6,9 Millionen für Kleinkraftwerk

Heimat / 27.07.2021 • 18:44 Uhr
In diesem Bereich zwischen Zürs und Lech am Arlberg wird der Bau eines Kleinkraftwerks umgesetzt. VN
In diesem Bereich zwischen Zürs und Lech am Arlberg wird der Bau eines Kleinkraftwerks umgesetzt. VN

Lecher Gemeindeväter beschließen neuen Kraftwerksbau und nehmen vkw mit an Bord.

Lech, Zürs Ungeachtet der auf Hochtouren laufenden Bauarbeiten des längere Zeit umstrittenen Gemeindezentrums fassten die Gemeindeväter von Lech in ihrer jüngsten Sitzung einen neuen Grundsatzbeschluss für eine kräftige Investition. Dabei geht es um die Errichtung eines Kleinkraftwerks zwischen Zürs und Lech (Grafik). Der Kostenpunkt liegt bei 6,9 Millionen Euro. In der Gemeindesitzung im Sportpark hatte das Thema für längere Diskussionen gesorgt. Vor allem eine mögliche Beteiligung der Vorarlberger Kraftwerke AG (vkw) war beispielsweise Gemeinderat Thomas Eggler ein Dorn im Auge. Eggler rechnete seinen Kollegen in der Gemeindevertretung nämlich vor, wie viel Geld die vkw mit einer Beteiligung schlussendlich lukrieren würde, das sonst in die Gemeindekasse fließen würde.

Zweistündige Diskussionen

Nach einer zweitstündigen Debatte um das Für und Wider einigte man sich mit vierzehn zu vier Gegenstimmen auf einen Grundsatzbeschluss, in dem auch ein Strombezugsrecht der vkw für 35 Jahre enthalten ist, zeigt sich Bürgermeister Stefan Jochum im VN-Gespräch erleichtert, dass das Vorhaben nun auf Schiene ist. „Ich bin froh, dass dieses zukunftsweisende Projekt in Sachen Energieautonomität und ökologischem Tourismus nun gebaut wird.“ Was allerdings noch nicht in trockenen Tüchern ist, ist die Finanzierung. Definitiv sei derzeit lediglich eine Coronaförderung für das Vorhaben in der Höhe von 900.000 Euro. Ob die vkw am Projekt beteiligt werde, stehe derzeit nicht fest. Für Jochum, der die vkw zwar hörbar gerne mit an Bord hat, steht jedoch so gut wie fest: „Beteiligt werden die vkw am Projekt nicht sein.“ Der Startschuss für den Bau des Kleinkraftwerks, das ein Regelarbeitsvermögen von sieben Millionen Kilowattstunden (Jahresstromverbrauch von rund 1.750 Haushalten) aufweist, soll bereits im September erfolgen, sagt dazu Markus Mähr vom Koblacher Ingenieursbüro Breuß und Mähr.

Zuschlag ging an Jäger Bau

Mähr, der die Umsetzung des Vorhabens federführend leitet, gibt sich optimistisch, das die Fertigstellung des Kraftwerksprojekts im Februar 2023 erfolgen kann. Was die Bauarbeiten wie beispielsweise die Verlegung des Druckrohrs betrifft, so erhielt die Firma Jäger Bau bei der jüngsten Gemeindesitzung den Zuschlag. VN-TW

„Wir haben damit ein zukunftsweisendes Projekt für unsere Gemeinde beschlossen.“

6,9 Millionen für Kleinkraftwerk

Zahlen zum Kraftwerk

Errichtungskosten 6,9 Millionen Euro

Betreiber und Eigentümer Gemeinde Lech

Regelarbeitsvermögen rund 7 Millionen Kilowattstunden

Baustart September 2021

Fertigstellung Februar 2023