Röthis hat einen neuen (Alt-)Bürgermeister

Röthis ist in der Geschichte der Altbürgermeister um einen Namen reicher. Was der neue Bürgermeister nun vorhat? Wir haben nachgefragt.
röthis Neun Jahre, acht Monate und 23 Tage hatte Roman Kopf (64) das Amt des Bürgermeisters inne. Vor einer Woche, am Samstagabend, war Schluss. Er übergab seine Verzichtserklärung an Vizebürgermeisterin Ruth Bickel, und die Gemeindevertretung wählte den designierten Bürgermeister Thomas Bachmann (51) einstimmig ins Amt. “Mit Fröd z’Röthis leaba”, war nicht nur das Leitmotto von Neo-Altbürgermeister Kopf, auch sein Nachfolger versprach, stets danach zu handeln.

Herr Bachmann, vorab nochmals herzlichen Glückwunsch; ihr Vorgänger hat gesagt, dass er stehts nach dem Leitsatz „Mit Fröd z’Röthis leaba“ gehandelt habe. Wie sehen sie das? Was bedeutet dieser Leitspruch für Sie?
Bachmann: Besten Dank zunächst für die Glückwünsche zu meiner Wahl als Röthner Bürgermeister. Mit dem Leitsatz „Mit Fröd z’Röthis leaba“ hat sich nicht nur Roman Kopf identifiziert, auch ich hatte – wohlgemerkt ohne Absprache mit meinem Vorgänger – meine Rede ganz auf dieses Motto zugeschnitten, welches meinen Zugang zu meinem Heimatort perfekt beschreibt.

Wie sind Sie zum Amt des Bürgermeisters gekommen bzw. wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Bachmann: Ich wurde bereits vor geraumer Zeit darauf angesprochen und habe mich nach reiflicher Überlegung im Spätherbst 2022 für eine Kandidatur entschieden. Mit der anschließenden Aufnahme in die Gemeindevertretung sowie den –vorstand wurden die ersten Weichen gestellt, in den letzten Wochen konnte ich bereits einige gemeinsame Termine mit Roman Kopf wahrnehmen und somit quasi ein wenig in die Amtsgeschäfte hineinschnuppern.

Wie nehmen Sie die Stimmung in der Gemeinde nun wahr?
Bachmann: Grundsätzlich sehr positiv. In Röthis wurde in der Amtszeit von Roman Kopf sehr vieles umgesetzt (u.a. Sanierung der Volksschule, erweitertes Öffnungsangebot im Kindergarten, Schaffung von leistbarem Wohnraum, Erneuerung der Wasserversorgung, Kanalsanierungen, Hochwasserschutzprojekt Frödisch,..), was in der Bevölkerung auf sehr breite Zustimmung gestoßen ist. An diese positive Grundstimmung möchte ich sehr gerne anknüpfen.

Was sind ihre Ziele bis zur nächsten Wahl?
Bachmann: Die bereits laufenden Projekte (u.a. Friedhofssanierung, Erneuerung der Wasserleitungen, Sanierung Sportheim, verschiedenste Umweltmaßnahmen wie Errichtung von PV-Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden, Baumpflanzaktionen) weiter voranzutreiben resp. abzuschließen. Zudem gilt es, neue Projekte (Überarbeitung des Bebauungsplans, Erarbeitung eines Straßen- und Wegekonzepts, Aufwertung des Dorfzentrums) in Angriff zu nehmen oder zumindest einen Fahrplan für deren Umsetzung zu definieren.

Was sind ihre Kernthemen? Bildung, Gesundheit, Verkehr, Bau?
Bachmann: Mit dem Kinderbildungs- und betreuungsgesetz sind die Anforderungen für die Elementarpädagoginnen wie auch für die Gemeinde deutlich gestiegen. Weiters bedingt die Dynamik in den Anmeldungen im Bereich der Schülerbetreuung, dass der Bildungsbereich uns in nächster Zeit sicherlich sehr stark beschäftigen wird. Mit dem Um- und Zubau des Sportheims des SC Röthis steht ein weiteres spannendes Projekt in den Startlöchern, bei dem hoffentlich bis Mitte nächsten Jahres ein Baubeginn erfolgen kann. Als Mitglied des Sozial- und Gesundheitsausschusses liegen mir aber auch die Gesundheit der Bevölkerung sowie das soziale Gefüge innerhalb unserer Gemeinde sehr am Herzen. Mit der geplanten Erneuerung des Fitnessparcours Ganta-Loresch sowie der intensiven Zusammenarbeit mit den Vereinen hoffe ich, auch in diesen Bereichen neue Akzente setzen, den Zusammenhalt stärken und ehrenamtliche Tätigkeiten weiter fördern zu können.

