Sektempfang statt Bauarbeiten

Die Gemeindevertretung Gaißau überraschte Bürgermeister Reinhold Eberle zum 20-Jahr-Jubiläum.
GAIßAU Vor 20 Jahren, im Mai 2003, hat Reinhold Eberle (ÖVP) die Nachfolge von Helmut Egelhofer als Bürgermeister von Gaißau angetreten. Das war unlängst Anlass für einen kurzen Umtrunk im Gemeindeamt mit dem gesamten Team. Dass die Gemeindevertretung eine weitere Überraschung geplant hatte, wurde dem Gemeindeoberhaupt aber verschwiegen.

Deshalb war der Jubilar nach Feierabend auch keineswegs auf Feiern eingestellt. Zwar sollte ihn Gattin Elke in Absprache mit der Organisatorin, Vizebürgermeisterin Judith Lutz, zu einem Spaziergang überreden, der Bürgermeister aber wollte unbedingt im Keller werken. Eberles tauschen gerade die alte Ölheizung gegen eine umweltfreundliche Wärmepumpe. Deshalb wollte er die Mauer der Ölauffangwanne um die überflüssigen Öltanks im Keller abtragen. Nun griff Vizebürgermeisterin Lutz zu einer List. Sie berichtete dem Gemeindechef, dass vor dem neu errichteten St. Josefshaus lautstark gestritten werde und er bitte zum Schlichten kommen sollte.

Überraschter Bürgermeister
„Da wird gerade asphaltiert und ich dachte, vielleicht gibt es deswegen ein Problem“, erläuterte der von seiner Arbeit abgehaltene Gemeindepolitiker. Beim Eintreffen am „Tatort“ war ihm die Überraschung anzusehen. Dass sich Mandatare aller drei in der Gemeinde aktiven Fraktionen (ÖVP, SPÖ, FPÖ) samt Gemeindesekretär Michael Hartenstein zu seinem 20-Jahr-Jubiläum eingefunden hatten und ihn mit Applaus begrüßten, verschlug ihm erst einmal die Sprache. Erst nach einer Nachdenkpause bedankte sich der Bürgermeister für die Überraschung und vergaß nicht, auf seine doch etwas feucht gewordenen Augen zu verweisen.

Zahlreiche Vorhaben umgesetzt
Rasch wechselte die Versammlung in den Saal des Heim-Neubaues der Stiftung Liebenau zum Sektempfang. Hier erinnerte die Vizebürgermeisterin an die zahlreichen Projekte und Vorhaben, die während der vergangenen 20 Jahre umgesetzt werden konnten. Zu den 166 Sitzungen der Gemeindevertretung, zahlreichen Ausschüssen sowie regionalen und überregionalen Verpflichtungen gab es eine lange Liste aufzuzählen, vom Brückenfest über Kinderhaus, Sanierung Gemeindeamt, Sportanlage, Gestaltung Alter Rhein und Rheinspitz, Entwicklungsplanung und vielem mehr. Dazu kommen viele Kontakte zu den Gaißauerinnen und Gaißauern sowie die stets sachliche und lösungsorientierte Kommunikation.

Gute Zusammenarbeit
Reinhold Eberle freute sich sichtlich über das Lob. Er betonte, dass all die Projekte nicht ein Bürgermeister allein umsetzen konnte. Die erfreulich gute Zusammenarbeit in der Gemeindevertretung habe wesentlich zur positiven Entwicklung von Gaißau beigetragen. Für die SPÖ-Fraktion fand sich Egon Gmeiner mit einem Präsent zur Gesundheitsförderung ein. Man sei zwar nicht immer der gleichen Meinung gewesen, habe aber doch nach Diskussionen miteinander gearbeitet.

Die störende Mauer im Keller des Familienhauses wird halt etwas später entfernt. „Das geht leicht, das ist nur ein 12er-Mäuerchen“, lacht Reinhold Eberle. Er will übrigens die kommenden zwei Jahre bis zur nächsten Gemeindewahl noch durchhalten. AJK