Micro-Living-Anlage Hard biegt in die Zielgerade ein

Heimat / 18.08.2023 • 12:00 Uhr
Im Herbst soll das Micro-Living-Projekt an der Harder Rheinstraße („Betonstraße“) mit 42 Wohnungen bezogen werden. <span class="copyright">Alle Bilder: STP</span>
Im Herbst soll das Micro-Living-Projekt an der Harder Rheinstraße („Betonstraße“) mit 42 Wohnungen bezogen werden. Alle Bilder: STP

Im Herbst sollen die 42 leistbaren Kleinstwohnungen bezogen werden.

Hard Leistbares Wohnen ist seit Jahren ein Thema, das die Schlagzeilen beherrscht. Alexander Stuchly hat dazu ein Mietmodell entwickelt und mit (Finanzierungs-)Partnern umgesetzt.

Schon in wenigen Wochen wird Alexander Stuchly die Mieter im Micro-Living-Projekt R 93 willkommen heißen.
Schon in wenigen Wochen wird Alexander Stuchly die Mieter im Micro-Living-Projekt R 93 willkommen heißen.

Dieses Modell zielt auf spezielles Klientel ab: Zum einen auf Wohnungssuchende auf Zeit, die sich vom Elternhaus abnabeln wollen, aber zum Start in die Selbstständigkeit noch keine große Wohnung wollen. Zum anderen auf Auszubildende, die ebenfalls für einen zeitlich begrenzten Zeitraum eine Wohnung in der Nähe ihrer Ausbildungsstätte (etwa Fachhochschule oder Spital) benötigen. Oder auch auf Firmen, die gleich mehrere Wohnungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mieten und nach Bedarf bereitstellen wollen.

All-inclusive-Angebot

Das Modell Micro-Living/Micro-Working fußt auf einem einfachen Konzept: „Grundsätzlich sind es Mietwohnungen, wir bieten keine Eigentumswohnungen an“, so Projektinitiator Alexander Stuchly. „Um die Miete möglichst günstig gestalten zu können, ist die Wohnung auf knapp unter 30 Quadratmeter komprimiert und komplett ausgestattet – einschließlich Möblierung, TV-Anschluss, WLAN usw. Jede Wohnung hat einen Balkon.

Micro-Living-Anlage Hard biegt in die Zielgerade ein
So schaut das Innenleben der Wohnungen aus. Foto: Projektbetreiber
Micro-Living-Anlage Hard biegt in die Zielgerade ein
Der Blick Richtung Eingang. Foto: Projektbetreiber

Dem Mieter steht beim Einzug fast alles zur Verfügung, er muss nur noch Bettzeug, Geschirr und Besteck mitbringen“, bringt es Stuchly auf den Punkt. In der Tiefgarage gibt es pro Wohnung einen Abstellplatz und dem Fahrradboom wird mit einem großzügig gestalteten Fahrradraum Rechnung getragen. Bike-E-Tankstelle ebenso wie in der Tiefgarage für E-Autos inklusive.

Micro-Living-Anlage Hard biegt in die Zielgerade ein
Einteilung einer Micro-Living-Wohnung in Hard.

Auf ein eigenes Auto können die Mieter leichter verzichten, denn Bus und Bahn stehen fast vor der Haustüre zur Verfügung, denn bei der Standortwahl wird auf nahe Infrastruktur größer Wert gelegt. Zudem wird „hauseigenes“ Car-Sharing angeboten.

Jede Wohnung verfügt über einen Balkon.
Jede Wohnung verfügt über einen Balkon.

Im „Co-Living“-Raum (Gemeinschaftsraum) stehen Arbeitstische, Stehtische und Couchgruppe zur Verfügung. Hier können sich Bewohner treffen und sich austauschen, TV schauen etc. Der Outdoor-Aufenthaltsbereich beläuft sich auf sage und schreibe 750 Quadratmeter mit Gemeinschaftsgarten, Sitzbereichen, Grillmöglichkeiten etc.

