Sie hat die Volkshochschule Bludenz in den vergangenen Jahren geprägt

Elisabeth Schwald hat wesentlich zur Erfolgsgeschichte der VHS Bludenz beigetragen.
Bludenz Das Motto der Volkshochschule Bludenz lautet: Bildung ist unsere Leidenschaft. Dieses Motto verkörpert Elisabeth Schwald, die langjährige Geschäftsführerin dieser erfolgreichen Institution, wie kaum jemand. „Ich bin sozusagen die Verkörperung des Begriffs ‚Lebenslanges Lernen‘“, erklärt die renommierte Pädagogin.
Die Geschäftsführung der Volkshochschule Bludenz hat sie mit 1. März an Patrick Burtscher abgegeben. „Mein Ziel war es eigentlich, die Volkshochschule zu leiten, bis ich 75 Jahre alt bin. Aber dann kam es doch anders. Ich bin intensiv in die Betreuung meiner fünf Enkel eingebunden, das ist meine liebste und wichtigste Aufgabe, und ich habe wieder ein Studium begonnen“, führt die Expertin für Erwachsenenbildung aus.
Freude am Lernen wecken
Elisabeth Schwald wurde in Lienz geboren. Dort besuchte sie auch ein naturwissenschaftliches Gymnasium mit dem Schwerpunkt auf Chemie, Physik und Mathematik: „Meine Mutter hatte mich in einem Beruf als Verkäuferin gesehen. Als ich dann jedoch die Matura mit lauter ‚Sehr gut‘ ablegte, war auch sie davon überzeugt, dass ich studieren solle.“ Die ehrgeizige junge Frau entschied sich für das Lehramtsstudium in Deutsch und Englisch an der Universität Innsbruck. „Ich habe mir zuerst gedacht, ich studiere Medizin, aber das Lehramt schien mir familienfreundlicher. Diese Entscheidung habe ich nie bereut. Ich habe immer sehr gerne und mit Leidenschaft unterrichtet.“
Beim Unterrichten sei es ihr nie nur um reine Wissensvermittlung gegangen, sondern hauptsächlich darum, die Neugierde und Freude am Lernen zu wecken: „Literatur und Sprachen sind ein weites Feld. Je besser ich eine Fremdsprache beherrsche, desto leichter kann ich mich in eine fremde Kultur hineinversetzen und bekomme somit nachhaltigere Eindrücke.“ Es liege ihr nicht an der Vermittlung von reinem Faktenwissen, sondern vielmehr an einer grundsätzlich humanistischen Bildung.

Pionierin in Erwachsenenbildung
Die Leidenschaft für eine weltoffene Wissensvermittlung prägte neben ihrem Unterricht am Bundesgymnasium Bludenz auch ihre Funktion an der VHS Bludenz. Dieses Institut wurde Ende 1988 gegründet, ein halbes Jahr später starteten die ersten Kurse, und die engagierte Pädagogin war bereits dabei: „Wir haben damals mit der Bludenzer Sommerschule begonnen. Die Intention lag vor allem darin, Schüler durch Wiederholungsprüfungen zu bringen. Mit diesem Format waren wir Pioniere in ganz Vorarlberg.“ Das Angebot der Sommerschule wurde sodann sukzessive erweitert und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Die Fächer Deutsch und Englisch unterrichtete Elisabeth Schwald zudem auch in Kursen für die Beamtenaufstiegsprüfung, die damals angeboten wurde: „Einmal hatte ich sogar einen Kurs mit 60 Personen. Das war schon eine Herausforderung.“ Doch Herausforderungen bewältigt die Bildungsfachfrau mit viel Tatkraft, Innovationsgeist und einer Portion Humor.
Vor 22 Jahren übernahm sie an der VHS schließlich die Bereichsleitung für Sprachen, ihrem spezifischen Fachgebiet. Vier Jahre später, nach ihrer Promotion im Fach Gemanistik, folgte die Übernahme der inhaltlichen Leitung: „Ich habe diese Funktion von Gerhild Strappler übernommen und mit Elan an der Weiterentwicklung des Programms gearbeitet. So hat die VHS Bludenz mit einem kleinen, aber feinen Weiterbildungsprogramm gestartet, mittlerweile werden bis zu 250 Kurse angeboten – und diese in möglichst vielen Sparten. Es war uns auch von Anfang an ein wichtiges Anliegen, kostengünstige Angebote für jeden Interessierten bieten zu können.“
Die VHS erhält zwar Subventionen von Bund und Land, 80 Prozent werden jedoch eigenfinanziert. Elisabeth Schwald zählt sicherlich zum Urgestein der VHS Bludenz, vor 18 Jahren übernahm sie die Gesamtleitung und schloss zugleich ihr Diplom in Bildungsmanagement für Erwachsenenbildung an der Weiterbildungsakademie ab.
Herausforderungen und Highlights
Besondere Herausforderungen bildeten die Flüchtlingswelle im Jahr 2015 und die Corona-Pandemie: „Das waren sehr turbulente Zeiten für uns.“ Zu den schönsten Erlebnissen zählen neben den Erfolgen der Teilnehmenden an diversen Prüfungen unter anderem Studienreisen nach Kopenhagen, Malmö, Brüssel und Straßburg. Aber auch die Angebotserweiterung der VHS mit der Schiene „Lehre und Matura“ und das Erfolgsformat „Wege zum Weltwissen“, das mittlerweile in geänderter Form unter dem Titel „Salonvorträge“ stattfindet, zählt Elisabeth Schwald zu den Highlights ihrer VHS-Tätigkeit. Ganz besonders stolz ist sie zudem auf das erworbene Qualitätszertifikat: „Die VHS Bludenz darf sich seit einigen Jahren als Qualitätsanbieter in Sachen Erwachsenenbildung bezeichnen.“ Dem Motto der VHS „lebenslanges Lernen“ bleibt die Bludenzerin auch selbst treu. So absolviert sie derzeit das universitäre „Studium Generale“: „Ich finde das Eintauchen in für mich völlig neue Wissensgebiete überaus spannend, aber auch herausfordernd.“ BI