Bähnleverein begeisterte mit Nostalgie-Festival

Hunderte Oldtimer-Freunde stellten in Bezau ihre „betagten“ Gefährte zur Schau.
Bezau Für einen Tag versetzte das Bregenzerwälder Museumsbähnle die Zeit um Jahrzehnte zurück und lud Oldtimer-Freunde aus nah und fern zu diesem Nostalgie-Festival ein. Hunderte von ihnen folgten dem Ruf und trafen sich, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und neue Freundschaften zu knüpfen.

Erlebnis für zahllose Gäste
Gleichzeitig war das Oldtimertreffen beim Bähnleverein ein Anziehungspunkt für Bregenzerwald-Urlauber und einheimische Ausflügler, da das Bähnle ihnen ein einfaches Pendeln zwischen den Stationen Bezau, Reuthe und Schwarzenberg ermöglichte.

Der Obmann des Museumsbahnvereins, Oskar Müller, der Geschäftsführer Walter Rüf und der Bahnbetriebsleiter Ernst Cavegn strahlten mit den vielen ehrenamtlichen Helfern von der Lok bis zur Gulaschkanone in der Remise um die Wette. “Wir wurden für all die Mühen, die wir in die Organisation des Festes gesteckt haben, wirklich belohnt”, hörte man immer wieder, wenn man mit den Bähnern ins Gespräch kam.

Bähnle-Shuttle in Reuthe
Eine der besonderen Attraktionen war der Shuttledienst zwischen der Haltestelle Reuthe und dem Betriebsgelände von Bischofberger Transporte, wo ebenfalls Dutzende Oldtimer geparkt waren. Dieser Bahnzubringer wurde von den Oldtimerfreunden Zwischenwasser organisiert, die mit einer kompletten Bahnanlage in den Bregenzerwald gekommen waren.

Auf der Straße zwischen Haltestelle und Firmengelände wurden knapp 300 Schienen verlegt, zwei “Lokomotiven” zogen kleine Wägelchen, auf denen die Passagiere quer zur Fahrtrichtung Platz nahmen. Vor allem Kinder hatten einen Riesenspaß an dieser Eisenbahnfahrt.

Auch ein Güterzug
Die Museumsbähnler, die für ihre originalgetreue Restaurierung historischer Garnituren von höchster Stelle ausgezeichnet wurden, haben für solche Anlässe auch einen Güterzug im Einsatz. Sie boten den staunenden Besuchern ein besonderes Erlebnis: Wie vor Jahrzehnten, als das Wälderbähnle das Rohmaterial für die Firma Wüstner Mellau Teppiche nach Bezau brachte und Bischof-Transporte den Weitertransport nach Mellau übernahm, spielte Seniorchef Alois Bischofberger die Verladung von Sisalballen nach.

“Wir sind stolz darauf, dass wir schon seit Jahrzehnten für die Teppichfirma tätig sein dürfen”, erzählte Bischofberger dem Publikum. “Heute kommen die Rohstoffe zwar per Container nach Mellau, aber den Transport der Fertigprodukte zu den Kunden oder zum Umschlagplatz am Land besorgen nach wie vor wir.”

Paukenschlag zum Abschluss
Als sich die Oldtimer-Fahrer für die Heimfahrt bereit machten, warteten der Oldtimer-Experte Toni Wüstner und Martin Metzler vom gleichnamigen Autohaus mit einem speziellen Spektakel auf: Sie versteigerten einen “Scheunenfund”.

Der Citroen CV 11 BL, Baujahr 1953, wurde 1992 ausgemustert und in einem Stadel abgestellt. Nun wurde er von Metzler wieder “ausgegraben” und die Idee einer Versteigerung entstand. Den Zuschlag erhielten Konstantin Gabriel und sein Vater Thomas, die mit ihrer Oldtimer-Ente nach Bezau gekommen waren. “Wir haben diese Ente wieder zum Laufen gebracht, und wir schaffen das auch bei diesem Modell”, äußerten sie zuversichtlich. STP