Der Anschluss an das Radwegenetz steht – beidseitig entlang der L 202 – buchstäblich vor der Haustüre des R-93 zur Verfügung.
Der Anschluss an das Radwegenetz steht – beidseitig entlang der L 202 – buchstäblich vor der Haustüre des R-93 zur Verfügung.
Gute Anbindung an den ÖPNV macht für die Mieter ein eigenes Auto entbehrlich – in Lauterach ist dies optimal gelöst, die Bushaltestelle befindet sich buchstäblich vor der Haustüre, die Bahnhaltestelle ist nur wenige Gehminuten entfernt. Und wird gelegentlich doch ein Auto benötigt, steht „hauseigenes“ Car-Sharing parat.
Gute Anbindung an den ÖPNV macht für die Mieter ein eigenes Auto entbehrlich – in Lauterach ist dies optimal gelöst, die Bushaltestelle befindet sich buchstäblich vor der Haustüre, die Bahnhaltestelle ist nur wenige Gehminuten entfernt. Und wird gelegentlich doch ein Auto benötigt, steht „hauseigenes“ Car-Sharing parat.

Starke Nachfrage

Alexander Stuchly: „Die derzeitige Ungewissheit bei Zins- und Baukosten-Entwicklung lässt mich für weitere Projekte abwarten.“
Alexander Stuchly: „Die derzeitige Ungewissheit bei Zins- und Baukosten-Entwicklung lässt mich für weitere Projekte abwarten.“

Dieses Wohnmodell hat Alexander Stuchly bei drei Anlagen in Dornbirn, Feldkirch und Lauterach in den vergangenen Jahren umgesetzt. Er kann zufrieden feststellen, dass „es starke Nachfrage gibt. Die 87 Wohnungen in Dornbirn (40), Lauterach (29) und Feldkirch (18) sind ausgebucht, auch für Hard läuft die Vermietung sehr gut, obwohl die Anlage erst im Herbst bezugsfertig wird.“

Noch herrscht im und um das Haus rege Betriebsamkeit der Handwerker, auch die Asphaltierung ist in vollem Gange, doch bis in etwa zwei Monaten soll alles fix und fertig sein.
Noch herrscht im und um das Haus rege Betriebsamkeit der Handwerker, auch die Asphaltierung ist in vollem Gange, doch bis in etwa zwei Monaten soll alles fix und fertig sein.

Jetzt im „Abwarte-Modus“

Mit dem Bezug der Anlage in Hard (R 93 – Rheinstraße) legt Stuchly eine Pause ein. „Das heißt nicht, dass es keine weiteren Projekte mehr gibt, aber wir haben Planungen vorläufig zurückgestellt. Die aktuelle Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt mit stetig steigenden Zinsen und Baukosten bewirkte bei Banken und Investoren deutliche Zurückhaltung. Das trifft nicht nur uns, sondern alle Bauträger und schlägt sich in einem drastischen Rückgang der Wohnbauleistungen nieder“, sieht Stuchly den Gesetzgeber gefordert, im Wohnbau die Rahmenbedingungen entsprechend zu ändern, damit der Nachfrage nach leistbarem Wohnen wieder entsprochen werden kann. STP

In einem 750 Quadratmeter großen Gemeinschaftsgarten werden Sitzgelegenheiten, Grillmöglichkeiten usw. ausreichend Gelegenheit zum Austausch bieten.
In einem 750 Quadratmeter großen Gemeinschaftsgarten werden Sitzgelegenheiten, Grillmöglichkeiten usw. ausreichend Gelegenheit zum Austausch bieten.
Mit einem sehr großzügigen Fahrradraum wird vorausschauend dem Trend zur sanften Mobilität und Umstieg auf das Fahrrad Rechnung getragen.
Mit einem sehr großzügigen Fahrradraum wird vorausschauend dem Trend zur sanften Mobilität und Umstieg auf das Fahrrad Rechnung getragen.