Schadona’s Schafe: Ein Marsch, den man nicht verpassen sollte

Heimat / 05.10.2023 • 11:45 Uhr
Trotz Wetterkapriolen kehrte die Schafherde von Schadona in Schoppernau zurück, begleitet von zahlreichen Schaulustigen und abschließender Feststimmung. <span class="copyright">STP/10</span>
Trotz Wetterkapriolen kehrte die Schafherde von Schadona in Schoppernau zurück, begleitet von zahlreichen Schaulustigen und abschließender Feststimmung. STP/10

Wetterkapriolen durchkreuzten die geplante Rückkehr der Schafherde von der Alpe Schadona.

Darum geht’s:

  • Die Schafherde kehrt von Vorarlbergs größter Schafalpe Schadona ins Tal zurück.
  • Wetterkapriolen sorgten für Unordnung im geplanten Ablauf.
  • Zahlreiche Zuschauer verfolgen den Marsch der Schafe in Schoppernau.

Schoppernau „Unglaublich – trotz unsicherer Witterung so viele Leute bei der Schaufschod“, wunderten sich die Treiber, als sie die von Vorarlbergs größter Schafalpe Schadona ins Tal zurückkehrende Herde auf der Bregenzerwaldstraße vom Landsteg in Schröcken bis ins Zentrum von Schoppernau führten. Zahlreiche Schaulustige bildeten Hunderte Meter weit ein dichtes Spalier, um sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.

Durch ein dichtes Spalier von Schaulustigen führten Elmar und Antonette Moosbrugger, Artur Köb sowie Edgar Feurstein die Schadona-Herde ans Ziel im Schoppernauer Zentrum.
Durch ein dichtes Spalier von Schaulustigen führten Elmar und Antonette Moosbrugger, Artur Köb sowie Edgar Feurstein die Schadona-Herde ans Ziel im Schoppernauer Zentrum.

Unordnung im geplanten Ablauf

Wetterkapriolen sorgten in den letzten Alptagen für Unordnung im geplanten Ablauf. „Nach einem insgesamt sehr guten Sommer, in dem nur die außergewöhnlichen Hitzeperioden uns ein paar Herausforderungen stellten, kam zuletzt doch noch Stress auf“, resümiert Artur Köb, seit über 15 Jahren auf Schadona, die Alpsaison 2023.

Auch wenn das erst wenige Tage alte schwarze Lämmchen nicht markiert war – Artur Köb konnte es zweifelsfrei dem Besitzer zuordnen. Mehr als 100 Schafe stellte der Lauteracher Schafzüchter Jürgen Scalet.
Auch wenn das erst wenige Tage alte schwarze Lämmchen nicht markiert war – Artur Köb konnte es zweifelsfrei dem Besitzer zuordnen. Mehr als 100 Schafe stellte der Lauteracher Schafzüchter Jürgen Scalet.

„Zwar blieben schlimme Kälteeinbrüche mit Schnee heuer aus, doch die höheren Regionen waren zwei, drei Mal leicht angezuckert. Aber das verschwand rasch“, berichtet der erfahrene Älpler. Da Schadonas rund 1.700 Hektar Alpfläche von etwa 1.500 m Seehöhe bis auf 2.200 m reichen, sind Schneefälle keine Seltenheit. „Man muss stets mit Schnee rechnen, und heuer traf er uns gerade in der letzten Woche – allerdings harmlos“, so Köb.

Aus diesem Gewühl von Hunderten Schafe schnell die richtigen herauszufinden und sie den rund zwei Dutzend Besitzern zurückzugeben erfordert viel Routine.
Aus diesem Gewühl von Hunderten Schafe schnell die richtigen herauszufinden und sie den rund zwei Dutzend Besitzern zurückzugeben erfordert viel Routine.

Alpe zur richtigen Zeit verlassen

Als die Gipfel sich weiß färbten, hatte die Schafherde die Alpe bereits verlassen. „Die Wetterprognosen bewegten uns dazu, die Herde ein paar Tage früher ins Tal zu treiben. Nahe des Landstegs, wo die Herde auf die L 200 trifft, richteten wir ein Lager ein. Wir wollten dem angekündigten Schneefall entgehen“, sagt Köb mit einem schelmischen Lächeln. Von diesem Standort holte auch Urs Frei aus Diepoldsau, der etwa die Hälfte der rund 1.000 Schafe beisteuert, seine Tiere ab. Ein kluger Schritt, denn der Platz hinter dem Gemeindeamt wäre für die gesamte Herde zu eng gewesen.

Verwirrung bei der Schaufschod: Dutzende Oldtimer-Porsche-Fahrer eines Treffens in Lech glaubten das Publikumsinteresse in Schoppernau gelte ihnen und hielten auf ihrer Ausfahrt kurz an. Als sie über den Irrtum aufgeklärt waren, machten sie dann eilig Platz für die nachfolgenden Schafe.
Verwirrung bei der Schaufschod: Dutzende Oldtimer-Porsche-Fahrer eines Treffens in Lech glaubten das Publikumsinteresse in Schoppernau gelte ihnen und hielten auf ihrer Ausfahrt kurz an. Als sie über den Irrtum aufgeklärt waren, machten sie dann eilig Platz für die nachfolgenden Schafe.

Marsch der Schafe

Viele Zuschauer verfolgten nicht nur den Marsch der Schafe durch Schoppernau, sondern waren auch bei der anschließenden Verteilung an die knapp zwei Dutzend Schafzüchter dabei. Die drei Hirtenteams (Artur Köb/Edgar Feurstein, Hannes Kohler und Elmar Moosbrugger), die sich auf der Alpe traditionell bei der Betreuung der Schafe abwechselten, gaben fast die gesamte Herde zurück.

Hannes Kohler mit Mathilda – die nächste Älplergeneration steht schon bereit und Valentina Staubmann nimmt sich eines erst wenige Tage alten Lamms an.
Hannes Kohler mit Mathilda – die nächste Älplergeneration steht schon bereit und Valentina Staubmann nimmt sich eines erst wenige Tage alten Lamms an.

„Verluste durch Unfälle wurden durch auf der Alpe geborene Lämmchen ausgeglichen. Es kehrten also ungefähr genauso viele Tiere ins Tal zurück, wie am 17. Juni hinaufgetrieben wurden“, sagt ein zufriedener Köb. Und was die Lämmchen betrifft: Ein kohlschwarzes, nur wenige Tage altes Lamm war nicht markiert, „doch wir konnten es schnell zuordnen“, fanden die Hirten heraus. STP

"Hallo Bedienung . . .!" Nach stundenlangem Marsch mit der Herde hatte sich das Treiberteam eine Stärkung an der Theke wohl verdient.
"Hallo Bedienung . . .!" Nach stundenlangem Marsch mit der Herde hatte sich das Treiberteam eine Stärkung an der Theke wohl verdient.
Markus Moosbrugger, Jochen Matt, Reinhard Pfefferkorn, Hannes Hammerer und Florian Pfefferkorn (v. l.) sorgten als Eckbonkmusig für Stimmung.
Markus Moosbrugger, Jochen Matt, Reinhard Pfefferkorn, Hannes Hammerer und Florian Pfefferkorn (v. l.) sorgten als Eckbonkmusig für Stimmung.
Alpobmann Anton Greber: „Auch wenn es am Ende noch etwas hektisch wurde – es war insgesamt ein sehr guter Alpsommer.“
Alpobmann Anton Greber: „Auch wenn es am Ende noch etwas hektisch wurde – es war insgesamt ein sehr guter Alpsommer.“