A tribute to Gershwin“. In diesem Stück fand man verschieden Musikrichtungen wieder, sehr abwechslungsreich, gespickt mit Solostellen und pfiffigen, jazzähnlichen Stellen.

Die vielen Zuhörer, unter ihnen auch zahlreiche Ehrengäste, bedankten sich beim MV Braz mit tosendem Applaus und forderten eine Zugabe. Die erste Zugabe „Wind of change“, von den Scorpions, fesselte sofort ab dem ersten Takt bis zum fulminanten Finale im letzten Takt. Der Schlussmarsch „Der Ruf des Einhorn“ wurde zu Ehren der Stadt Bludenz gespielt, welche diese Auftragskomposition, von Thomas Ludescher, sich zum Stadtjubiläum schenkte.

Durch das Programm führte wieder humorvoll Mathias Vonbank. Das erste Konzert in den Reihen des MV Braz absolvierte neben dem neuen Kapellmeister auch Linus Schaiden-Brunner. SW
