Die Zukunft liegt in der Luft

Heimat / 25.11.2024 • 13:11 Uhr
Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins
Bergretter Alexander Stoiser (Vandans), Stefan Dönz (Schruns-Tschagguns), Martin Fritz (Rietzlern), Bernhard Rogen (Rankweil), Bernd Burtscher (Lech), Referatsleiter Drohne Bergrettung Christian Tschann (Nenzing) und Ausbildungsleiter Drohne Polizei Joachim Saltuari. ALLE BILDER:STO

Die Bergrettung Vorarlberg geht innovative Wege und gründet ein Drohnen-Referat.

schlins Bei der kürzlich abgehaltenen Landesversammlung der Bergrettung Vorarlberg in Dornbirn wurde von den Ortsstellenleitern die Gründung eines Referates für Drohnen beschlossen.

Dieser Entscheidung gingen umfangreiche Vorarbeiten einer eigens dafür geschaffenen Arbeitsgruppe voraus. „Wir wollten nicht einfach kaufen und erst dann überlegen, welche Einsätze wir damit abwickeln wollen oder anfangen Leute für diese spezielle Einsatztaktik zu suchen“, erklärt Christian Tschann, Referatsleiter der Bergrettung. Er ist als Inhaber der Firma Geolanes, die neben digitalen Lösungen für  Baggersteuerungen auch eine Abteilung für Drohnen betreibt, bestens für dieses Amt gerüstet.

Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins
Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins.

Von der Idee zur Praxis

Mehr als ein Jahr beschäftigt sich die Arbeitsgruppe bereits mit der Thematik. „Die Mitglieder kommen aus allen Teilen des Landes und hatten bereits Erfahrung mit Drohnen im privaten Bereich, z.B. in der Vermessung oder als Fotograf“, berichtet Tschann. „Alle waren bereits im Besitz eines gültigen Drohnenführerscheines, was neben der abgeschlossenen Grundausbildung der Bergrettung eine Grundvorraussetzung ist, um überhaupt in die Drohnenstaffel aufgenommen zu werden“, erklärt Tschann.

Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins
Am Modellflughafen in Schlins wurden die Drohnen vorgeführt.

Daneben haben alle im Laufe des Jahres zwei taktische Kurse für Blaulichtorganisationen besucht und so die höchste Qualifikation erreicht, die momentan in Österreich zu erreichen ist. „Diese Kurse sind ein absolutes Novum, da hier Teilnehmer aus allen Blaulichtorganisationen aus ganz Österreich zum ersten Mal gemeinsam  organisationsübergreifende Kurse abgehalten haben“ berichtet Landesleiter Rupert Pfefferkorn. In zahlreichen Sitzungen wurden inzwischen Einsatzmöglichkeiten oder organisatorische Details ausgearbeitet, mögliche Drohnenerzeuger und Typen dafür begutachtet sowie allgemeine Richtlinien zur Verwendung von Drohnen innerhalb der Bergrettung erarbeitet.

Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins
In Zukunft werden Drohnen die Bergretter bei der Suche und Rettung von Personen am Berg unterstützen.

Kein Meister vom Himmel gefallen

Diesen Umstand konnten die Mitglieder der Arbeitsgruppe, trotz privater Flugerfahrung, selber machen. Neben dem theoretischen Part wurden gemeinsame Flugtrainings abgehalten, bei denen es auch Hausaufgaben abzuarbeiten galt. Dafür konnte der erfahrene Ausbilder der Polizei, Joachim Saltuari, gewonnen werden.

Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins
Interessiert verfolgen die Bergretter das Steuern der Drohne.

„Eine Drohne starten und „herumgurken“ ist mit den aktuellen technischen Möglichkeiten keine Kunst. Richtig zu fliegen ohne sich oder andere zu gefährden ist für Privatpersonen wichtig, für Einsatzorganisationen ein Muss“, so Saltuari. Ihm gefällt die Herangehensweise der Vorarlberger Bergrettung und er wird sie auch in Zukunft, z.B. beim Nachtflugtraining unterstützen. Es ist eben ein Unterschied, ob man nur schnell eine Drohne steigen lässt, um ein Bild oder ein Foto zu machen, oder ein Gebiet in Dunkelheit strukturiert abfliegt, um mit einer Infrarotkamera eine vermisste Person zu suchen.

Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins
Natürlich durfte auch selbst eine Drohne gesteuert werden.

Die Zukunft liegt in der Luft

Obwohl sich bereits einzelne Interessierte für die Drohnenstaffel gefunden haben und die ersten Geräte vom Landesverband gekauft und ausgeliefert wurden, ist es noch ein Stück Weg, bis die Drohnen in den Realeinsatz kommen werden. „Wir werden im kommenden Jahr die Leute gründlich theoretisch und praktisch ausbilden und Standardszenarien trainieren“, so Christian Tschann. Der Weg ist klar vorgegeben – motivierte Mitglieder, Wissenserwerb, permanentes Training und bestes Material sind die Säulen der Landeplattform der Vorarlberger Drohnen. Wir wollen in naher Zukunft ein weiteres Hilfsmittel haben, um neben unseren sonstigen Möglichkeiten eine Verbesserung beim Auffinden und der Versorgung von Patienten zu haben“, gibt sich Landesleiter Rupert Pfefferkorn zuversichtlich. Auch die Zusammenarbeit und der Erfahrungsaustausch mit anderen Blaulichtorganisationen bei diesem wichtigen Thema sollen forciert werden. STO

Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins
Drohnenflugtraining der Bergrettung Vorarlberg mit Joachim Saltuari von der Polizei am Modellflugplatz Schlins.

Weiter Infos gibt es unter www.geo-lanes.com und www.bergrettung-vorarlberg.at.