Welche Wege man in der Tourismusbranche einschlagen will

Heimat / 21.04.2022 • 20:00 Uhr
Welche Wege man in der Tourismusbranche einschlagen will
Schule und Verbände gaben bei der Kuratoriumssitzung der Berufsschulen Bludenz und des Lehrhotels Rätia kleine Einblicke in zukunftsweisende Projekte. sms

Die Tourismusschulen Bludenz und das Lehrhotel Rätia luden zur Kuratoriumssitzung.

Bludenz Wie können Tourismus und Gastronomie attraktiv bleiben? Dieser Frage sieht sich nicht nur die Branche im Allgemeinen gegenüber, sondern auch die Tourismusschulen. Nicht zuletzt durch die Unsicherheiten der Coronapandemie hat dieser Gewerbebereich gelitten, wie auch die Direktorin der Tourismusschulen Bludenz, Kathrin Leitner, anlässlich der Kuratoriumssitzung am vergangenen Mittwoch zu berichten weiß: „Das aktuelle Schuljahr haben wir mit jeweils einer Klasse begonnen. In den Jahren zuvor waren es noch je zwei.“

Doch will sich die Direktorin nicht mit Bedauern aufhalten. Viel mehr suche man gezielt den Dialog mit den Schülern und den Betrieben, um die beruflichen Möglichkeiten, die sich in der Gastronomie und Hotellerie bieten, hervorzuheben. „Dafür haben wir zum Beispiel die Idee eines Marktplatzes für Schüler und Betriebe ins Leben gerufen. In diesem Rahmen soll ein gezieltes Kennenlernen und Austauschen ermöglicht werden“, erzählt Kathrin Leitner. Aber auch Workshops mit ehemaligen Schülern und Experten aus der Branche seien geplant. „Die Schüler sollen die Möglichkeit erhalten, ihr Wissen in einzelnen Bereichen gezielt zu vertiefen.“

Die Kuratoriumsmitglieder und geladenen Gäste tauschten sich mit den Schülern aus.
Die Kuratoriumsmitglieder und geladenen Gäste tauschten sich mit den Schülern aus.

Investitionen in die Zukunft

Nach der Begrüßung durch die Direktorin hatten die geladenen Gäste und Kuratoriumsmitglieder die Möglichkeit, sich einige der Unterrichtsräume anzusehen und sich mit den Schülern, die den Abend kulinarisch begleiten und gestalten durften, auszutauschen.

Beim offiziellen Teil der Kuratoriumsitzung berichtete Markus Felbermayer (Vital-Zentrum Felbermayer in Gaschurn), Präsident des Kuratoriums, von den Neuerungen der vergangenen Monate. So haben die Tourismusschulen Bludenz zum Beispiel neben dem Ausbau des Distancelearnings auch in individuelle Lernbegleitungen zur Förderung der Schüler, in die Öffentlichkeitsarbeit und eine Onlinelösung für die Mittagsbestellung investiert. Auch personell habe sich einiges getan, wie Markus Felbermayer anmerkte. „Unser ehemaliger Direktor, Klaus Mähr, genießt gerade sein Sabbatical, bevor er seinen wohlverdienten Ruhestand antritt“, sagt er und bedankt sich bei Klaus Mähr noch einmal für die 25 Jahre hervorragende Arbeit an den Tourismusschulen Bludenz. „Ich freue mich, dass wir mit Kathrin Leitner in Zukunft eine intensive Zusammenarbeit mit den Betrieben anstreben dürfen.“

An der Bar sprechen die Schüler mit den Gästen über die Herausforderungen durch die Coronapandemie.
An der Bar sprechen die Schüler mit den Gästen über die Herausforderungen durch die Coronapandemie.

Eine Branche im Umbruch

Den Herausforderungen der Zukunft stelle man sich auch bei Montafon Tourismus, wie Manuel Bitschnau, Geschäftsführer von Montafon Tourismus in seinem Vortrag betonte. „Wir sehen uns einem massiven Arbeitskräftemangel gegenüber. In die Wintersaison sind wir mit einem Minus von 20 Prozent gestartet. Dem gilt es entgegenzusteuern.“ Destination und Betriebe seien also gefordert, nicht nur für ihre Gäste attraktiv zu sein, sondern auch für die Mitarbeiter und die Einheimischen. Um das zu erreichen, habe man elf Arbeitspakete ausgearbeitet. So sollen sowohl die Standards für Mitarbeiter angehoben und festgelegt werden, als auch weiter in Kooperationen mit Schulen sowie sozialen und politischen Leistungsträgern investiert werden.

Ähnliche Ziele verfolgt die Tourimusstrategie der Wirtschaftskammer Vorarlberg, wie Kerstin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin der Sparte Tourismus & Freizeitwirtschaft erklärte: „Wir müssen in vielen Bereichen in eine nachhaltige Entwicklung investieren.“

Judith Sauerwein von der Bildungsdirektion Süd überreichte dem neuen Fachvorstand der Tourismusschulen Bludenz, Hermann Kölly, die Bestellungsurkunde.
Judith Sauerwein von der Bildungsdirektion Süd überreichte dem neuen Fachvorstand der Tourismusschulen Bludenz, Hermann Kölly, die Bestellungsurkunde.

Eine ehrenvolle Tätigkeit

Dass sich Investitionen in die Zukunft lohnen, davon kann Hermann Kölly berichten. Er ist ein alter Hase in der Branche und hat im Laufe seiner Karriere viele Veränderungen und Neuerungen erlebt. Die wichtigste Investition in die Zukunft sieht er vor allem in der kommenden Generation, „der Generation Zorro“, wie er sie nennt. Nicht zuletzt deswegen hat er wohl seine Berufung auch in den Tourissmusschulen Bludenz gefunden, wo er in der Vergangenheit die heutige Direktorin oder den Bludenzer Bürgermeister, Simon Tschann, unterrichtet hat. Seit Anfang des Schuljahres ist er als neuer Fachvorstand der Tourismusschulen Bludenz tätig. Judith Sauerwein von der Bildungsdirektion Süd hatte am Mittwoch die Ehre, ihm am Ende der Sitzung die offizielle Bestellungsurkunde zu überreichen.