Lingenauer Betriebe stellten sich vor

Ein Dutzend Firmen boten Einblicke in ihre Arbeit und als wahres Kleinod wurde „Altes Handwerk“ präsentiert.
Lingenau Im Gewerbegebiet von Lingenau, wo sich in den vergangenen Jahren eine Reihe von Firmen angesiedelt hatten, organisierte die Handwerkerzunft Lingenau einen informativen Rundgang und lud die Bevölkerung zum „1. Tag der offenen Lingenauer Betriebe“ ein.

Unter dem Slogan „Kumm iar“ gab es einen Infostand der Zunft, die seit dem Jahr 2020 von Baumeisterin Cornelia Faißt geführt wird. Neben den teilnehmenden Firmen informierte auch die Gemeinde Lingenau die Besucherinnen und Besucher. Weiters standen Lehrlings- und Kinderwerkstätten, Arbeits- und Lehrstelleninformation und die Vorstellung des Biomasse Heizkraftwerks auf dem Programm. Zum Abschluss bekamen die Gäste die Gelegenheit zu einem gemütlichen Hock mit Lingenauer Produkten.

Alte Werkstatt
An die gute alte Zeit wurde mit einem wahren Kleinod des Handwerks erinnert: Die ehemalige Schreinerei Sutterlüty öffnete für diesen speziellen Tag noch einmal die Werkstatttür. Das Besondere daran: Diese Tischlerei wurde mit dem Tod von Konrad Sutterlüty geschlossen, die Werkstätte blieb seit 45 Jahren jedoch unverändert. Jetzt wurde das „Museum“ interessierten Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht. Nicht nur die „altertümlich“ anmutenden Einrichtungen wie die Werkbank mit ihrem Antrieb über Elektromotor samt Transmissionsriemen oder der Ofen zum Erhitzen des Leims lösten vor allem bei jüngeren Gästen Erstaunen aus.

Viele Kuriositäten
Neben der Ehrenurkunde des 1978 im Alter von 74 Jahren verstorbenen Tischlermeisters, der 1969 für 39 Jahre Berufsausübung als Meister geehrt wurde, waren auch viele Kuriositäten zu sehen, denn der Tischlermeister Friedrich Vögel, seit Kurzem in Pension, hat seine einzigartige Sammlung von Werkzeugen präsentiert. Mehr als 100, zum großen Teil von ihm selbst entwickelte, Spezialhobel wurden vom ihm erläutert. Die Liebe zum Tischlerhandwerk hat Friedrich Vögel beim Schnuppern in der Werkstatt seines Nachbarn Konrad Sutterlüty entdeckt – seine erste Einlegearbeit, die er damals fertigte, hält er bis heute in Ehren.

Zu sehen waren auch einzigartige „Eintrittskarten“ für das Musikfest 1975. Tausende Karten waren aus Holz gefertigt worden. Und Konrad Sutterlüty hatte vor mehr als 60 Jahren seinen Kunden auch einen Kostenvergleich erläutert: Als damals ein Bier drei Schilling kostete, war eine Fensterverglasung bei ihm um etwa 20 Schilling zu bekommen.

Wiederholung im Fokus
Der Erfolg von „Kumm iar“ hat die Handwerkerzunft Lingenau dazu ermutigt, eine Wiederholung der Veranstaltung ins Auge zu fassen. Angedacht ist eine ähnliche Aktion der Betriebe im Bereich Hof/Oberer Strich in Lingenau . STP
