Erfolgreicher zweiter Anlauf in Bezau

Bemerkenswertes Wohnbauprojekt “Lebelle”: Neubau mit Fokus auf Ressourcenschonung und Komfort.
Bezau In der Parzelle Ellenbogen in Bezau entsteht ein beeindruckendes Wohnbauprojekt, für das Mitte Mai eine Firstfeier geplant war. Allerdings kam es anders als erwartet, da ein Gewittersturm drohte, Schaden anzurichten. Die Feuerwehr musste sogar mit der Drehleiter ausrücken, um im letzten Augenblick die Abdeckungen zu sichern. Beim zweiten Versuch des Richtfests klappte es dann perfekt, und die Zimmerleute konnten den Firstbaum bei strahlendem Wetter und mit drei Wochen Verspätung aufstellen. Dabei bekam der Begriff “Firstfeier” eine wortwörtliche Bedeutung: Sie blieben in luftiger Höhe für den traditionellen Umtrunk und genossen den Abend bei einer exklusiven Feier auf dem First des Kreuzgiebels.

Neubau statt Sanierung
Der Großteil der Handwerker und zahlreiche Festgäste blieben derweil auf dem Boden, während der Planer Ralph Broger, der das Projekt zusammen mit Zimmerer Kaspar Greber realisiert hat, die Gelegenheit nutzte, das Projekt Lebelle – eine Wortschöpfung aus “Leben im Ellenbogen” – ausführlich zu erläutern.

Ressourcenschonung im Fokus
“Wir sind ständig auf der Suche nach Objekten”, erklärt Broger, “die sich für eine Sanierung eignen und bei denen der Eigentümer offen für diese Lösung ist und Ressourcen geschont werden können.” Dieses Konzept wurde bereits vor einigen Jahren erfolgreich beim Projekt Komot umgesetzt, das knapp 300 Meter vom neuen Projekt entfernt liegt. Doch beim Lebelle stellte sich die Situation anders dar: “Das über 200 Jahre alte Haus befand sich in einem desolaten Zustand, und nach sorgfältiger Untersuchung kamen wir zu dem Schluss, dass eine Sanierung keinen Sinn ergibt.”

Dem Altbau nachempfunden
Dennoch lag das Hauptaugenmerk von Broger und Greber weiterhin auf der konsequenten Ressourcenschonung. Daher entschieden sie sich für den Abriss des Objekts und einen vollständigen Neubau, wobei der Holzbau eine zentrale Rolle spielte. Der Neubau wurde äußerlich dem ursprünglichen Gebäude nachempfunden, jedoch an moderne Standards angepasst.

“Bereits jetzt ist erkennbar”, erklärt Broger, “dass es kaum einen Unterschied zum ursprünglichen Gebäude geben wird. Wir haben den Neubau mit dem gleichen Grundriss geplant und auf der Ostseite um einen Flügel erweitert. Dadurch konnten wir das vorhandene Grundstück von rund 1400 Quadratmetern optimal nutzen und im neuen Gebäude 13 Wohnungen unterbringen – eine davon wird vom ehemaligen Besitzer bezogen, der zuletzt allein in dem großen Haus lebte.”

Mit allem Komfort ausgestattet
Der Neubau, ein Haus mit ausschließlich Eigentumswohnungen, wird im kommenden Jahr fertiggestellt und bietet gegenüber einer verworfenen Sanierung viele Vorteile in Bezug auf die ursprüngliche Struktur.

Das Gebäude konnte mit einer Tiefgarage unterkellert werden, und die Raumhöhen wurden an moderne Standards angepasst. Die Beheizung des Objekts erfolgt durch Nahwärme aus dem Bezauer Biomasse-Heizwerk. Im Betonkern des größtenteils aus Holz errichteten Gebäudes wurde ein Aufzug installiert. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 30 kWpic zur Stromversorgung sowie eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung. Broger erklärt: “Alle ideal geneigten Dachflächen werden zur Energiegewinnung genutzt.” STP