Wie sich das Selbstbild verändern lässt

Heimat / 24.03.2022 • 10:00 Uhr
Wie sich das Selbstbild verändern lässt
Die Ausstellung „Ich bin schön“ zeigt natürliche Schönheit in ihren vielen Facetten. Carola Eugster/Kristina Sprenger

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, heißt es. Eine Ausstellung in der Villa Falkenhorst verändert Blickwinkel.

Thüringen Schauspielerin Sharon Stone meinte einst: „Es ist gar nicht so leicht, so schön zu sein, wie man aussieht.“ Tatsächlich fällt es wohl den wenigsten Frauen leicht, sich selbst schön zu fühlen. Diverse Studien belegen sogar, dass sich rund 25 Prozent der Frauen bei der Beurteilung ihres Körpers irren.

Kein Wunder, immerhin gaukeln mit Photoshop bearbeitete Werbeplakate und mit Filtern überlagerte Fotos in den Medien ein Idealbild vor, das es in der Realität weder gibt noch zu erreichen ist.

Visagistin Kristina Sprenger ist eine von wenigen, die Bodypainting als einen therapeutischen Ansatz nutzt.
Visagistin Kristina Sprenger ist eine von wenigen, die Bodypainting als einen therapeutischen Ansatz nutzt.

Das Selbstbild verändern

Wie Schönheit in der Realität aussieht, zeigt ab morgen, Freitag, die Fotoausstellung mit dem Titel „Ich bin schön“ von Fotografin Carola Eugster aus Bludesch und Visagistin Kristina Sprenger aus Triesen (Liechtenstein) in der Villa Falkenhorst in Thüringen.

„Wir sind der Frage nachgegangen, ob und in welcher Art und Weise ein Bodypainting kombiniert mit einem Fotoshooting das Selbstbild verändern kann“, erklärt die Kristina Sprenger. Die Liechtensteinerin studiert derzeit intermediale Kunsttherapie.

Termine

Fotoausstellung „Ich bin schön“

in der Villa Falkenhorst in Thüringen

Vernissage Freitag, 25. März

Finissage Donnerstag, 14. April

Die Idee für das Projekt sei vor rund drei Jahren entstanden, wie Carola Eugster erzählt: „Ich wollte schon länger ein Projekt im Bereich der Aktfotografie umsetzen.“ Aus Erfahrung weiß sie, dass es nicht viele gibt, die sich für solch intime Aufnahmen entscheiden. „Viele finden die Idee an sich toll, verschieben das Vorhaben aber immer wieder auf, weil sie sich nicht wohlfühlen.“ Hier setzt Kristina Sprenger mit ihrem Bodypainting an. „Die Farbe soll den Models das Gefühl von völliger Nacktheit nehmen“, erklärt die Visagistin.

Fotografin Carola Eugster will Frauen ermutigen, sich nicht zu verstecken.
Fotografin Carola Eugster will Frauen ermutigen, sich nicht zu verstecken.

Positive Wirkung nachgewiesen

Um die Wirkung des Bodypaintings beziehungsweise Fotoshootings sichtbar zu machen, haben die teilnehmenden Frauen sowohl vor als auch nach dem Shooting einen Fragebogen ausgefüllt.

„Alle haben dabei angegeben, sich nach dem Termin selbstbewusster zu fühlen“, freut sich die Visagistin. „Eine Teilnehmerin hat mir sogar erzählt, dass bei ihr diese Nachwirkung über zwei Jahre angehalten hat“, fügt die Fotografin an und weist darauf hin, dass die Models ihre Fotos bisher selbst noch nicht gesehen haben.

Insgesamt acht Frauen haben an diesem besonderen Projekt teilgenommen. Um möglichst eine große Bandbreite natürlicher Schönheit abzudecken, haben die Projektpartnerinnen keine professionellen Models für das Shooting angefragt. „Uns ist es ein wichtiges Anliegen, die Vielseitigkeit von Frauen und ihren Körpern zu zeigen“, sagt Carola Eugster. Entstanden sind ausdrucksstarke Bilder, die eine Vielfalt an Schönheit abdecken, „denn jede Frau ist schön“, betont die Fotografin.