Digitale Welt als Tagungsthema

“OnLife – Digital ganz normal” im Bildungshaus St. Arbogast.
Götzis Um die Herausforderungen und Chancen der digitalen Welt, in der Kinder und Jugendliche heute aufwachsen, ging es bei einer Tagung in St. Arbogast. Orientierung geboten und Eltern sowie Pädagog:innen gestärkt haben dabei die Bildungshäuser St. Arbogast und Batschuns, der Vorarlberger Familienverband, das Ehe- und Familienzentrum, die Junge Kirche und das Katholische Bildungswerk (KBW).

Anette Loitz von der Elternbildung des KBW begrüßte die Teilnehmer:innen und stimmte sie mit einem kleinen Experiment zur eigenen Nutzung digitaler Medien auf die Veranstaltung ein. “Medienkompetenz war gestern, heute geht es um die verschiedenen Arten von Lesekompetenz”, stellte Thomas Feibel zu Beginn seines Vortrags fest.
Der führende deutsche Journalist und Autor in Sachen Kinder und digitale Medien wies darauf hin, dass Erwachsene erstmals in der Situation sind ihre Kinder vor etwas beschützen zu wollen, das sie selbst nicht oder zu wenig kennen. Nicht nur im Hinblick auf bei Bewerbungen für eine Arbeitsstelle später möglicherweise nachteilige Auftritte im Internet gelte: “Sich nie unter dem richtigen Namen anmelden !” Im übrigen gebe es in der EU ein Recht auf Löschen, aber keine(r) wisse, wie es geht. Nach seinem sehr interessanten Vortrag teilten sich die Teilnehmer auf den ersten von zwei erlebbaren Workshops auf. Feibel behandelte um das Aufstellen von “Digitalen Wohlfühlregeln” und die Frage, wie dies die Medienkompetenz und die Sicherheit der Kinder im Internet stärkt.

Spiel,- Wildnis- und Medienpädagoge , Game- und Experience-Designer , international tätige Referent und Lehrbeauftragter für “Applied Games” an der FH Salzburg ist Hannes Waldner. Er sprach zum Thema “Homo Ludens Digitalis – Kultur oder Schund”. Mit 68 Prozent der Bevölkerung , die Videospiele spielt, ist Österreich europäischer Spitzenreiter. Waldner behandelte ins einen zwei Workshops die Frage wo die Ängste und Sorgen der Pädagogik berechtigt sind und wo Chancen und Potenziale verpasst werden.

Die in den Schwerpunkten Gender- und Körperbilder, aber auch als Yoga- und Meditationslehrerin mit dem Fokus auf Achtsamkeit tätige Sprach- und Medienwissenschaftlerin Rebecca Sonnweber ging in den Workshops darauf ein wie Bilder in den Sozialen Medien die Wahrnehmung des eigenen Körpers bei Jugendlichen und Erwachsenen beeinflussen und wie Eltern ihren Kindern zu einem gesunden Körpergefühl verhelfen können.

Um “Cybermobbing, Erkennen, Handeln, Schützen” ging es in den Workshops mit Doris Nenning vom Koordinationsbüro für offene Jugendarbeit und Entwicklung (koje”). Zum Bewältigen dieser Herausforderung für Kinder und Eltern vermittelte sie fundiertes Wissen, praktische Ansätze sich präventiv zu schützen, sicher zu handeln und die digitale Zivilcourage zu fördern.

Über die “beinahe unheimliche Faszination”, die Smartphone, Tablets, Spielkonsolen & Co auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausüben sprach Andreas Prenn. Der Leiter der SUPRO Gesundheitsförderung und Prävention ging in den Workshops auf die Frage ein, was bei der Nutzung noch ok ist und ab wann es problematisch wird. Praktische Beispiele bazu brachte in seinen zwei Workshops auch Franz Valandro von der Abteilung Konsumentenschutz der Arbeiterkammer. Kinder und Jugendliche seien bei der Bedienung von Smartphones und Tablets sehr geschickt, im täglichen Gebrauch von Internet und sozialen Medien aber oft leider zu sorglos.

Nach den zwei Workshops und dem Abendessen wurden die Themen am Abend in einem Frage- und Diskussionsteil vertieft. AME