Warum sie sich für das Montafon engagiert

Christine Vergud setzt sich mit viel Umsicht für das Montafon und seine Produkte ein.
ST. GALLENKIRCH Christine Vergud ist als Leiterin des Vereinsbüros von Bewusstmontafon in ihrem Element. Das Montafon und dessen Bewohner liegen ihr am Herzen. 1995 wurden erste Konzepte zur regionalen Vermarktung erstellt. Vor 25 Jahren wurde der Verein in der heutigen Form gegründet. Die gemeinsame Vermarktung der regionalen Produkte war und ist das Hauptziel des Vereins.
Wofür steht Bewusstmontafon?
VERGUD Der Verein Bewusstmontafon steht für die offizielle Zusammenarbeit der Landwirtschaft, der Gastronomie und dem Handel im Montafon. Die Bewusstseinsbildung von Einheimischen und Gästen sowie die Produktion von echten, regionalen Produkten stehen dabei im Vordergrund. Wobei Bewusstseinsbildung auf vielen Ebenen erfolgen kann. Wir versuchen, durch Veranstaltungen, Druckwerke und Social Media auf uns aufmerksam zu machen.
Können Sie die sechs Arbeitsgruppen des Vereins kurz beschreiben?
VERGUD In der AG Alpen & Sura Kees dreht sich alles um das Montafoner Leitprodukt Sura Kees. Es werden Veranstaltungen wie das Käseanschnittfest, der Buratag, Alpmessen, Märkte sowie Qualitäts- und Hygieneschulungen durchgeführt. Die AG Montafoner Landwirtschaft engagiert sich für zwei Tierrassen, nämlich das Montafoner Steinschaf und dem Original Montafoner Braunvieh. Diese beiden Rassen waren bis vor wenigen Jahren vom Aussterben bedroht. Durch viel Engagement, besonders von den jungen Landwirten, konnten sich die Bestände wieder erholen. In der AG Bäuerinnenbuffet werden kulinarische Köstlichkeiten aus der Region zu abwechslungsreichen Buffets für diverse Anlässe verarbeitet. Das Montafoner Genusskistle beinhaltet eine schöne Auswahl an typischen Montafoner Köstlichkeiten. Die Produktion der Holzkistle und der Vertrieb führen wir in Kooperation mit der Caritas Montafon durch. Unsere AG Marketing ist für die Homepage, Social Media, Druckwerke und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Inwiefern spielt die Regionalität bei Bewusstmontafon eine Rolle?
VERGUD Für uns ist Regionalität der Kernpunkt unserer Arbeit. „Bewusstmontafon – regional von Berg und Tal“, so lautet unser Slogan. Nur Produkte, die unsere Kriterien erfüllen, dürfen das Bewusstmontafon-Logo führen. Unser Sortiment ist vielleicht nicht exotisch, dafür sind die Produkte regional, ehrlich und gesund. Auch die artgerechte Haltung der Tiere ist ein wichtiger Aspekt. Im Montafon gibt es viele Alpen, auf denen die Tiere den Sommer verbringen dürfen und somit zum Erhalt der Kulturlandschaft beitragen.
Sie haben vor sechs Jahren die Leitung des Vereinsbüros übernommen. Was sind Ihre Aufgaben?
VERGUD Meine Aufgabe ist die Koordination und Unterstützung der einzelnen Arbeitsgruppen in allen Belangen. Neben der normalen Verwaltungsarbeit bin ich zusätzlich für den Bereich Social Media und die Organisation der Vereinsveranstaltungen zuständig. Es gibt immer wieder neue und spannende Aufgaben, die dazukommen. Das macht auch den Reiz für mich aus.
Sie führen Qualitätskontrollen direkt bei den Produzenten durch. Wie gehen Sie dabei vor?
VERGUD Das ist ein schöner Teil meiner Arbeit. Ich darf unsere Produzenten besuchen und bewerte nach einer Kriterienliste die Produkte vor Ort. Damit die Wertschöpfung im Tal bleibt, soll die Produktion im Montafon erfolgen. Auch die Hauptbestandteile müssen aus dem Montafon kommen.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Erzeugern?
VERGUD Ich empfinde die Zusammenarbeit als angenehm. Dadurch, dass ich hier aufgewachsen bin, kenne ich die Mentalität. Wir pflegen ein offenes Gesprächsklima, für Wünsche und Anregungen bin ich immer offen. Viele sind engagiert und tüfteln immer wieder Neues aus. Ich habe auch keine fixen Bürozeiten festgelegt, so kann es schon mal passieren, dass wir spät abends oder am Wochenende noch telefonieren oder Mails schreiben.
Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial bei Bewusstmontafon?
VERGUD Wir haben viele tolle Produzenten und Betriebe im Montafon. Synergien müssen stärker genutzt beziehungsweise ausgebaut werden. Die Regionalität im Tourismus und die Positionierung als Genusstal fände ich spannend. BI