Heikles Thema Demenz im Straßenverkehr – “Ziel ist die Erhaltung der Mobilität im Alter”

Heimat / 22.11.2024 • 13:00 Uhr
Spannender Vortrag zum Thema Demenz in der Vorarlberger Museumswelt. - © Henning Heilmann
In Frastanz wurde über das Thema Autofahren und Demenz gesprochen. HE

Autofahren bedeutet für viele Menschen Freiheit. Doch wie geht man damit um, wenn eine beginnende Demenz die Sicherheit infrage stellt?

FRASTANZ Gerade bei beginnender Demenz ist Autofahren ein sensibles Thema, das viele Fragen aufwirft. Antworten darauf gaben Dr. Franz Riedl, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, und Mag. Herbert Vith, Leiter der Abteilung Polizei bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch. In einem Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt in Frastanz sprachen sie über Risikofaktoren und mögliche Maßnahmen.

Praktischer Rat: Die Besucher wurden mit fachlicher Expertise in das Thema eingeführt. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Die Besucher wurden von Case Managerin Sonja Fritz mit fachlicher Expertise in das Thema eingeführt.

Auto bedeutet Freiheit

Für viele Menschen ist das Autofahren ein Symbol von Freiheit und Unabhängigkeit – oft ein unverzichtbarer Teil ihrer Lebensqualität. Bei einer diagnostizierten Alzheimer-Demenz kann die Fahrtüchtigkeit jedoch erheblich eingeschränkt sein.

Wann Vorsicht geboten ist: Die Risikofaktoren von Demenz wurden besprochen. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Wann Vorsicht geboten ist: Die Risikofaktoren von Demenz wurden besprochen.

In diesem Spannungsfeld streiten sich die Fachleute aber weiterhin: Einige halten es für vertretbar, dass Betroffene in der Frühphase der Krankheit vertraute Strecken nach wie vor mit dem Auto zurücklegen, während andere das aus Sicherheitsgründen strikt ablehnen und einen Entzug der Lenkberechtigung fordern. Angehörige stehen vor der Herausforderung, angemessen mit dieser schwierigen Situation umzugehen.

Rechtliche Einordnung: Mag. Herbert Vith erklärte die gesetzlichen Voraussetzungen der Lenkberechtigung und mögliche Einschränkungen. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Mag. Herbert Vith sprach über die gesetzlichen Voraussetzungen der Lenkberechtigung und mögliche Einschränkungen.

Voraussetzungen für die Lenkberechtigung

Mag. Herbert Vith erläuterte den Unterschied zwischen Führerschein und Lenkberechtigung und erklärte, warum es keine gesetzliche Altersbefristung für die Lenkberechtigung gibt. Diese setzt jedoch die nötige körperliche und psychische Gesundheit voraus.

Führerschein nicht gleich Lenkberechtigung: Mag. Vith erläuterte, warum die Fahrtauglichkeit auch ohne zeitliche Befristung überprüft werden kann. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Mag. Vith erläuterte, warum die Fahrtauglichkeit auch ohne zeitliche Befristung überprüft werden kann.

Eine Entziehung der Lenkberechtigung erfolgt nach einer amtsärztlichen Untersuchung, wenn die Fahrtüchtigkeit nicht mehr gegeben ist. Erkrankte können die Lenkberechtigung auch befristet mit Auflagen wie regelmäßigen Kontrolluntersuchungen erhalten. Ebenso ist eine räumliche Einschränkung der Lenkberechtigung möglich.

Gesetzliches Spannungsfeld: Die Lenkberechtigung kann räumlich und zeitlich eingegrenzt werden. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Auch Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden besprochen.

Dr. Franz Riedl betonte, dass über 65-Jährige in der Unfallstatistik unterrepräsentiert sind. Er riet jedoch älteren Menschen, Hilfsmittel wie Hör- und Sehhilfen konsequent zu nutzen. Fahrten sollten nach Möglichkeit auf verkehrsarme Zeiten und Tageslicht beschränkt und auf bekannte Strecken begrenzt werden. „Das Ziel ist die Erhaltung der Mobilität im Alter“, erklärte Riedl.

Praktische Tipps für Betroffene: Dr. Riedl riet zu Tagesfahrten auf bekannten Strecken, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Dr. Riedl riet zu Tagesfahrten auf bekannten Strecken, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

Viele Interessierte

Der Vortrag stieß auf großes Interesse. Unter den zahlreichen Besuchern befanden sich Bürgermeister Walter Gohm, Vizebürgermeisterin Michaela Gort, der Obmann des Krankenpflegevereins Frastanz, Thomas Welte, Mohi-Einsatzleiterin Anita Pfefferkorn, Pflegeleiterin Barbara Martin, Sonja Fritz vom Case Management Frastanz-Göfis, Claudia Tiefenthaler, Pflegedienstleiterin des Krankenpflegevereins Nenzing, sowie Brigitte Trautz vom Krankenpflegeverein Jagdberg, Diplompflegerin Heidi Lampert und Christina Bickel von der Sozialplanung Regio im Walgau. HE

Birgit Martin, Sonja Fritz, Claudia Tiefenthaler, Anita Pfefferkorn, Brigitte Trautz, Christina Bickel und Heidi Lampert. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Birgit Martin, Sonja Fritz, Claudia Tiefenthaler, Anita Pfefferkorn, Brigitte Trautz, Christina Bickel und Heidi Lampert.
Informierten sich genau: Sonja Fritz, Barbara Martin und Michaela Gort. - Autofahren und Demenz - Vortrag in der Vorarlberger Museumswelt - Aktion Demenz, Museumswelt
Informierten sich genau: Sonja Fritz, Barbara Martin und Michaela Gort.