“Es fühlt sich seltsam an” – Nächstes Feldkircher Geschäft schließt

Ein liebevoll geführtes Geschäft in Feldkirch schließt nach nur einem Jahr seine Türen. Doch für die Inhaberin ist es kein Abschied ohne Perspektive.
Darum geht’s:
- Buchhandlung „Paula“ schließt nach einem Jahr in Feldkirch.
- Inhaberin Sabine Baumgartner zieht es in Schweizer Antiquariat.
- Antiquariat bietet Bücher und Kunstwerke mit historischer Bedeutung.
Feldkirch Die Buchhandlung „Paula“ war für Inhaberin Sabine Baumgartner ein Herzensprojekt. Mit Leidenschaft und Liebe zur Literatur schuf sie im Feldkircher “Goaßzipfel” einen besonderen Ort für Bücherfreunde. Doch nach nur einem Jahr schließt das kleine, charmante Geschäft seine Türen.

„Es fühlt sich seltsam an, ‚Paula‘ hinter mir zu lassen, aber ich habe eine Chance bekommen, die ich nicht ignorieren kann“, erzählt die Buchhändlerin. In den kommenden zwei bis drei Jahren wird sie regelmäßig in einem Schweizer Antiquariat arbeiten, um in eine Welt einzutauchen, die sie schon lange fasziniert.

Eine Schatzkammer für Bücher und Kunst
Doch was genau ist ein Antiquariat? „Das ist keine gewöhnliche Buchhandlung. Es ist ein Ort, an dem die Vergangenheit lebendig wird. Hier findet man keine Bestseller aus den letzten zwei Jahren, sondern Bücher mit Geschichte – Werke, die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte alt sind. Manche mit handgeschriebenen Notizen in den Rändern, mit kunstvollen Ledereinbänden oder geprägten Goldschnitten“, erklärt Sabine Baumgartner.


Das Antiquariat, in dem sie nun arbeiten wird, geht aber noch einen Schritt weiter. Neben wertvollen Büchern beherbergt es auch Kunstwerke – Skulpturen, Drucke und Gemälde, größtenteils von Schweizer Künstlern. „Das ist eine spannende Mischung. Manche Werke stammen aus vergangenen Jahrhunderten, andere von Künstlern, die heute noch leben. Es ist ein Ort, an dem sich Literatur und bildende Kunst begegnen“, ist die gebürtige Frastanzerin begeistert.


Ein sanfter Übergang
Der jetzige Inhaber des Antiquariats, ein erfahrener Antiquar, wird sich in den kommenden Jahren langsam aus dem Geschäft zurückziehen. Ob die Buchhändlerin dann die Leitung übernimmt oder lieber als Angestellte bleibt, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Doch eine potenzielle Nachfolge will jedenfalls gut vorbereitet sein. „Man kann ein Antiquariat nicht einfach von heute auf morgen führen, da steckt wahnsinnig viel Wissen dahinter“, gibt Sabine zu verstehen.

Um sich dieses Wissen anzueignen, wird sie für die nächsten zwei bis drei Jahre einmal im Monat für etwa eine Woche in Zürich sein, um sich schrittweise einzuarbeiten. Dabei geht es nicht nur um den fachlichen Aspekt, sondern auch um die Kunden – oft Sammler oder Kunstliebhaber, die gezielt nach besonderen Stücken suchen. „Das ist kein Geschäft, in dem man einfach hereinkommt, sich ein Buch schnappt und zur Kasse geht. Hier wird viel geredet, diskutiert und geschätzt.“

„Nicht nur ein Laden“
Die Entscheidung, „Paula“ zu schließen, fiel ihr nicht leicht. „Das war nicht nur ein Buchladen. Es war ein Treffpunkt, ein Ort voller Gespräche und Begegnungen“, sagt sie. Besonders gerührt war sie von ihren Kunden, die ihr in den letzten Wochen mit Blumen, kleinen Geschenken und persönlichen Nachrichten zeigten, wie sehr sie den Laden geschätzt haben.

Dennoch blickt Baumgartner voller Vorfreude auf das, was kommt. Ob sie am Ende wirklich ein eigenes Antiquariat führen oder lieber als Angestellte arbeiten wird, lässt sie bewusst offen. „Das ist eine große Entscheidung. Selbstständig zu sein bedeutet nicht nur, das zu tun, was man liebt, sondern auch viel Verantwortung, Buchhaltung und Verwaltung – all das gehört dazu.“ Eines ist aber sicher: Die Liebe zu Büchern, Kunst und alten Schätzen wird Sabine Baumgartner auch weiterhin begleiten – ob in der Schweiz oder anderswo.