Wie Musik die Gemeinschaft stiftet

Musiker aus drei Kontinenten spielten bei der “Pforte”-Saisoneröffnung.
Feldkirch Einen nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich sehr bereichernden Abend erlebten die Besucher der beiden Konzertabende, die 50 junge MusikerInnen aus Europa, Kolumbien und Südafrika eine Woche lang mit Maria Wloszczowska in Feldkirch erarbeitet haben. Das hat wesentlich damit zu tun, dass es weder bei der Vorbereitung noch den beiden Aufführungen um Perfektion ging, sondern um das aufeinander hören nicht nur in musikalischer Hinsicht und im hier und jetzt zu spielen.

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Weil die als Gesprächspartnerin für den “Impuls um halb” vorgesehene Ilkay Idiskut erkrankt war, sprangen kurz vor dem Konzert im Festsaal der Stella Musikhochschule Feldkirch einige Mitwirkende in die Bresche. Im Erdgeschoss des Pförtnerhauses stellten sich sich kurz etlichen Interessierten vor und schilderten ihre Erfahrungen bei der Vorbereitung und Erwartungen an den Abend. William Aviles (“Iberacademy Medellin”), sprach von der erlebbaren Wechselwirkung zwischen der Musik, den beteiligten Musikern und dem Publikum. Sein Kollege Raul Campos von der starken Gemeinschaft mit den “Stella”-Studenten und den Kollegen von den “Bochabela Strings” und dem Konzert als Ausdruck des “Pforte”-Jahresmottos “Seit ein Gespräch wir sind und hören voneinander” (Friedrich Hölderlin).

Ihre mit dem Projekt verbundenen Empfindungen brachte die 24jährige Kamohelo Moshoaliba mit dem Zulu-Wort “Ubuntu” auf einen kurzen Nenner. Es bedeutet so viel wie “Ich bin, weil es dich gibt”. Sie wünschte sich, dass es Videos von den Proben gäbe, in denen der Prozess und die Atmosphäre erlebbar wären. Die Viola-Studentin wusste, dass die Momente während der Konzerte einmalig seien und sie sie genießen müsse. Die Frage von “Pforte”-Leiter Klaus Christa nach Erlebnissen von Veränderung beantwortete Jumana Pallares (“Iberacademy”) mit ihrer Erkenntnis, dass “ständiges neugierig bleiben und immer wieder möglichst viel von der Welt zu erfahren zu einer Magie führe, die man dann mit anderen teilen und so eine andere Welt schaffen könne”.

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Starken Eindruck bei den Musikerinnen machte die polnische Geigerin Maria Wloszczowska mit ihrer Aufforderung die eigene Präsenz und die der KollegInnen wirken zu lassen. Die Konzertmeisterin des weltberühmten “European Chamber Orchestra” leitete zum dritten Mal die Werkwoche des “Pforte Kammerorchester Plus” und fungierte bei den Konzerten als musikalische Leiterin und Solistin. Sie ist der “Pforte” so verbunden, dass sie auch künftig kommen will.

Die Konzerte, die, so Klaus Christa bei der Begrüßung, keiner der Mitwirkenden ebenso wenig vergessen wird, hatten ein sehr ansprechendes Programm: Das Violinkonzert e-Moll von Felix Mendelsohn Bartholdy und die Welturaufführung des vor 120 Jahren von der Schönberg-Schülerin Vilma von Webenau geschirebenen “Kleinen Ballettsuite”. Nach der Pause dann Beethovens achte Symphonie und als Zugabe sowie als Referenz an den Fasching Johann Strauß`Schnellpolka “Vergnügungszug”. Die während der Vorbereitung entstandene Magie kam bei den Konzerten zum Tragen und übertrug sich aufs Publikum. AME




