Bähnleverein begeisterte mit Nostalgie-Festival

Heimat / 11.07.2023 • 13:14 Uhr
Neben Hunderten Oldtimern auf der Straße hatten Gäste aus Zwischenwasser sogar eine mobile „Straßenbahn“ nach Reuthe gebracht. <span class="copyright">STP/9</span>
Neben Hunderten Oldtimern auf der Straße hatten Gäste aus Zwischenwasser sogar eine mobile „Straßenbahn“ nach Reuthe gebracht. STP/9

Hunderte Oldtimer-Freunde stellten in Bezau ihre „betagten“ Gefährte zur Schau.

Bezau Für einen Tag versetzte das Bregenzerwälder Museumsbähnle die Zeit um Jahrzehnte zurück und lud Oldtimer-Freunde aus nah und fern zu diesem Nostalgie-Festival ein. Hunderte von ihnen folgten dem Ruf und trafen sich, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und neue Freundschaften zu knüpfen.

Neben den Klassikern – etwa der „VW-Käfer-Invasion“ waren in Bezau auch echte Gustostückchen wie dieser Bentley zu bewundern.
Neben den Klassikern – etwa der „VW-Käfer-Invasion“ waren in Bezau auch echte Gustostückchen wie dieser Bentley zu bewundern.

Erlebnis für zahllose Gäste

Gleichzeitig war das Oldtimertreffen beim Bähnleverein ein Anziehungspunkt für Bregenzerwald-Urlauber und einheimische Ausflügler, da das Bähnle ihnen ein einfaches Pendeln zwischen den Stationen Bezau, Reuthe und Schwarzenberg ermöglichte.

Für Aufsehen sorgte der Auftritt der Puch-Freunde aus Alberschwede, die in einem regelrechten „Schwarm“ aufgefahren sind.
Für Aufsehen sorgte der Auftritt der Puch-Freunde aus Alberschwede, die in einem regelrechten „Schwarm“ aufgefahren sind.

Der Obmann des Museumsbahnvereins, Oskar Müller, der Geschäftsführer Walter Rüf und der Bahnbetriebsleiter Ernst Cavegn strahlten mit den vielen ehrenamtlichen Helfern von der Lok bis zur Gulaschkanone in der Remise um die Wette. “Wir wurden für all die Mühen, die wir in die Organisation des Festes gesteckt haben, wirklich belohnt”, hörte man immer wieder, wenn man mit den Bähnern ins Gespräch kam.

Ein Highlight des Oldtimer-Festes: Alois Bischofberger stellt nach, wie Sisalballen in Bezau vom Güterwaggon zum Weitertransport auf den Lkw verladen wurden.
Ein Highlight des Oldtimer-Festes: Alois Bischofberger stellt nach, wie Sisalballen in Bezau vom Güterwaggon zum Weitertransport auf den Lkw verladen wurden.

Bähnle-Shuttle in Reuthe

Eine der besonderen Attraktionen war der Shuttledienst zwischen der Haltestelle Reuthe und dem Betriebsgelände von Bischofberger Transporte, wo ebenfalls Dutzende Oldtimer geparkt waren. Dieser Bahnzubringer wurde von den Oldtimerfreunden Zwischenwasser organisiert, die mit einer kompletten Bahnanlage in den Bregenzerwald gekommen waren.

Musikalisch begleitet wurde das Fest vom „Wälderschwung“ und ihrem „Gast-Schlagzeuger“ Sam Spoons, alias Samuel Rohner aus Rebstein.
Musikalisch begleitet wurde das Fest vom „Wälderschwung“ und ihrem „Gast-Schlagzeuger“ Sam Spoons, alias Samuel Rohner aus Rebstein.

Auf der Straße zwischen Haltestelle und Firmengelände wurden knapp 300 Schienen verlegt, zwei “Lokomotiven” zogen kleine Wägelchen, auf denen die Passagiere quer zur Fahrtrichtung Platz nahmen. Vor allem Kinder hatten einen Riesenspaß an dieser Eisenbahnfahrt.

Mit Hits wie „Marina“ oder „Brennend heißer Wüstensand“ brachte Jakob aus Altach mit seiner Drehorgel perfekte Musiknostalgie nach Bezau.
Mit Hits wie „Marina“ oder „Brennend heißer Wüstensand“ brachte Jakob aus Altach mit seiner Drehorgel perfekte Musiknostalgie nach Bezau.

Auch ein Güterzug

Die Museumsbähnler, die für ihre originalgetreue Restaurierung historischer Garnituren von höchster Stelle ausgezeichnet wurden, haben für solche Anlässe auch einen Güterzug im Einsatz. Sie boten den staunenden Besuchern ein besonderes Erlebnis: Wie vor Jahrzehnten, als das Wälderbähnle das Rohmaterial für die Firma Wüstner Mellau Teppiche nach Bezau brachte und Bischof-Transporte den Weitertransport nach Mellau übernahm, spielte Seniorchef Alois Bischofberger die Verladung von Sisalballen nach.

Nostalgie auch bei der Verpflegung der Gäste: Der Koch an der Gulaschkanone hatte Hochbetrieb und auch an der Spätzle-Pfanne kam Hannes „Bagger“ Welte ins Schwitzen.
Nostalgie auch bei der Verpflegung der Gäste: Der Koch an der Gulaschkanone hatte Hochbetrieb und auch an der Spätzle-Pfanne kam Hannes „Bagger“ Welte ins Schwitzen.

“Wir sind stolz darauf, dass wir schon seit Jahrzehnten für die Teppichfirma tätig sein dürfen”, erzählte Bischofberger dem Publikum. “Heute kommen die Rohstoffe zwar per Container nach Mellau, aber den Transport der Fertigprodukte zu den Kunden oder zum Umschlagplatz am Land besorgen nach wie vor wir.”

Vielbestaunt wurde ein reichlich desolater Oldtimer, der zum Abschluss des Treffens von Oldtimer-Fans aus dem Oberland ersteigert wurde.
Vielbestaunt wurde ein reichlich desolater Oldtimer, der zum Abschluss des Treffens von Oldtimer-Fans aus dem Oberland ersteigert wurde.

Paukenschlag zum Abschluss

Als sich die Oldtimer-Fahrer für die Heimfahrt bereit machten, warteten der Oldtimer-Experte Toni Wüstner und Martin Metzler vom gleichnamigen Autohaus mit einem speziellen Spektakel auf: Sie versteigerten einen “Scheunenfund”.

Obmann Oskar Müller (r.) und Betriebsleiter Ernst Cavegn (l.) strahlen mit der Lok-Besatzung um die Wette – der Tag war ein Riesenerfolg.
Obmann Oskar Müller (r.) und Betriebsleiter Ernst Cavegn (l.) strahlen mit der Lok-Besatzung um die Wette – der Tag war ein Riesenerfolg.

Der Citroen CV 11 BL, Baujahr 1953, wurde 1992 ausgemustert und in einem Stadel abgestellt. Nun wurde er von Metzler wieder “ausgegraben” und die Idee einer Versteigerung entstand. Den Zuschlag erhielten Konstantin Gabriel und sein Vater Thomas, die mit ihrer Oldtimer-Ente nach Bezau gekommen waren. “Wir haben diese Ente wieder zum Laufen gebracht, und wir schaffen das auch bei diesem Modell”, äußerten sie zuversichtlich. STP