„Lala die Linde“ bewegt 3000 Menschen – aber nicht den Bürgermeister?

Heute, am Tag des Baumes, wurde die Petition von Initiatorin Helena Schütte übergeben.
Feldkirch Die Petition „Rettet Lala die Linde“ zum Erhalt einer der ältesten Bäume der Stadt hat eine überwältigende Resonanz ausgelöst: Mehr als 3000 Unterschriften wurden gesammelt, davon über 2300 allein aus Feldkirch. Eingereicht wurde die Petition am heutigen 25. April – dem Internationalen Tag des Baumes – als bewusste Erinnerung an die Dringlichkeit des Anliegens. Über 1200 Kommentare begleiteten die Unterzeichnungen, viele mit persönlichen Erinnerungen oder Sorgen um die Linde und die zunehmende Naturzerstörung in der Region.
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Die für viele als Naturdenkmal geltende Linde – von der Bevölkerung liebevoll „Lala“ genannt – erfüllt laut Initiatorin Helena Schütte zentrale ökologische Funktionen: Sie spendet Schatten, filtert Schadstoffe aus der Luft, speichert CO₂, bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten und verbessert das Mikroklima nachhaltig. Gerade in stark versiegelten urbanen Räumen wie Feldkirch werde jeder verbleibende Baum zu einem umso wertvolleren Bestandteil des Stadtgefüges.

„Bürgerinnen und Bürger, die sich bereits vor 40 Jahren gegen die Versiegelung der Nafla einsetzten, sind entsetzt, dass die Politik offenbar nicht genug dazugelernt hat“, sagt Schütte. Besonders erschütternd sei, dass es bereits vor 20 Jahren Bestrebungen gegeben habe, den Baum unter Schutz zu stellen. Damals sei der Antrag mit der Begründung abgelehnt worden, die Linde befinde sich auf Privatgrund. Heute steht sie auf Gemeindegrund – ein Schutzstatus fehlt dennoch. Als Gegenargument werde nun ein verkehrstechnisches Problem ins Feld geführt: Dem Bauträger sei laut Schütte eine Genehmigung für das Bauprojekt in Aussicht gestellt worden, sofern er die Kosten für eine Lösung der Kreuzungsproblematik übernimmt. „Der Baum ist Allgemeingut. Es muss eine demokratische Lösung gefunden werden“, fordert sie.

Trotz der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung und der ökologischen Bedeutung der Linde blieb eine offizielle Reaktion von Bürgermeister Manfred Rädler bislang aus. Besonders enttäuschend sei für Schütte, dass Rädler der Übergabe der Petition fernblieb und auch ein gemeinsames Foto verweigerte. „Das Land fördert mit viel Steuergeldern die Klimawandelanpassung, um genau jene Effekte zu erzielen, die unsere alte Linde längst gratis leistet. Jetzt soll dieser wertvolle Baum einem größtenteils privaten Bauprojekt geopfert werden, obwohl er auf Gemeindegrund steht. Das ist grob fahrlässig“, betont sie.

Zwar fehle die Unterstützung des Bürgermeisters, doch laut Schütte zeigen sich zahlreiche Mitarbeitende aus Bau- und Landesverwaltungen solidarisch mit der Initiative – wenngleich aus Angst vor Konsequenzen nicht öffentlich. Ein klares Signal kam hingegen von Umweltstadtrat Clemens Rauch: Er nahm die Petition persönlich entgegen und stellte sich für ein gemeinsames Foto zur Verfügung. Ein Zeichen, dass der Umweltschutz innerhalb der Stadtregierung nicht überall auf taube Ohren stößt.

Für viele Feldkircherinnen und Feldkircher steht die Linde „Lala“ für weit mehr als ihre ökologische Funktion – sie ist Symbol für Heimat, Verbundenheit und den Respekt vor dem, was lange vor uns gewachsen ist.