Welche Projekte planen Sie noch umzusetzen?
Bachmann: Mit den bereits genannten Projekten sollte konsequenterweise ein entsprechendes Arbeitspensum einhergehen. Zudem gilt es, die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde stets im Auge zu behalten, weshalb ich an dieser Stelle nicht zu viel „name dropping“ machen und falsche Erwartungshaltungen wecken möchte.

Wie schaut der Rückhalt der Gemeindevertretung aus? Stichwort Vertrauensvorschuss.
Bachmann: Aufgrund des Wahlergebnisses – ich wurde seitens der Gemeindevertretung einstimmig zum Bürgermeister gewählt – lässt sich jedenfalls ein hoher Vertrauensvorschuss ableiten – nicht nur seitens der Gemeindeliste Röthis, sondern auch seitens der zweiten Fraktion „Wir in Röthis“. Diesem Vertrauensvorschuss versuche ich, mit Transparenz, Wertschätzung sowie frühzeitiger, umfassender Einbindung in Entscheidungsprozesse gerecht zu werden und hoffe, damit die beiden Fraktionen zu einer noch stärkeren Zusammenarbeit zu motivieren – was innerhalb der verschiedensten Ausschüsse schon sehr häufig gut funktioniert.

Möchten Sie die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sulz fortführen?
Bachmann: Nicht nur mit der Gemeinde Sulz, sondern mit der gesamten Regio Vorderland-Feldkirch gibt es bereits eine intensive Zusammenarbeit, die zukünftig jedenfalls noch verstärkt wird. Erfolgsprojekte wie das Altstoffsammelzentrum Vorderland, das Vorderlandhus oder die Kooperation der Bildungseinrichtungen in der Sommerbetreuung belegen stets aufs Neue, dass gemeinsam Lösungen erarbeitet werden können, an deren Umsetzung eine einzelne Gemeinde scheitern würde.
Was sind ihre weiteren Schritte bezüglich des Themas Temporeduktion? Wo liegt diesbezüglich ihr Schwerpunkt?
Bachmann: Hier gibt es einen breiten Konsens der Vorderland-Gemeinden, der bislang vor allem am Widerstand seitens des Landes gescheitert ist. Allerdings gibt es durchaus positive Signale, dass hier die Zeit reif für ein Umdenken sein könnte. So wurde kürzlich auch von Seiten des Bundes wieder Bewegung ins Spiel gebracht, indem die Auflagen/Anforderungen für die Gemeinden – beispielsweise für die Durchsetzung von Tempo 40 auf Landesstraßen – zukünftig erleichtert werden könnten. Hier möchte ich gerne einhaken und einen weiteren Anlauf zur Temporeduktion auf den Haupt-Durchzugsstraßen nehmen.
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Dem Vernehmen nach war man sich beim Thema Bodenaushupdeponie Malons in der Gemeindevertretung nicht einig. Ebenfalls wurde die Bevölkerung wohl nicht ausreichend transparent informiert. Wie ist da der Stand der Dinge bzw. das weitere Vorgehen?
Bachmann: Beim Thema Malons gab es sehr wohl einen umfassenden Bürgerbeteiligungsprozess in Form von Informationsveranstaltungen wie auch öffentlichen Gemeindevertretungssitzungen. Zudem wurde innerhalb der Gemeindevertretung ein sehr breiter Diskurs zu den Inhalten des Projekts (Regionalität, jährliche Füllmengen, Dauer der Befüllung, Haftungsfragen etc.) geführt. So gab es zuletzt sowohl innerhalb der Gemeindevertretung als auch in der Agrar-Vollversammlung eine deutliche Zustimmung zu dem vorliegenden Vertragswerk. Aktuell handelt es sich um ein laufendes Behördenverfahren, das seitens diverser Fachabteilungen des Landes bearbeitet wird. So gilt es nun abzuwarten, ob eine Bewilligung laut Einreichung erfolgt oder aber seitens des Betreibers mögliche Auflagen zu erfüllen sind.