Von Lauterach bis Wolfurt: Visionäres Gewerbegebiet wird zur Realität

Heimat / 19.07.2023 • 14:15 Uhr
Von Lauterach bis Wolfurt: Visionäres Gewerbegebiet wird zur Realität
Zehn Jahre nach dem Start von “NeuWiesn 2040/50” haben Lauterach und Wolfurt wesentliche Fortschritte bei der Entwicklung ihres gemeinsamen 34,7 Hektar großen Gewerbegebiets gemacht. STP/5

Blick auf das Gewerbegebiet “NeuWiesn 2040/50”: Ein zehnjähriges Vorarlberger Großprojekt nimmt zwischen Lauterach und Wolfurt Form an.

Lauterach Eine Vision feiert Jubiläum: 2013 haben die Gemeinden Lauterach und Wolfurt ihr gemeinsames Räumliches Entwicklungskonzept (REK) für eine Fläche entwickelt, die die Gemeindegrenzen überschreitet und sich im Bereich des Güterbahnhofs befindet.

Teilflächen des Areals „Vision NeuWiesn“ werden schon genutzt, allerdings sind Umschlag und Recycling von Abbruch- und Aushubmaterial nur eine Zwischenlösung.
Teilflächen des Areals „Vision NeuWiesn“ werden schon genutzt, allerdings sind Umschlag und Recycling von Abbruch- und Aushubmaterial nur eine Zwischenlösung.

Das Ziel der “Vision NeuWiesn 2040/50” ist es, möglichst viel von diesem Areal – insgesamt 34,7 Hektar – in Gemeindebesitz zu bringen, um es gemeinsam zu entwickeln und heimischen Unternehmen im Baurecht zur Verfügung zu stellen.

Diese Flächen - grün Lauterach, grau Wolfurt - sind als "Vision NeuWiesn 2040/50" vorgesehen. Betriebe mit insgesamt bis zu 5.000 Arbeitsplätzen sollen hier angesiedelt werden, wobei auch für Sport, Freizeit und Erholung Raum (hellgrün: Sportanlage Bruno Pezzey) bleiben soll.
Diese Flächen - grün Lauterach, grau Wolfurt - sind als "Vision NeuWiesn 2040/50" vorgesehen. Betriebe mit insgesamt bis zu 5.000 Arbeitsplätzen sollen hier angesiedelt werden, wobei auch für Sport, Freizeit und Erholung Raum (hellgrün: Sportanlage Bruno Pezzey) bleiben soll.

Realistischer Zeitplan

Den Sommerempfang der Gemeinde und des Wirtschaftsvereins nutzte Lauterachs Gemeindechef Elmar Rhomberg, um zehn Jahre nach der offiziellen Vorstellung des größten Gewerbegebiets des Landes einen Zwischenbericht über den aktuellen Stand der Dinge zu geben.

Lauterachs Bürgermeister Elmar Rhomberg bringt die Dimension des geplanten Projekts in eine anschauliche Relation: <em>„Im Bereich des Güterbahnhofs sind aktuell Firmen angesiedelt, die rund 2000 Arbeitsplätze bieten – im Endausbau werden auf dem Areal NeuWiesn bis zu 5000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das wird auch hinsichtlich Verkehrsabwicklung eine riesige Herausforderung.“</em> <span class="copyright">Nina Bühler</span>
Lauterachs Bürgermeister Elmar Rhomberg bringt die Dimension des geplanten Projekts in eine anschauliche Relation: „Im Bereich des Güterbahnhofs sind aktuell Firmen angesiedelt, die rund 2000 Arbeitsplätze bieten – im Endausbau werden auf dem Areal NeuWiesn bis zu 5000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das wird auch hinsichtlich Verkehrsabwicklung eine riesige Herausforderung.“ Nina Bühler

Dabei erläuterte er, warum die Zielsetzung “2040/50” für den Endausbau ein realistischer Zeitplan ist. “Die betreffenden Teilflächen befinden sich im Besitz von rund 90 Grundeigentümern, mit denen seitdem verhandelt wird. Mit 13 davon konnten wir in den vergangenen zehn Jahren eine Einigung erzielen, und die Projekt- und Strukturentwicklungs-Genossenschaft (PSG) Wolfurt-Lauterach ist heute im Besitz von knapp 40.000 Quadratmetern, davon 25.000 in Wolfurt und 15.000 in Lauterach.”

