Verhandlung zum Rondo-Reststoffkraftwerk: Zweitagesmarathon im Feuerwehrhaus

Gestern ging der erste Verhandlungstag zum Rondo-Reststoffkraftwerk über die Bühne. Heute geht es weiter.
frastanz Gestern fand im Feuerwehrhaus der Marktgemeinde Frastanz die vom Abfallwirtschaftsgesetz vorgesehene öffentliche Verhandlung des Projekts “Reststoffkraftwerk” der Firma Rondo Ganahl AG statt. Da gestern der Sachverhalt ausführlich diskutiert wurde, wird die Verhandlung heute, Mittwoch, mit den Stellungnahmen der Sachverständigen weitergeführt.

Die Rondo Ganahl, bekannt als einer der größten Erdgasverbraucher Vorarlbergs, plant die Errichtung eines Kraftwerks, das durch die Verbrennung von Produktionsabfällen und Biomasse die Abhängigkeit von Erdgas reduzieren soll. Das Vorhaben, so das Unternehmen, würde nicht nur das eigene Werk, sondern auch die benachbarte Brauerei Frastanz und etwa 500 Haushalte mit Wärme versorgen können.
Sachverhalt angepasst
Während der öffentlichen Verhandlung wurde deutlich, dass die Unterlagen des Projekts mehrfach überarbeitet werden mussten, unter anderem bezüglich der Anzahl der LKW, die für den Transport der Reststoffe vorgesehen sind. Die Gutachten bezüglich Luft- und Lärmbelästigungen basieren auf 26 LKW pro Tag, obwohl zuvor von zwölf die Rede war.

Auch das Thema der Elektro-LKW, die im Sachverhalt nicht erwähnt wurden, allerdings von der Projektbetreiberin so der Öffentlichkeit kommuniziert wurden, kam zur Sprache und wurde nach Publikumshinweisen angepasst.
Die Anrainerinnen und Anrainer sowie die Bürgerinitiative “Besorgte BürgerInnen” äußerten erhebliche Bedenken. Sie befürchten eine Verschlechterung der Lebensqualität durch Geruchs- und Lärmbelästigung sowie Beeinträchtigungen im Trinkwasser aufgrund der lokalen Inversionswetterlage im Walgau. Die Initiative ist besonders besorgt über die Pläne, ein Streuwiesen-Biotop für einen Parkplatz zu opfern. Dies ist jedoch nicht Gegenstand des Verfahrens.

Der Bürgermeister von Göfis, Thomas Lampert, betonte gegenüber den VN die Notwendigkeit einer sorgfältigen Prüfung der Umweltauswirkungen: “Grundsätzlich würde das Projekt hinsichtlich der Energieautonomie Sinn machen. Jedoch sind die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger, dass sich eine gewisse Geruchs- und Lärmbelästigung beziehungsweise durch die Inversionswetterlage langfristige Beeinträchtigungen im Trinkwasser ergeben können. Deshalb ist es wichtig, dass diese Punkte genau geprüft und bestenfalls widerlegt werden. Die Wasserversorgung der Nachbargemeinde Göfis durch das Schildried muss weiterhin gesichert sein.”


Die Verhandlung wird auch heute weiter spannend sein, und die Entscheidung, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist, hängt noch von einem kommenden Erkenntnis aus Wien ab, mit einer möglichen Entscheidung durch das Höchstgericht im Sommer. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks war zunächst für Anfang 2026 geplant, wurde nun allerdings auf das Jahr 2027 verschoben und war im Juni 2022 mit einem Budget von 95 Millionen Euro veranschlagt.
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