Bodenaushubdeponie Fraxern: “Man kann nicht einfach hineinkippen”

Erste gemeindeeigene Bodenaushubdeponie in Fraxern für regionale Lagerung bis 2027 genehmigt.
Fraxern Am Waldrand oberhalb des Sportplatzes entsteht derzeit die erste gemeindeeigene Bodenaushubdeponie in Fraxern. Die Bezirksbehörde Feldkirch hat das Projekt bis Ende 2027 genehmigt. Ziel ist es, unbelastetes Aushubmaterial aus der Region künftig auch lokal zu lagern – und damit Transportwege, Kosten und Umweltbelastung zu minimieren.

„Es ist politisch gewollt, dass der Aushub im Land bleibt und nicht in überregionale Großdeponien abwandert“, sagt Bürgermeister Steve Mayr. Man setze bewusst auf viele kleine, dezentrale Deponien, um ein Monopol einiger weniger Betreiber zu vermeiden. In Fraxern entsteht auf einer Fläche von 3200 Quadratmetern eine Deponie mit einem Gesamteinlagerungsvolumen von rund 10.000 Kubikmetern. Pro Jahr dürfen etwa 2000 Kubikmeter eingebracht werden.

Bauweise erfordert Mehraufwand
Der Bau verläuft aufwändig: Anders als bei flachen Anlagen muss das Material in der Hanglage schichtenweise eingebaut und verdichtet werden. Dadurch erhöhen sich die Kosten deutlich. Bürgermeister Mayr betont: „Hier kann man das Material nicht einfach hineinkippen – jeder Kubikmeter muss bis zum Schluss mit dem Bagger eingebaut werden.“ Der Bauhof der Gemeinde arbeitet dabei mit einem ortsansässigen Baggerfahrer zusammen, der die Arbeiten stundenweise übernimmt. Eine gewerberechtliche Berechtigung liegt vor.


Seit dem vergangenen Jahr wurden bereits rund 1500 Kubikmeter eingebaut – also etwa die Hälfte des Plans der beiden Jahre 2024 und 2025. Die Einbringung erfolgt ausschließlich während der Betriebszeiten. Sonntags und im Winter ruht der Betrieb.
Strenge Auflagen für Betrieb und Umweltschutz
Die Deponie darf ausschließlich unbelastetes Aushubmaterial der Qualitäten A1, A2 und BA aufnehmen. A1-Material entspricht dabei der höchsten Qualitätsstufe – es handelt sich um naturbelassenen Boden ohne schädliche Verunreinigungen. A2-Material weist geringfügige natürliche Abweichungen auf, darf aber ebenfalls bedenkenlos deponiert werden. Die Klasse BA steht für Bodenaushubmaterial, das einer Deponieeignungsprüfung unterzogen wurde und alle Grenzwerte für eine sichere Lagerung einhält.

Material, das diesen Vorgaben nicht entspricht oder belastet ist, muss einer gesonderten Entsorgung zugeführt werden. Eine regelmäßige Eingangskontrolle durch fachkundiges Personal ist verpflichtend. Für Aushubmaterial aus größeren Bauvorhaben – ab 2000 Kubikmeter – ist zusätzlich ein schriftlicher Herkunftsnachweis samt Analyse notwendig.

Auch die Umweltauflagen sind umfangreich. So müssen zum Beispiel alle Rodungsarbeiten zwischen Oktober und Februar erfolgen. Der Vegetationshorizont ist sorgfältig abzutragen, invasive Pflanzen sind während des Betriebs laufend zu entfernen. Für Staubvermeidung sorgen eine Asphaltfräse, Tempolimits und – bei Bedarf – ein Wasserbesprühen des Zufahrtsweges.
Nachnutzung als Weide- und Waldfläche
Nach Abschluss der Verfüllung ist eine flächige Rekultivierung vorgesehen. Der humusierte Waldboden wird wieder aufgebracht, die Böschungen bepflanzt. Ziel ist es, die Fläche teils wieder als Wald, teils als landwirtschaftlich genutztes Weidegebiet herzurichten. Aus naturschutzrechtlicher Sicht besteht laut Bescheid ein „überwiegendes öffentliches Interesse“ an der Deponie – auch wenn dafür eine temporäre Rodung von 2650 Quadratmetern Wald notwendig wurde. Diese wird vollständig rückgebaut und wieder aufgeforstet, das wurde auch im Bescheid festgehalten.

„Wir haben lange und intensiv an diesem Projekt gearbeitet. Die Gemeinde wollte eine transparente, lokal getragene Lösung – und genau das setzen wir jetzt um“, betont Bürgermeister Mayr.
Fakten zur Bodenaushubdeponie Fraxern
Lage Am Waldrand oberhalb des Sportplatzes
Fläche etwa 3200 Quadratmeter
Betriebszeit
Betrieb werktags 7:30 bis 19 Uhr, samstags bis 12 Uhr
Keine Arbeiten an Sonn- und Feiertagen sowie im Winter
Volumen
Gesamteinlagerung etwa 10.000 Kubikmeter
Zulässige Jahresmenge etwa 2000 Kubikmeter
Eingebaut (Stand Mai 2025): rund 1500 Kubikmeter
Material
Nur nicht verunreinigter Bodenaushub der Qualitätsklassen A1, A2 und BA; Keine Misch- oder Schadstoffe erlaubt; Regelmäßige Kontrolle und Dokumentation verpflichtend
Besonderheiten beim Einbau
Hanglage erfordert lagenweisen Einbau mit Bagger
Kein einfaches „Kippen“ des Materials
Kein Wendeplatz für Lkw – Rückwärtsmanöver zur Rampe nötig
Umweltschutzauflagen
Rodung nur Oktober bis Februar
Kontrolle auf invasive Pflanzen
Staubschutz durch Fräse und ggf. Wassereinsatz
Nachnutzung als Weide- und Waldfläche mit Aufforstungspflicht