So geht es den Luchsdrillingen im Wildpark

Vor wenigen Wochen sind im Luchsgehege des Feldkircher Wildparks gleich drei Junge geboren worden.
Feldkirch Pünktlich zum Muttertag brachte die Luchsdame Sana Drillinge zur Welt. „Eine Seltenheit“, wie Tierpflegerin Heike Sahler die Geburt des Trios beschreibt.
Im Wildpark sei so ein Ereignis bislang nur wenige Male vorgekommen und auch in der freien Wildbahn sei eine Drillingsgeburt eher selten. „Ich arbeite erst seit einem Jahr hier und da freut es mich natürlich besonders, dass gerade heuer gleich drei Stück auf die Welt gekommen sind“, erzählt Sahler.

Annäherung nur im Notfall
Nun sind die Jungtiere sieben Wochen alt und toben im Gehege herum. „Bis jetzt sind alle drei wohlauf und entwickeln sich gut“, freut sich die Tierpflegerin. Sie erklärt, dass man den Kleinen am Anfang nicht zu nahe kommen darf, denn das ließe das Muttertier nicht zu. Aus diesem Grund hätten sich die Pfleger dem Nachwuchs in den ersten Wochen auch nur in einem Notfall genähert. „Wenn sich ein Jungtier verletzen würde, müssten wir natürlich eingreifen. In so einem Fall muss Sana aber betäubt werden, denn ansonsten wäre ein direkter Annäherungsversuch nicht möglich“, meint Sahler.

Mittlerweile ist Mama Sana zwar etwas lockerer, das Personal des Wildparks wird von ihr aber dennoch genau beobachtet. „Wenn man zu nahe ist, merkt man das sofort. Sobald Sana aufsteht und nervös auf und ab läuft, ist es zu viel. Dann sollte man sich dringend wieder entfernen“, lässt die Tierpflegerin wissen. An guten Tagen ließe die Luchsdame aber eine Distanz von etwa zwei bis drei Metern zu.

Papa bleibt gelassen
Luchspapa Felix nimmt es gemütlicher. Er liegt meistens auf seinem Lieblingsplatz und bemerkt nicht einmal, wenn das Personal sich seinem Nachwuchs nähert. Es soll aber auch Tage geben, an denen sein Beschützerinstinkt doch zum Vorschein kommt. „Wenn das der Fall ist, muss man natürlich aufpassen“, warnt die Tierpflegerin. „Für gewöhnlich interessiert es Felix aber nicht. Er ist ein ziemlich ruhiger Bub“, schmunzelt sie.

Die Bestimmung des Geschlechts steht bei den Jungtieren noch aus. „Gerade weil die Luchsmutter bei Annäherungen nervös wird, bestimmt der Tierarzt das Geschlecht erst nach etwa zehn Wochen“, erklärt Sahler. In ungefähr drei Wochen sollte es also so weit sein. Namen bekommen die Jungen aber schon nächste Woche, denn da kommen die neuen Tierpaten zu Besuch.
Nur 250 bis 300 Gramm
Die Paarungszeit der Luchse ist normalerweise Ende Jänner oder Anfang Februar. Geboren werden die Jungen typischerweise im Mai. Laut Sahler erkennen die Tierpfleger eine Trächtigkeit an einer Verhaltensänderung der Tiere: „Die Luchse werden weniger aktiv und wirken träge. Später sieht man auch deutlich ihren runden Bauch.“ Die neugeborenen Jungtiere waren nach der Geburt blind und wogen etwa 250 bis 300 Gramm.

Reise nach Polen
Im Wildpark bleiben können die kleinen Luchse nicht. In etwa einem Jahr werden sie ihre Reise nach Polen antreten. „Irgendwann wären es einfach zu viele“, erklärt Heike Sahler. Das sei jedoch kein Problem, denn die Tiere trennen sich auch in freier Wildbahn nach etwa einem Jahr von ihrer Mutter, um Platz für den neuen Nachwuchs zu machen. Der Wildpark ist Teil eines von der EU geförderten Auswilderungsprojekts. So kommen die Tiere schlussendlich nach Polen und können dort ein Leben in freier Wildbahn genießen. Bis jetzt wurden insgesamt sieben Luchse vom Feldkircher Wildpark erfolgreich ausgewildert.
Mehr zur letzten Luchsauswilderung gibt es hier: