Schadona’s Schafe: Ein Marsch, den man nicht verpassen sollte

Wetterkapriolen durchkreuzten die geplante Rückkehr der Schafherde von der Alpe Schadona.
Darum geht’s:
- Die Schafherde kehrt von Vorarlbergs größter Schafalpe Schadona ins Tal zurück.
- Wetterkapriolen sorgten für Unordnung im geplanten Ablauf.
- Zahlreiche Zuschauer verfolgen den Marsch der Schafe in Schoppernau.
Schoppernau „Unglaublich – trotz unsicherer Witterung so viele Leute bei der Schaufschod“, wunderten sich die Treiber, als sie die von Vorarlbergs größter Schafalpe Schadona ins Tal zurückkehrende Herde auf der Bregenzerwaldstraße vom Landsteg in Schröcken bis ins Zentrum von Schoppernau führten. Zahlreiche Schaulustige bildeten Hunderte Meter weit ein dichtes Spalier, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Unordnung im geplanten Ablauf
Wetterkapriolen sorgten in den letzten Alptagen für Unordnung im geplanten Ablauf. „Nach einem insgesamt sehr guten Sommer, in dem nur die außergewöhnlichen Hitzeperioden uns ein paar Herausforderungen stellten, kam zuletzt doch noch Stress auf“, resümiert Artur Köb, seit über 15 Jahren auf Schadona, die Alpsaison 2023.

„Zwar blieben schlimme Kälteeinbrüche mit Schnee heuer aus, doch die höheren Regionen waren zwei, drei Mal leicht angezuckert. Aber das verschwand rasch“, berichtet der erfahrene Älpler. Da Schadonas rund 1.700 Hektar Alpfläche von etwa 1.500 m Seehöhe bis auf 2.200 m reichen, sind Schneefälle keine Seltenheit. „Man muss stets mit Schnee rechnen, und heuer traf er uns gerade in der letzten Woche – allerdings harmlos“, so Köb.

Alpe zur richtigen Zeit verlassen
Als die Gipfel sich weiß färbten, hatte die Schafherde die Alpe bereits verlassen. „Die Wetterprognosen bewegten uns dazu, die Herde ein paar Tage früher ins Tal zu treiben. Nahe des Landstegs, wo die Herde auf die L 200 trifft, richteten wir ein Lager ein. Wir wollten dem angekündigten Schneefall entgehen“, sagt Köb mit einem schelmischen Lächeln. Von diesem Standort holte auch Urs Frei aus Diepoldsau, der etwa die Hälfte der rund 1.000 Schafe beisteuert, seine Tiere ab. Ein kluger Schritt, denn der Platz hinter dem Gemeindeamt wäre für die gesamte Herde zu eng gewesen.

Marsch der Schafe
Viele Zuschauer verfolgten nicht nur den Marsch der Schafe durch Schoppernau, sondern waren auch bei der anschließenden Verteilung an die knapp zwei Dutzend Schafzüchter dabei. Die drei Hirtenteams (Artur Köb/Edgar Feurstein, Hannes Kohler und Elmar Moosbrugger), die sich auf der Alpe traditionell bei der Betreuung der Schafe abwechselten, gaben fast die gesamte Herde zurück.

„Verluste durch Unfälle wurden durch auf der Alpe geborene Lämmchen ausgeglichen. Es kehrten also ungefähr genauso viele Tiere ins Tal zurück, wie am 17. Juni hinaufgetrieben wurden“, sagt ein zufriedener Köb. Und was die Lämmchen betrifft: Ein kohlschwarzes, nur wenige Tage altes Lamm war nicht markiert, „doch wir konnten es schnell zuordnen“, fanden die Hirten heraus. STP


