Erster Schritt für das Rankweiler Großprojekt im Zentrum

Heimat / 25.10.2023 • 17:25 Uhr
Gemeindevertretung diskutiert Großprojekt im Rankweiler Zentrum intensiv. Einstimmige Zustimmung der Volkspartei, klare Ablehnung vom Grünen Forum. <span class="copyright">VN/HARTINGER</span>
Gemeindevertretung diskutiert Großprojekt im Rankweiler Zentrum intensiv. Einstimmige Zustimmung der Volkspartei, klare Ablehnung vom Grünen Forum. VN/HARTINGER

Bei der Gemeindevertretungssitzung im Rathaus hat sich die Volkspartei einstimmig dafür und das Grüne Forum klar dagegen ausgesprochen.

Darum geht’s:

  • Neubau eines Wohnhauses und Geschäftshauses in Rankweil geplant
  • Vorläufige Zustimmung der 22 Gemeindevertreter der Volkspartei
  • Kontroverse Diskussionen über den Standort des Projekts und die Nahversorgung

RANKWEIL Die 17. öffentliche Sitzung der Rankweiler Gemeindevertretung im vollbesetzten Saal des Rathauses mit vielen Bürgern stand ganz im Zeichen der Zukunft der knapp 13.000 Einwohner zählenden Marktgemeinde. Mehrere Stunden wurde über das höchstwahrscheinlich kommende neue Bauprojekt auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück am Standort des Raiffeisenzentrums gegenüber des Rathauses unter den Parteien und einigen Anrainern in der Bahnhofstraße heiß diskutiert.

Ein erstes Rendering der Ansicht des Nahversorgers im Zentrum von Rankweil gibt es bereits. <span class="copyright">DIETRICH UNTERTRIFALLER</span>
Ein erstes Rendering der Ansicht des Nahversorgers im Zentrum von Rankweil gibt es bereits. DIETRICH UNTERTRIFALLER

Vorgesehen ist am Standort der jetzigen Raiffeisenbank von den privaten Investoren R&R Immobilien GmbH und der Raiffeisenbank Montfort ein Neubau eines dreigeschossigen Wohnhauses sowie ein Geschäftshaus mit integriertem Nahversorger (Eurospar) im Erdgeschoss und ein weiteres Gebäude als neuer Firmensitz der Raiba Montfort. Das bestehende Bankgebäude in der Bahnhofstraße soll im Zuge des Neubaus abgebrochen werden. Es könnten hier drei neue Baukörper entstehen.

Auch ein Übersichtsplan wurde bereits von der Marktgemeinde Rankweil herausgegeben. <span class="copyright">DIETRICH UNTERTRIFALLER</span>
Auch ein Übersichtsplan wurde bereits von der Marktgemeinde Rankweil herausgegeben. DIETRICH UNTERTRIFALLER

Als Grundlage für einen möglichen Neubau bei der Raiba Rankweil wurde in einer ersten Etappe über dieses Projekt abgestimmt. Jetzt wird das Projekt schriftlich aufliegen und etwaige Einwände können in den nächsten Wochen kundgetan werden.

Parteien im Clinch über das Bauvorhaben

In der letzten Gemeindevertretungssitzung des Jahres soll am 14. Dezember dann über einen endgültigen Baubeschluss abgestimmt werden. Im Tagesordnungspunkt sechs und sieben der GV-Sitzung (Änderungsvorschlag zum Flächenwidmungsplan R&R Immobilien, Gst-Nr 1155, Pfarrer-Gau-Weg sowie Ausnahme der baulichen Nutzung und Teilbebauungsplan R&R Immobilien GmbH und Raiffeisenbank Montfort Gst-Nr 144/2, 1155, 540/2, 540/6, Pfarrer-Gau-Weg und Bahnhofstraße) haben sich die 22 Gemeindevertreter der Volkspartei einstimmig für dieses Großprojekt ausgesprochen.

Der Plan zum Großprojekt mit Kommentaren vom Grünen Forum Rankweil.
Der Plan zum Großprojekt mit Kommentaren vom Grünen Forum Rankweil.

Die acht Politiker vom Grünen Forum waren einheitlich gegen dieses großes Bauvorhaben. In der Debatte um einen neuen Nahversorger gingen die Ansichten der zwei Parteien kräftig auseinander. Laut den Experten braucht es im Rankweiler Ortskern dringend einen Nahversorger mit einer Verkaufsfläche von mindestens 1200 Quadratmetern. „Es war mein großes Interesse, einen Nahversorger wieder ins Zentrum zu bringen. Der Ortskern ist nicht versorgt. Ein gemeinsamer Prozess mit allen Beteiligten wurde vor 2,5 Jahren gestartet. Es war ganz und gar nicht einfach, nach langen, intensiven Gesprächen sogar zwei private Investoren und die zwei Grundstückseigentümer für ein gemeinsames Projekt zusammenzubringen. Wir haben es aber geschafft. Das ist ein hervorragendes Beispiel und ein zukunftsorientiertes Projekt. Die Idee der Nahversorgung kommt nicht von Roman Rauch, um das einmal ganz klar zu sagen. Die letzten Bauprojekte haben zusammen mit dem Grünen Forum auch immer einen einstimmigen Beschluss gebracht. Die Gebäude werden einfach größer und höher in den kommenden Jahren“, sagt Rankweils Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall.

