Wenn das Ergebnis Nebensache wird

Heimat / 09.04.2024 • 11:15 Uhr
Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Das junge Team des HcB Lauterach (hinten v. l.): Obmann Ernst Fessler, Toni Skember, Sebastian Oberhauser, Sabio Ritter, Ante Brdazic, Arnold Schuller, Ricardo Mager, Asim Kapic, Daugirdas Dilys, Michael Sperl, Ranko Djolicvan , (vorne v. l.) Mihail Ujdur, Leo Rhomberg, Maid Seferagic, Patrick Mayer, Patrik Kiraly und Ivan Roskic mit Bürgermeister Elmar Rhomberg (hinten rechts). STP/9

Amtierender Handballmeister erteilte dem jungen Team aus Lauterach eine Lehrstunde.

Lauterach Was vor wenigen Monaten noch unvorstellbar war, wurde sensationell Realität: Das junge Team der Lauteracher Handballer empfing in der Meisterrunde der zweithöchsten österreichischen Liga den amtierenden Champion Westwien. Mit bescheidenen Zielen ging man ins Spiel: „Ziel war es, mit höchstens 20 Toren Differenz zu verlieren, für Überraschungen zu sorgen und vor allem viel zu lernen“, formulierte Lauterachs Bürgermeister Elmar Rhomberg die Erwartungen.

Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Für das Trainerteam Michael Sperl (l.) und Ranko Djolic war das Spiel gegen Westwien ein Lehrspiel, bei dem man in erster Linie lernen konnte.

Über den Erwartungen zur Pause

Die Vereinsführung, das Trainerteam und die Spieler teilten diese Sicht: „Über das Ergebnis müssen wir nicht viel nachdenken, es wird zur Nebensache. Unser Fokus liegt darauf, uns nach Kräften zu wehren und das Spiel als Lernmöglichkeit zu begreifen“, erklärte Markus Mader, ein Veteran des Handballs in Hard und Gründungsmitglied des Handballclubs Bodensee Lauterach. Trotz seines Rückzugs aus den aktiven Vereinsfunktionen im Vorjahr bleibt er dem Verein eng verbunden.

Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Reine Amateure spielen in der Mannschaft – die lautstarke Unterstützung ist professionell organisiert. Da wird 60 Minuten unermüdlich angespornt und da kann schon mal ein Trommelfell kaputt gehen.

Mit einem Stand von 12:19 zur Pause übertraf das Team das Ziel – weniger als 20 Tore Rückstand – sogar. Doch lokale Handballexperten waren besorgt. „Westwien, der freiwillig in die zweite Liga abgestiegen ist mangels einer erstligatauglichen Halle in Wien, zeigt dennoch seine Stärke. Wir sind auf eine harte Probe gestellt“, äußerte Rhomberg, ein treuer Fan des Vorarlberger Handballs und Unterstützer des Lauteracher Vereins, dessen Sohn Leo aktiv mitspielt. Der Klub verfolgt eigene Ziele: „Wir haben uns als Amateurverein etabliert, der stolz darauf ist, junge Talente auszubilden, die den Sprung zu den Spitzenteams in Bregenz oder Hard schaffen“, betonten die Vereinsverantwortlichen.

Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Torjäger und Routinier Toni Skember (l.) und Leo Rhomberg.

Kampf bis zum Schluss

Die Prognosen trafen ein: Nach der Pause ließ die Kraft der Lauteracher nach, während Westwien seine konditionellen Vorteile ausspielte. Trotz der Time-Outs gelang es erst gegen Spielende, den Rückstand leicht zu verringern. Das Spiel endete mit einem Rückstand von 21 Toren – knapp am Ziel vorbei.

Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Obmann Ernst Fessler sah keinen Grund enttäuscht zu sein.

Familiärer Ausklang

Ungeachtet des Ergebnisses fand ein gemütliches Beisammensein statt, unter dem Motto „Wir sind eine große Familie“. Für die Bewirtung sorgte Thomas Linder, während Ferdinand Armellini, Obmann von HandballSpecials Vorarlberg, und Christian Hoch, ehemaliger Nationalspieler und Trainer, eine Weinverkostung anboten. STP

Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Beim hohen Tempo des Teams von Westwien waren für Lauterachs Mannschaft die Time-outs wichtige Verschnaufpausen.
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Markus Mager (l.), einer der „Väter“ des Handballsports in Lauterach, und Bürgermeister Elmar Rhomberg mit einem offiziellen Spielball der Handball-EM 2024.
Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Bei einem kleinen Verein müssen alle mitanpacken – Obmann Ernst Fessler übernahm die Zeitnehmung.  
Wenn das Ergebnis Nebensache wird
Nach dem Spiel gemütliches Beisammensein und Weinverkostung mit Elmar Rhomberg, Ferdl Armellini, HcB-„Wirtschaftsreferent“ Thomas Linder sowie Winzer und Ex-Nationalspieler Christian Hoch.