Auf den Spuren des Glücks

Spannender Vortrag von Franz Köb über die Sehnsucht und die Suche nach dem verlorenen Glück.
Die durch die Stadt Bludenz angebotene Vortragsreihe „Gesundheit im Gespräch“ wartet immer wieder mit spannenden Themen auf, die mittlerweile sehr viele Besucher und Besucherinnen auch aus der gesamten Region anziehen. Dies war auch am vergangenen Dienstag der Fall, als der Wirtschaftspädagoge Franz Köb sich in einem Vortrag auf die Spuren des Glücks begab.

Der Referent ist sehr vielen Menschen auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt, nicht zuletzt durch die Moderation der Sendung „Focus, Themen fürs Leben“ für den ORF Vorarlberg oder auch als Initiator und Moderator der sehr erfolgreichen Reihe „Wissen fürs Leben“ der Arbeiterkammer Vorarlberg. „Wir alle drehen uns ab und zu im Hamsterrad des Alltags, alles beschleunigt sich – doch was bleibt letztendlich?“, stellte Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Soziales Andrea Mallitsch bei der Begrüßung eine grundlegende Frage.

Günter Tschennet, Nüziders
Wie kann Glück definiert werden? Franz Köb fand hierzu keine eindeutige Antwort: „Es gibt viele gegensätzliche Vorstellungen zu diesem Begriff, oftmals sind diese auch gegensätzlich wie etwa das Glück des Anstrengens und das Glück der Muße und des Nichtstuns, das Glück des Redens und des Schweigens, das Glück des Rausches und der Nüchternheit oder auch das Glück der sexuellen Befriedigung und der Enthaltsamkeit.“ Anhand eines Gedichts von Eduard Mörike verdeutlichte er die Diffusität der Glücksfrage: „Wir sehnen uns nach Glück, aber wissen nicht, wonach eigentlich.“ Für ihn persönlich bestehe das Glück vor allem darin, gesund zu sein und sich im eigenen Körper wohlzufühlen: „Den Körper nicht als Feind zu erleben, sondern als Verbündeten, der mich das ganze Leben begleitet, das ist das größte Geschenk.“

Alle Sinnesempfindungen wie etwa Schmecken, Riechen oder Fühlen stellen für ihn unglaubliche Glücksquellen dar. Ein anderer Titel des Vortrags könnte lauten „Gesund leben“, so Franz Köb. Das Wissen, was gesund sei und den Menschen guttue, sei ohnehin vorhanden, gehe allerdings in der Hektik des Alltags leider viel zu oft verloren. Das Ziel des Vortrags sei, so einiges von diesem Wissen wieder in Erinnerung zu rufen. „Genauso wie die Autobauer immer weiter entwickelte und technisch verbesserte Autos auf den Markt brachten, verläuft es mit der Evolution. Wir Menschen sind im Laufe der Jahrtausende ebenfalls fortlaufend optimiert worden, um uns an die jeweiligen Lebensbedingungen immer besser anzupassen“, brachte er einen passenden Vergleich. Es sei jedoch fraglich, was der Körper beziehungsweise Organismus in der heutigen Zeit tatsächlich noch brauche.

Kurt Mangeng, Tschagguns
Seit den 1950er-Jahren sei mit dem zunehmenden Wohlstand, Reichtum und Luxus eine grundlegende Veränderung in der Lebensführung der Menschen in Europa eingetreten: „Wir haben uns während dieses evolutionären Wimpernschlags jedoch nicht zum Vorteil verändert.“ Für eine glückliche Lebensführung fasste er einige evolutionäre Bedingungen zusammen, nämlich Bewegung, Langsamkeit, Leben im Rhythmus der Natur, Stille, Leben in Kargheit, Mangel und Einfachheit sowie Gemeinschaft zusammen. Diese erklärte er jeweils an prägnanten Beispielen. Der menschliche Körper sei auf Bewegung und Anstrengung ausgelegt, dies könne man beispielsweise ganz einfach an der Bewegungsfreude von Kindern sehen. Es gebe eine ganz schlichte Faustregel, damit es den Menschen besser gehe: „Bei der Bewegung dürfte es etwas mehr sein und beim Essen etwas weniger.“ BI