Katharina Wöß-Krall ist Bürgermeisterin von Rankweil. <span class="copyright">Marktgemeinde</span>
Katharina Wöß-Krall ist Bürgermeisterin von Rankweil. Marktgemeinde

Befürwortet wird das Projekt von R&R Immobilien auch von der Landesraumstelle Vorarlberg: „Es ist ein sehr gelungenes Projekt“, hieß es von den dortigen Mitarbeitern. Für das Rankweiler Gemeindeoberhaupt ist dieses Projekt erst der Anfang und Startschuss von noch folgenden Maßnahmen.

Unterstützung und Kritik

„Es ist einfach toll und sehr erfreulich, wenn zwei private Investoren uns in der Umsetzung der neuen Ortskernentwicklung helfen. Viele einzelne Projekte wären so, wie wir uns das wünschen, nicht durchführbar. Wir werden es aber schaffen, im Zentrum wieder neues Leben zu entfachen“, so Wöß-Krall.

In dieselbe Kerbe schlägt Vizebürgermeister Andreas Prenn: „Wenn wir nicht bald was unternehmen, stirbt der Ortskern. Die Unterstellungen der Opposition, dass wir uns das leicht machen, will ich ganz und gar nicht gelten lassen. Wir haben andere Meinungen und Ansichten und wollen für die Rankweiler Bevölkerung eine professionelle Zukunftsgestaltung abliefern.“

Andreas Prenn ist Vizebürgermeister von Rankweil. <span class="copyright">Mathis</span>
Andreas Prenn ist Vizebürgermeister von Rankweil. Mathis

Schon bald will man in Rankweil mit dem Areal Schleife und den Maßnahmen in der Bahnhofstraße neue Projekte der Öffentlichkeit präsentieren, wo sich auch vermehrt private Investoren einbringen werden und die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde kundtun.

Das aktuelle Gebäude der Raiffeisenbank Rankweil, welches abgerissen werden soll. <span class="copyright">VN-TK</span>
Das aktuelle Gebäude der Raiffeisenbank Rankweil, welches abgerissen werden soll. VN-TK

Ein Knackpunkt bei der Umsetzung des neuen Bauprojektes ist die Ein- und Ausfahrt der neuen Tiefgarage. „Wir müssen uns die Detailplanungen hier genau ansehen“, erklärt Andreas Prenn. Eine Verbindung von der Tiefgarage ins nahe Einkaufszentrum Vinomna ist aber im Plan vorgesehen. „Wir sind nicht gegen einen Nahversorger im Zentrum. In dieser Größenordnung geht es an diesem Standort aber ganz sicher nicht. Sollte es so weit kommen, wird es massive Einschränkungen in der Nahversorgung in den Ortsteilen und weit darüber hinaus geben. Wir haben einfach massive Bedenken. Es ist allerhöchste Zeit kooperative Verfahren mit den Anrainern und den Nachbarn einzuleiten, diese sind alle dagegen. Es wird vermehrt Einsprüche hageln und es wird schwer werden in einer vernünftigen Frist das Projekt umzusetzen. Die Tiefgarage gehört in die Ringstraße. Es entsteht ein massives Bauvolumen, das ist nicht ganz nachvollziehbar. Das Megagebäude hat eine Giebelhöhe von 17 Metern“, sagt „Grünes Forum“-Gemeindevertreter Christoph Metzler.

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Übrigens: Sutterlüty hatte die große Chance, bei seiner Ansiedelung im Rankweiler Ortskern einen Markt zu eröffnen, aber der Lebensmittel-Anbieter hat der Marktgemeinde Rankweil vor Jahren eine Absage erteilt. Nun ist Sutterlüty mit einem Geschäft in Rankweil in der Stiegstraße und in der Landamanngasse gut vertreten. In den nächsten Tagen und Wochen sollen Gespräche der Politiker mit dem möglichen neuen Nahversorger Eurospar erfolgen, um die Produktpalette neu zu adaptieren und exklusive Lieferanten wie z. B. Zangerlhof oder Landwirte aus Rankweil und Brederis mit von der Partie zu haben.

Ein lebendiger Rankweiler Ortskern mit einem bestens ausgearbeiteten Masterplan von allen Experten soll in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Allerdings wird es auch vermutlich massive Einwände und Einsprüche der Anrainer in der Bahnhofstraße und im Pfarrer-Gau-Weg zu diesem Rankweiler Großprojekt geben. Es bleibt spannend, ob es im Zuge der GV-Sitzung ein Weihnachtsgeschenk mit dem Beschluss des 3000 Quadratmeter großen Neubaus geben wird. VN-TK

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