Für dieses historische Juwel wird gekämpft

Für den Erhalt der alten Lasanggabrücke wurde extra ein Förderverein gegründet.
Raggal Die Lasanggabrücke (Lasangga = Wildbach), die einmal Raggal mit dem Großen Walsertal verband, ist als holzgedeckte Brücke die letzte ihrer Art im Tal und zugleich auch eine der ältesten Brücken im Alpenraum. Für die 1789 erbaute Brücke muss dringen etwas getan werden, bevor auch dieses Denkmal alter Zimmermannskunst für immer verschwindet. Die Lasanggabrücke ist nicht nur ein bedeutendes historisches Bauwerk, sondern auch ein wichtiges kulturelles Erbe für die Region Großes Walsertal. Heute führt ein Wanderweg über die Brücke und verbindet die Ortsteile Plazera mit Raggal-Bargenboden. Geplant ist auch ein Verbindungsweg zwischen der alten Maruler Brücke und Raggal.


Dringende Arbeiten und finanzielle Unterstützung notwendig
Für den heute 82-jährigen Engelbert Burtscher aus Raggal war das tatenlose Zusehen, wie dieses besondere Stück Kulturgut langsam verrottet und zerfällt, keine Option – für ihn ist die Erhaltung dieser Brücke zu einem Herzensprojekt geworden. Für ihn ist es neben der Liebe zu diesem einzigartigen Juwel und zu diesem besonderen Platz, an dem Brücke steht, auch eine Frage der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Bereits vor ca. drei Jahren hat der Raggaler in Eigeninitiative zusammen mit einigen Vereinskollegen der Bergrettung Raggal eine Sanierung des holzgedeckten Schindeldaches vorgenommen. Nun stehen jedoch weitere, dringende Instandhaltungsarbeiten an. Die Brückenlager müssen saniert und morsche Holzteile ausgetauscht werden. Für diese dringend notwendigen Erhaltungsmaßnahmen muss ein Betrag von 40.000 Euro aufgebracht werden.
Förderverein gegründet
Damit einzelne Sanierungsinitiativen nicht dem Zufall überlassen werden, setzte Engelbert im vergangenen Jahr alle Hebel in Bewegung, um ein paar seiner Vereinskollegen für die Gründung des „Fördervereines Lasanggabrücke“ zu begeistern. Im Frühling 2024 war es dann soweit: im Bergrettungsheim Raggal wurde der Förderverein Lasanggabrücke, der sich zum Ziel gesetzt hat, sich organisatorisch, ideell und finanziell für die Erhaltung und Pflege dieser einzigartigen Brücke einzusetzen, gegründet. Es gilt alles daran zu setzen, dieses wertvolle und denkmalgeschützte kulturelle Erbe zu behüten, die Geschichte und die Geschichten, die diese Brücke erzählt, lebendig zu halten und für Generationen zu sichern. HAB

Die Lasanggabrücke
Die Lasanggabrücke ist nicht nur ein bedeutendes historisches Bauwerk, sondern auch ein wichtiges kulturelles Erbe für die Region Großes Walsertal.
Zur damaligen Zeit nutzten Bauern, Säumer, Soldaten und auch Bettler die Brücke als Hauptverkehrsweg ins hintere Walsertal. Mit einer Säge, zwei Mühlen und einem Wirtshaus war der Platz rund um die Brücke ein bedeutender Handelsplatz für die Bevölkerung des Tales. Gar manche Geschichte wird heute noch von der Lasanggabrücke erzählt. So galt das Wirtshaus als Spielhöhle, in dem getrunken und gespielt wurde und so mancher Bauer den Erlös aus seinem Viehverkauf oder seinen gesamten Ernteertrag verloren hat. Es wird auch erzählt, dass ganze Bauernhöfe über Nacht den Besitzer wechselten, womit der Ort für manche Familie des Tales auch eine schicksalshafte Bedeutung mit sich trägt. Ein paar Restmauern dieser Gebäude um die Brücke sind heute noch stille Zeugen dieser Zeit.
Heute führt ein Wanderweg über die Brücke und verbindet die Ortsteile Plazera mit Raggal-Bargenboden. Über diesen Weg gelangt man auch zur „Dollfußbrücke“, das ist die alte Straßenverbindung zwischen Raggal und Marul.
Ein großer Teil wird gefördert, es gilt aber noch ca. 15.000 Euro mit einer Crowdfunding-Initiative aufzubringen. Unter mit.einander.at/bruecke gelangt man zu den Details.