Micro-Living-Anlage Hard biegt in die Zielgerade ein

Im Herbst sollen die 42 leistbaren Kleinstwohnungen bezogen werden.
Hard Leistbares Wohnen ist seit Jahren ein Thema, das die Schlagzeilen beherrscht. Alexander Stuchly hat dazu ein Mietmodell entwickelt und mit (Finanzierungs-)Partnern umgesetzt.

Dieses Modell zielt auf spezielles Klientel ab: Zum einen auf Wohnungssuchende auf Zeit, die sich vom Elternhaus abnabeln wollen, aber zum Start in die Selbstständigkeit noch keine große Wohnung wollen. Zum anderen auf Auszubildende, die ebenfalls für einen zeitlich begrenzten Zeitraum eine Wohnung in der Nähe ihrer Ausbildungsstätte (etwa Fachhochschule oder Spital) benötigen. Oder auch auf Firmen, die gleich mehrere Wohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mieten und nach Bedarf bereitstellen wollen.
All-inclusive-Angebot
Das Modell Micro-Living/Micro-Working fußt auf einem einfachen Konzept: „Grundsätzlich sind es Mietwohnungen, wir bieten keine Eigentumswohnungen an“, so Projektinitiator Alexander Stuchly. „Um die Miete möglichst günstig gestalten zu können, ist die Wohnung auf knapp unter 30 Quadratmeter komprimiert und komplett ausgestattet – einschließlich Möblierung, TV-Anschluss, WLAN usw. Jede Wohnung hat einen Balkon.


Dem Mieter steht beim Einzug fast alles zur Verfügung, er muss nur noch Bettzeug, Geschirr und Besteck mitbringen“, bringt es Stuchly auf den Punkt. In der Tiefgarage gibt es pro Wohnung einen Abstellplatz und dem Fahrradboom wird mit einem großzügig gestalteten Fahrradraum Rechnung getragen. Bike-E-Tankstelle ebenso wie in der Tiefgarage für E-Autos inklusive.

Auf ein eigenes Auto können die Mieter leichter verzichten, denn Bus und Bahn stehen fast vor der Haustüre zur Verfügung, denn bei der Standortwahl wird auf nahe Infrastruktur größer Wert gelegt. Zudem wird „hauseigenes“ Car-Sharing angeboten.

Im „Co-Living“-Raum (Gemeinschaftsraum) stehen Arbeitstische, Stehtische und Couchgruppe zur Verfügung. Hier können sich Bewohner treffen und sich austauschen, TV schauen etc. Der Outdoor-Aufenthaltsbereich beläuft sich auf sage und schreibe 750 Quadratmeter mit Gemeinschaftsgarten, Sitzbereichen, Grillmöglichkeiten etc.


Starke Nachfrage

Dieses Wohnmodell hat Alexander Stuchly bei drei Anlagen in Dornbirn, Feldkirch und Lauterach in den vergangenen Jahren umgesetzt. Er kann zufrieden feststellen, dass „es starke Nachfrage gibt. Die 87 Wohnungen in Dornbirn (40), Lauterach (29) und Feldkirch (18) sind ausgebucht, auch für Hard läuft die Vermietung sehr gut, obwohl die Anlage erst im Herbst bezugsfertig wird.“

Jetzt im „Abwarte-Modus“
Mit dem Bezug der Anlage in Hard (R 93 – Rheinstraße) legt Stuchly eine Pause ein. „Das heißt nicht, dass es keine weiteren Projekte mehr gibt, aber wir haben Planungen vorläufig zurückgestellt. Die aktuelle Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt mit stetig steigenden Zinsen und Baukosten bewirkte bei Banken und Investoren deutliche Zurückhaltung. Das trifft nicht nur uns, sondern alle Bauträger und schlägt sich in einem drastischen Rückgang der Wohnbauleistungen nieder“, sieht Stuchly den Gesetzgeber gefordert, im Wohnbau die Rahmenbedingungen entsprechend zu ändern, damit der Nachfrage nach leistbarem Wohnen wieder entsprochen werden kann. STP

