“Möchte den Fasching nicht missen”

Gut vertreten war das Oberland jüngst beim stimmungsvollen Landesnarrentag in Hohenems.
HOHENEMS BLUDENZ Den Faschingsauftakt feierten kürzlich 97 Faschingsgruppen und Tausende Zuschauer beim 39. Landesnarrentag in Hohenems. Der Bezirk Bludenz war gut vertreten.

Die in den 1970er-Jahren gegründete, 38 Mitglieder zählende Funkenzunft (FZ) Gaschurn kam zu zehnt in die Nibelungenstadt. Simon Felder ist seit 2018 Obmann. “Ich bin froh, dass es den Landesnarrentag nach vierjähriger Pause wieder gibt. Es ist immer wieder schön, die anderen Zünfte zu treffen”, meinte er. Sein Stellvertreter ist Thomas Stark, der auf ein Vierteljahrhundert als Vereinsobmann zurückblicken kann. “Seitdem wir dem Verband der Vorarlberger Fasnatzünfte und -Gilden (VVF) angehören, sind wir eigentlich immer dabei beim Landesnarrentag und es gefällt uns immer unglaublich gut. Am Sonntag war das ganze Drumherum, der Empfang mit Begrüßung der Zünfte besonders. Der Auftritt der Garden war wunderbar”, erzählte Thomas Stark. Daheim in Gaschurn macht die FZ den Fasching (Narrenumzug ist am 23. Februar), den großen Funken und das Sonnwendfeuer. Zu Silvester wird die Jahreszahl abgebrannt.

Franz Marte, der Obmann der 24 Mitglieder starken Funkenzunft Lorüns, nahm bisher an rund 20 Landesnarrentagen teil. In Ems waren die Lorünser zu neunt. Die Veranstaltung mit kurzem Umzug habe er als “sehr schön” empfunden und die Gastronomie sei “gut organisiert gewesen. Der Landesnarrentag ist für jede Zunft ein Pflichttermin. Nach einer Pause bin ich das zweite Mal Zunftmeister”, sagte Franz Marte. Der Fasching sei für ihn “eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte.”

Erhalt alten Brauchtums
Janik Fuchsberger, Obmann-Stellvertreter der FZ Lorüns, erzählte, “familiär in das Ganze hineingewachsen” zu sein. Am früheren Wohnort, Tschagguns, habe die Familie die Fasnacht nicht wirklich gelebt, aber den Funken besucht: “Mein Vater und ich wurden in Lorüns in die Fasnacht ein bisschen hineingedrängt. Wir haben immer mitgeholfen, es hat uns unglaublich gut gefallen. Den ersten Fasnatumzug seit Langem gibt es in Lorüns am 22. Februar. Umzugsbeginn ist um 11.30 Uhr bei der Kirche. In der Vergangenheit waren zwischen 15 und 22 Gruppen dabei. Im Saal der Volksschule gibt es später ein Kinderprogramm. Zudem kommt eine Märchenerzählerin.

Den ersten Landesnarrentag erlebte Janik Fuchsberger 2014, damals 15-jährig. Bedauerlich fand er direkt nach dem heurigen Landesnarrentag: “Es gab leider keine Gratisanfahrt mehr. Am Zunftmeisterempfang konnten nur zwei Personen teilnehmen – unsere Zunft reiste gemeinsam an und wurde dann gesplittet – und der Eintritt für Nicht-Mäschgerle betrug fünf Euro.” Prinzipiell aber sei der Landesnarrentag und auch die Idee des VVF “natürlich gewaltig: Der Verband hält uns zusammen. Der VVF macht viel für seine Vereine, jedoch gehört der Landesnarrentag verbessert”. Besonders gefielen ihm beim farbenfrohen Spektakel die Leute im Traditionsgewand und die Guggamusiken. “Wenn ich die ‘Guggana’ höre, habe ich das Gefühl, in der Fasnacht angekommen zu sein.”

Lässige Guggamusig
Melanie Langer, ebenfalls FZ-Mitglied in Lorüns, erlebte in Ems den ersten Landesnarrentag ihres Lebens: “Es war cool. Ich war auch schon am Vormittag im Event Center dabei. Es ist lässig, wenn die Guggamusig spielt. Zudem gefallen mir die Mäschgerle. Außer daheim in Lorüns, werden wir bei den Umzügen in Rungelin, Bings-Stallehr, Braz und in Bludenz dabei sein. Am Allermeisten freue ich mich natürlich auf jenen in Lorüns!” SCO




