Skaten gegen die Normalität: Sozialarbeit und Skatershop setzen sich für Jugendliche ein

VOPS goes Pipeline: Die Initiative bringt Jugendsozialarbeit und Skatershop zusammen, um gemeinsam Projekte zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen umzusetzen.
Bregenz Das VOPS, ein niederschwelliges Angebot der Jugendsozialarbeit, richtet sich an Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren, die keine Schule besuchen, keine Ausbildung machen oder arbeitslos sind. In der Deuringstraße 9 in Bregenz können sie entweder abhängen oder sich beim fünfköpfigen Team Rat holen. Das VOPS wird vom Sozialministeriumsservice des Landes Vorarlberg unterstützt und ist ein Vormodul von “Ausbildungsfit”. Bevor die Jugendlichen “Ausbildungsfit” gemacht werden können, erklärt Leonie Frois, eine der Coaches des VOPS, müsse der steinige Weg dorthin bereinigt werden.

Die Jugendlichen bringen eine Vielzahl von Bedürfnissen und Problemen mit, angefangen von der selbständigen Alltagsgestaltung bis hin zur Bewältigung von Suchtkrankheiten und psychischen Erkrankungen. Die Hilfe des VOPS basiert auf einem vier Säulen Konzept: einer Wissenswerkstatt mit Workshops, Bewegungs- und Sportangeboten, dem Erlernen von Soft Skills wie dem Erstellen einer Einkaufsliste, Einzelcoaching und der Unterstützung bei Gerichtsterminen sowie Zielvereinbarungen.

Um die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen zu stärken, hat das VOPS eine Kooperation mit Carmelo Ozzimo eingegangen. Ozzimo betreibt den Pipeline Skatershop in Bregenz, der viele Kinder und Jugendliche anzieht und deren Respekt und Vertrauen genießt. Er pflegt einen wertschätzenden Umgang mit den Jugendlichen und bietet ihnen auch Ausbildungsmöglichkeiten an.

Der Pipeline Shop
Ozzimo erklärt, dass seine Kunden und Kundinnen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Kulturen in seinen Laden kommen. Sein Skatershop ist weit über die Szene hinaus bekannt. Obwohl der Verkauf natürlich eine Rolle spielt, steht dieser nicht im Vordergrund.

In den letzten Jahren sind seine Kunden und Kundinnen immer jünger geworden. Viele kommen aus den umliegenden Orten des Rheintals oder dem Bregenzerwald. Sie suchen nach Abwechslung von der Normalität und bei Ozzimo dürfen sie einfach sie selbst sein, ohne dass jemand mit dem Finger auf sie zeigt. Seit der Corona-Pandemie hat er zwei Räume zum “Chillen” eingerichtet. Die Situation für Kinder und Jugendliche hat sich seitdem zugespitzt. Viele Eltern sind häufig überfordert und die Jugendlichen haben teilweise ihren Weg verloren. Dies betrifft nicht nur Kinder aus benachteiligten Schichten, sondern auch solche aus dem aufstiegsorientierten Mittelstand, wie Ozzimo beobachtet hat.

VOPS goes Pipeline
Vor drei Jahren hat Ozzimo das Projekt “Wiedergeburt des Schaufensters (DWDS)” ins Leben gerufen. Sein Showroom kann von externen Gruppen angemietet werden, sei es von Künstlern oder von Leuten, die sich ausprobieren möchten. Für soziale Projekte stellt er den Raum kostenlos zur Verfügung.

Das VOPS wird nun für drei Wochen (Montag bis Donnerstag) den Showroom nutzen. An drei Freitagen werden verschiedene Events stattfinden, die das VOPS zusammen mit ihren Klienten und Klientinnen organisiert hat. Essen und Trinken sind kostenlos. Am 16. Juni gibt es einen Kick-Off mit einem Schminkworkshop und Zocken an der Playstation. Am 23. Juni findet eine Tauschbörse statt und am 30. Juni ist eine Party mit DJ, alkoholfreien Cocktails und tanzfreudigen Menschen geplant. VHA