Das Kinderdorf baut aus

Heimat / 29.12.2021 • 21:11 Uhr
Das Vorarlberger Kinderdorf errichtet im St. Antoniusweg in Wolfurt zwei Häuser. Architekturbüro Dieter Gross, VOKI
Das Vorarlberger Kinderdorf errichtet im St. Antoniusweg in Wolfurt zwei Häuser. Architekturbüro Dieter Gross, VOKI

In Wolfurt werden zwei neue Wohnhäuser mit Platz für bis zu 20 Kinder errichtet.

Wolfurt, BRegenz Das Vorarlberger Kinderdorf bekommt eine neue Zweigstelle. In Wolfurt werden zwei Wohnhäuser für familiäre Wohngruppen errichtet. Der Baustart ist erfolgt. Die Fertigstellung soll im Frühjahr 2023 erfolgen.

„Wir stellen fest, dass die Wohngruppen, die außerhalb des Kinderdorfs Kronhalde sind, gut funktionieren. Wichtig ist, dass die Kinder in einem ortsüblichen Umfeld aufwachsen, und das ist an solchen Standorten einfach gegeben. Für die Kinder ist es dadurch leichter, sich in der Gemeinde sozial zu integrieren, was ein wichtiger Faktor für die gute Entwicklung der Kinder ist“, sagt Kinderdorf-Geschäftsführer Simon Burtscher-Mathis. Das Projekt ist nicht das erste seiner Art in Vorarlberg. In Feldkirch und Lochau werden bereits zwei familiäre Wohngruppen betrieben. „Die Häuser sind im Prinzip ident. Der einzige Unterschied ist, dass wir jetzt zwei nebeneinander bauen“, ergänzt Burtscher-Mathis.  

Nachfolgemodell

Die Kinderdorf-Häuser in Wolfurt entstehen im St. Antoniusweg. In den beiden Wohngruppen finden jeweils acht bis zehn Kinder ein neues Zuhause. Der vormalige Eigentümer hat das Grundstück vor Jahren dem Kinderdorf vererbt. „Das hilft uns natürlich sehr. So ein Projekt wäre sonst gar nicht möglich“, merkt der neue Geschäftsführer an.

Die familiäre Wohngruppe gilt als das Nachfolgemodell der klassischen Kinderdorffamilie mit vier bis fünf Kindern. Ursprünglich gab es zwölf Kinderdorffamilien im Kinderdorf Kronhalde, aktuell sind es noch fünf. Simon Burtscher-Mathis ergänzt: „Die Kinderdorffamilie ist in der heutigen Zeit immer schwieriger umsetzbar, weil es praktisch keine Frauen mehr gibt, die sich als Kinderdorfmütter ein Leben lang engagieren. Darüber hinaus haben sich die Betreuungsbedarfe der Kinder verändert.“

In den familiären Wohngruppen werden die Kinder von einem Team aus Sozialpädagogen, Pädagogen, Psychologen oder Sozialarbeitern betreut. Die Betreuer arbeiten im Radldienst. „Dadurch haben die Kinder trotzdem ihre fixen Bezugspersonen. Es ist eine familienähnliche Struktur, aber organisiert um ein professionelles Team“, erläutert Simon Burtscher-Mathis. vn-ger

„Die Kinder sind gut in das Sozialleben der Gemeinde integriert.“