Auf dem Weg zu den Nachbarn

Heimat / 20.08.2024 • 16:18 Uhr
Gertraud Sturn
Gertraud Sturn kümmerst sich um ihre Nachbarn. Caritas

Gertraud Sturn ist eines der Gesichter hinter dem Projekt herz.com der PfarrCaritas und der Gemeinde Satteins. Sie setzt sich mit viel Herzenswärme und Empathie für Dorfbewohner ein und besucht regelmäßig alleinstehende Frauen und Männer.

Satteins Wie geht es meinem Nachbarn, der nach einem gesundheitlichen Rückschlag nicht mehr so mobil ist und viel Zeit in der eigenen Wohnung verbringt? Viele würden auf diese Frage mit einem Achselzucken antworten. Nicht so Gertraud Sturm. Der Satteinserin liegt das Wohl ihrer Nachbarn sehr am Herzen. Regelmäßig macht sie sich auf den Weg und besucht ältere alleinstehende Frauen und Männer. „Ich habe Zeit und kann gut mit alten Menschen umgehen“, sagt sie. „Ich kenne viele Menschen im Dorf, ich bin in Satteins aufgewachsen, habe hier meine eigene Familie gegründet, nun sind meine beiden Kinder längst aus dem Haus und haben ihre eigenen Familien. Und jetzt im Alter kümmere und interessiere ich mich auch um meine Nachbarn.“

Auf die Menschen zugehen

Für Gertraud Sturn war schon immer klar, dass sie sich freiwillig engagieren und sich so für andere einsetzen möchte. „Ich fühlte mich darum auch gleich angesprochen, als vor zwei Jahren herz.com in Satteins initiiert wurde.“ Das gemeinsame Projekt der PfarrCaritas und der Gemeinde Satteins koordiniert Caritasmitarbeiter Thomas Hebenstreit. „Bei herz.com geht es darum, dass die Menschen mit offenen Ohren, Augen und Herzen durch den Ort gehen. Personen, denen es nicht so gut geht, sollen hier merken, dass es jemanden gibt, der ihnen zuhört und für sie da ist“, sagt er. Eine Initiative, die im Rahmen des Projektes umgesetzt wurde, war eine Besuchsdienstschulung. An dieser Schulung hat auch Gertraud Sturn teilgenommen.

Schöne Freundschaften

„Dabei habe ich nicht nur gelernt, wie ein Besuch gut gelingen kann, sondern auch, dass es einen aufmerksamen Blick und ein „sehendes“ Herz für die Not der Menschen im Dorf braucht“, sagt die 75-Jährige. Bei ihren regelmäßigen Besuchen bei einsamen Menschen zuhause oder auch im Sozialzentrum wird sie immer mit großer Freude empfangen. „Das gibt mir auch ein gutes Gefühl, wenn ich merke, wie herzlich ich aufgenommen werde. Ich erzähle dann vom Dorfleben und von den Menschen“, sagt sie. Dabei ist ihr besonders wichtig, dass die Menschen, die nicht mehr so mobil sind, wieder in die Gemeinschaft geholt werden und spüren, dass sie Teil des Dorflebens sind. „Ich sehe mich nicht als die drüberstehende Helferin, sondern als die hilfsbereite Nachbarin von nebenan. Mit ehrlicher Freundlichkeit kann man viel erreichen bei einsamen, zurückgezogenen Menschen. Das Vertrauen wächst und es entwickeln sich auch schöne Freundschaften.“

herz.com Frühstück im September

Langweilig wird der umtriebigen Pensionistin nicht, sie hat einen großen Garten mit vielen Obstbäumen und Beerenstauden, und baut auch Gemüse an. „Da gibt es immer etwas zu tun, entweder koche ich Marmelade ein oder mache Apfelmus“, erzählt sie. Manchmal nimmt sie dann bei den Besuchen auch ein Glas als Gastgeschenk mit. Übrigens: Zu einem gemeinsamen herz.com-Frühstück sind alle am Projekt Interessierten am Samstag, 21. September, um 9 Uhr im Pfarrheim Satteins eingeladen. Dabei konnten Helene und Franz Rüdisser aus Schruns als Impulsgeber zum Thema „Die Aufgabe der „Alten“ ist es den „Jungen“ Mut zu machen“ gewonnen werden.

Infos und Anmeldung bei Thomas Hebenstreit unter 0676 88420 4024 oder thomas.hebenstreit@caritas.at