Südlich der Senderstraße - L 41 – haben sich im Umfeld des Güterbahnhofs längst Betriebe – etwa Haberkorn (Bild), Meusburger, Doppelmayr usw. angesiedelt, jetzt geht es um Flächen nördlich der L 41.
Südlich der Senderstraße - L 41 – haben sich im Umfeld des Güterbahnhofs längst Betriebe – etwa Haberkorn (Bild), Meusburger, Doppelmayr usw. angesiedelt, jetzt geht es um Flächen nördlich der L 41.

Derzeit werden Verhandlungen mit weiteren Grundstücksbesitzern geführt, und die PSG ist zuversichtlich, dass in etwa fünf Jahren ausreichend Flächen in ihrem Besitz sind, um erste Unternehmen ansiedeln zu können.

Wo sich derzeit direkt an der Autobahnauffahrt Berge von Recyclingmaterial türmen, sollen bis 2050 bis zu 5000 Arbeitsplätze entstehen.
Wo sich derzeit direkt an der Autobahnauffahrt Berge von Recyclingmaterial türmen, sollen bis 2050 bis zu 5000 Arbeitsplätze entstehen.

Baustart auch auf Teilflächen

Was passiert, wenn in den nächsten vier bis fünf Jahren nicht alle oder zumindest der Großteil der Flächen im Besitz der PSG ist? “Das ist kein Problem. Wir haben diese Vision – wir wissen, dass noch viel Überzeugungsarbeit und Verständnis der Grundeigentümer erforderlich ist – auf das Jahr 2040/50 ausgelegt, können aber auch beginnen, wenn wir nur einen Teil der Gesamtfläche besitzen,” erklärt Rhomberg.

Von Lauterach bis Wolfurt: Visionäres Gewerbegebiet wird zur Realität
Für Wolfurts Gemeindechef Christian Natter war eine gemeinsame Vorgangsweise der beiden Gemeinden alternativlos. Schon ein Blick auf die Gemeindegrenzen zeige, dass es ein kompliziertes Unterfangen wäre, würde jede Gemeinde für sich planen. Seine Devise: „Wir müssen die Grenzen wegdenken und sind gleichwertige Partner in allen Belangen.“ Philipp Steurer

Für kleine Firmen reserviert

Dies liegt auch daran, dass Großkonzerne, die das gesamte 34,7 Hektar große Areal übernehmen wollten, kategorisch abgelehnt wurden, denn “unser Konzept sieht vor, dass die PSG das Areal besitzt und nur Baurechte vergeben werden. Ein weiterer Gedanke ist die Ansiedlung vieler kleiner Betriebe aus verschiedenen Branchen”, so Rhomberg.

Von Lauterach bis Wolfurt: Visionäres Gewerbegebiet wird zur Realität
Gebhard Pfeiffer war einer der ersten Unternehmer, die sich 1981 im „alten“ Gewerbegebiet im Bereich des Güterbahnhofs ansiedelten. Für ihn ist die Vision NeuWiesn eine riesige Chance, Handwerk und Gewerbe in der Gemeinde zu fördern und langfristig abzusichern. „Dazu muss es aber gelingen, dass sich nicht einige wenige Großkonzerne hier ansiedeln, sondern viele kleine Handwerker quer durch alle Branchen.“

Er sieht auch keine Probleme bei der Erschließung des Areals: “Die Ansiedlung von Betrieben soll sich über einen Zeitraum von zehn bis dreißig Jahren erstrecken, und auch die Erschließung – zum Beispiel durch Straßen oder die Versorgung aus dem Biomasse-Heizwerk – kann schrittweise erfolgen. Die meisten der derzeit verantwortlichen Personen werden dann wahrscheinlich keine Verantwortung mehr tragen, aber ich bin zuversichtlich, dass ich die Vollendung der Vision NeuWiesn 2040/50 noch miterleben werde.” STP

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