Spielerisches Lernen und Gemeinsamkeit

Spiel und Spaß bei „Cooler Spielestunde“ in bugo Bücherei Göfis.
GÖFIS Am vergangenen Donnerstag war es wieder so weit: In der bugo Bücherei Göfis fand die „Coole Spielestunde“ statt. Dieses Format wird seit rund einem Jahr unter der Leitung von Sandra Huber angeboten.

Schon vor dem Start um 16 Uhr ist alles vorbereitet. In einem Raum in der bugo ist an vier Tischen jeweils ein Spiel aufgebaut, das zum Spielen anregt. Sandra Huber bringt noch vier zusätzliche Spiele, die als weitere Auswahlmöglichkeit zur Verfügung stehen: „Unser Spieleangebot richtet sich an Kinder bis zehn Jahre. Je nach Alter der jeweiligen Teilnehmer muss ich auch spontan reagieren können, damit wirklich dem Alter entsprechende Spiele zur Verfügung stehen.“

Die Spieleleiterin geht sehr sorgsam bei der Auswahl der Spiele vor: „Die Kinder sind auch eingeladen, eigene Spiele, die zu Hause nicht so oft gespielt werden, mitzubringen. Wenn ich die Spiele kenne, können sie sogleich gespielt werden. Andernfalls kommen sie – wenn sie unseren Kriterien entsprechen – zwei Wochen später zum Einsatz.“ Ihrer Meinung nach ist die Altersangabe bei so manchen Spielen zu niedrig angesetzt: „Die Spiele sollen die Kinder ja nicht überfordern, sondern tatsächlich ihrem Alter entsprechen. Es muss ja auch der jeweilige Entwicklungsgrad berücksichtigt werden.“ Bevor die Spiele zum Einsatz kommen, werden sie vorab von ihr getestet.
Gemeinsam Ziele erreichen
Sandra Huber ist besonders wichtig, dass die Spiele nicht zu Konkurrenzdenken unter den Mitspielern führen, sondern die Gemeinsamkeit im Vordergrund steht: „Es gibt sehr viele gute Spiele, bei denen gemeinsam etwas erreicht oder bewältigt werden muss, um ans Ziel zu kommen. Auf diese Weise lernen die Teilnehmer auf ganz einfache Weise, miteinander zu kooperieren und sowohl sich als auch die Mitspieler einzuschätzen. Das fördert unter anderem auch das Selbstbewusstsein.“ In erster Linie steht jedoch der Spaß und die Freude am Spielen im Vordergrund. Es gibt Klassiker unter den Spielen, die in gewisser Weise ein Selbstläufer sind: „Der Wiedererkennungswert schafft Vertrautheit. Wir spielen durchaus auch Spiele, die den Kindern schon bekannt sind.“ Neben den sozialen Fähigkeiten schult das Spielen auch die Konzentration und das strategische Denken – und dies eben auf ganz spielerische Weise.

Konzentration und Spannung
Der Raum, in dem die Spielestunde stattfindet, vermittelt einen Wohnzimmercharakter. An dieser Spielstunde nehmen Anouk, Lara, Elia, Jona und Maximilian teil. Gleich nach dem Betreten des Raums erläutert Sandra Huber ganz kurz die jeweiligen Spiele auf den Tischen. Sogleich sind sich die Kinder einig: Zuerst wird Dodo gespielt. Hoch konzentriert sind alle dabei, das Ei des Dodos zu retten. Sandra Huber erteilt nur kurze Anleitungen und hält sich im Hintergrund. Die Kinder sind ganz bei der Sache, die Spannung steigt – und das Ei des Dodos kann gerettet werden, worüber alle glücklich sind. „Das ist nicht jedes Mal der Fall. Ihr seid sehr geschickt“, lobt Sandra Huber die jungen Spieler.

Während sich Elia, Jona und Maximilian für das Spiel Fabulantica entscheiden, wählen die beiden Mädchen das Kartenspiel Uno. Es ist eine Herausforderung für die sympathische Gruppenleiterin, bei beiden Spielformen gleichermaßen präsent zu sein und Fragen zu beantworten. Doch Sandra Huber ist geduldig, in aller Ruhe erklärt sie auch komplexe Spielregeln und greift bei Unklarheiten behutsam ein. Und wenn es nötig ist, erweist sie sich auch als sehr flexibel, dann wird eine zu schwierige Spielregel einfach abgeändert: „Es ist ein Unterschied, in welchem Alter die Kinder ein Spiel spielen. Es gab auch schon Spielstunden mit ausschließlich Neunjährigen, dafür sind dann natürlich andere Regeln gültig.“
Motivation und Spaß
Obwohl der Spielverlauf spannend ist, bleibt es im Raum leise, die Kinder sind bis zum Schluss hoch motiviert dabei. Als das Ende der „Coolen Spielestunde“ naht, will niemand so wirklich aufhören. Es wird noch gemeinsam ein Spiel im Gang der bugo gespielt, bei dem Fische und andere Meerestiere vor einem Hai gerettet werden müssen – und dies natürlich gemeinsam. Die Resonanz der teilnehmenden Kinder, aber auch von deren Eltern, ist sehr positiv. So sagt etwa Cathrin Geineder, Mutter von drei Kindern, beim Abholen ihrer beiden Söhne: „Der Coole Spielenachmittag ist eine nette Idee. Ich werde mit meinen Kindern noch öfter zu dieser Veranstaltung kommen.“ Und so manches Kind entleiht dann sogleich noch das Spiel, das an diesem Nachmittag gespielt wurde oder ein anderes aus dem reichhaltigen Spiele-Angebot in der bugo. BI


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