Geschichte in Stein gemeißelt: Zeitreise durch die Pfarrkirche in Langen

Heimat / 24.01.2024 • 11:15 Uhr
Pfarrkirche Heiliger Sebastian in Langen mit dem davorstehenden Kriegerdenkmal - erstmals im Jahr 1541 als Pfarrkirche erwähnt. <span class="copyright">MEC</span>
Pfarrkirche Heiliger Sebastian in Langen mit dem davorstehenden Kriegerdenkmal - erstmals im Jahr 1541 als Pfarrkirche erwähnt. MEC

Die Pfarrkirche Langen, erstmals 1541 erwähnt, spiegelt die Jahrhunderte wider.

Langen Die Wurzeln der Pfarrkirche in Langen reichen tief in die Vergangenheit zurück. Ihre Geschichte beginnt im frühen 15. Jahrhundert, als sie noch eine bescheidene Kapelle und Filiale von Bregenz war. Im Jahr 1486 erfolgte der bedeutende Schritt zur Kaplanei, ein Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeit. Schließlich erhob die Kirche im Jahr 1565 ihren Status zur Pfarrkirche, was einen entscheidenden Beitrag zur religiösen Identität der Gemeinde leistete.

Die Pfarrkirche Heiliger Sebastian in Langen zwischen 1954 und 1965. <span style="color: rgba(111, 111, 111, var(--tw-text-opacity)); font-size: 0.75rem; text-transform: uppercase;"><span class="copyright">volare/Rhomberg</span></span>
Die Pfarrkirche Heiliger Sebastian in Langen zwischen 1954 und 1965. volare/Rhomberg

Wegen eines Streits zwischen dem Gotteshaus in der Au bei Bregenz (Mehrerau) und drei Bauern zu Buch über die Grenzen der Waldung des genannten Gotteshauses, wurde am 26. Juli 1697 eine Darstellung des strittigen Bereiches vorgenommen. Dabei wurden auf der “Hinder Tobler Seite” Häuser „zu Helin und Reicharten“ sowie die „Pfarrkirche zu Langen“ schematisch eingezeichnet. Die gezeichnete Kirche trägt Baumerkmale, die an einen gotischen Vorgängerbau erinnern. Ihr Turm weist ein Satteldach als Abschluss auf. In ähnlicher Weise stellte Leonhard Fink aus Sulzberg in einer Schulsprengeldarstellung, datiert mit 1812, die Langener Kirche mit dem Satteldachabschluss dar.

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Sterne fielen vom Himmel

Der Bau der heutigen Pfarrkirche begann 1838 mit dem Langhaus und markierte einen weiteren Wendepunkt. Die Vorhalle und der majestätische Nordturm verleihen dem Sakralbau eine imposante Präsenz, während die südlich an den Chor angebaute Sakristei das Gesamtbild vervollständigt. Unter dem rührigen Pfarrer Michael Muxel wurde die Kirche in der Zeit von August 1857 bis Juli 1859 um 23 Schuh (7 Meter) verlängert.

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Es erfolgten die Anhebung der flachgewölbten Decke, die Erweiterung des Friedhofs und ein Anbau südseitig für eine neue Sakristei. 1872 wurde die ganze Kirche innen von Dekorator Oswald aus Kennelbach ausgemalt, musste jedoch 1896 erneut ausgemalt werden, da das Blau des Sternenhimmels an der Decke des Chores nicht gefiel. Man übermalte das alte Blau, aber dann löste sich zum Entsetzen des Pfarrers Heinrich – die zweite Malerei. Gerade am 1. Adventsonntag, als das betreffende Evangelium verlesen wurde, schälten sich die Teilchen – und „die Sterne fielen vom Himmel“.

Das Langhaus mit Blick zum Hochaltar. <span class="copyright">rufre@lenz-nenning.at</span>
Das Langhaus mit Blick zum Hochaltar. rufre@lenz-nenning.at

Im Inneren der Kirche präsentiert sich eine beeindruckende Sammlung religiöser Kunst. Der Chor schmückt sich mit Fresken, die das Lamm Gottes, die vier Kirchenväter, den Heiligen Geist, das Abendmahl, die sieben Sakramente sowie die Apostel Petrus und Paulus darstellen. Jakob Bertle, ein Künstler des 19. Jahrhunderts, verewigte die Auferstehung Christi im Langhaus und schuf Gemälde von Moses, Christus und Matthäus an der Kanzel. Die Kunstfertigkeit von Alois Reich manifestiert sich in den Figuren der Maria mit Kind und dem Herz Jesu.

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Christian Moosbrugger, ein Bildhauer aus dem Jahr 1965, schuf Reliefs wie König David, Christkönig und die Heilige Cäcilia, die die Emporenbrüstung zieren, sowie das Relief des Heiligen Johannes Evangelist am Ambo. Die beeindruckende Kommunionsbank basiert auf einem Entwurf von Kaspar Albrecht, während die Portalreliefs von Anton Egender stammen. Die prachtvolle Orgel, erschaffen von Anton Behmann im Jahr 1892, füllt den Kirchenraum mit harmonischem Klang. An der Langhauswand erinnert eine Gedenktafel aus dem Jahr 1926 an den Trappistenabt Franz Pfanner, ein Werk von Alois Reich. Das Kriegerdenkmal nördlich der Kirche, gestaltet von Bildhauer P. Pifrader, zeugt von der Opferbereitschaft derer, die ihr Leben für das Gemeinwohl einsetzten. MEC

Die umfangreiche Sanierung von 1946 bis 1982

Von 1946 bis 1948 wurden das Kircheninnere und die Deckenbilder von der Firma A. F. Sinz aus Bregenz ausgebessert. Im Jahr 1948 installierte die Firma Schertler aus Bregenz neue Kirchenbänke. Im darauffolgenden Jahr sanierte die Firma A. Erath aus Bregenz alle Außenseiten der Kirche und des Turmes neu, wobei die Arbeiten an der Westfassade nicht standhielten – ein baldiger Sturmwind entledigte sich des losen Verputzes! 1950 musste der Verputz erneut instand gesetzt werden. Drei Jahre später, 1953, wurde der Turmhelm ausgebessert und das Blechdach übermalt. 1956 folgte der Einbau neuer Turmuhren und einer elektrisch betriebenen Läuteanlage. 1959 erfuhr der Hochaltar einen Umbau, wobei das Hundertpfund-Bild durch eine Kreuzigungsgruppe ersetzt wurde. Im Jahr 1962 wurden die Seitenaltäre umgebaut.

Die Jahre 1975 bis 1982 waren geprägt von einer totalen Renovierung der Kirche: Außen wurde das Mauerwerk entfeuchtet und das anfallende Wasser in einer Drainage abgeleitet. Zusätzlich erhielt das Mauerwerk einen neuen Isolier-Außenputz. Im Innenbereich erfolgte eine Neugestaltung mit helleren Farben. Dabei kamen teilweise alte Fresken wieder zum Vorschein. Alle Gemälde und Stationsbilder wurden restauriert und einige Statuen neu vergoldet. Abschließend wurden die Kirchenbänke erneuert und mit einer Heizung ausgestattet.