Altbürgermeister feierte 85. Wiegenfest

Alois Nachbaur leitete 25 Jahre die Geschicke der Gemeinde Fraxern.
Fraxern Kürzlich feierte ein bedeutender Bürger der Gemeinde Fraxern seinen 85. Geburtstag. Kurz vor Kriegsbeginn in Fraxern geboren, erlebte Altbürgermeister Alois Nachbaur den 2. Weltkrieg noch als Schüler. Neben dem Schulbesuch musste er bereits tatkräftig in der Landwirtschaft und in der elterlichen „Gemischtwarenhandlung“ mitarbeiten. Das Pferdefuhrwerk wurde gegen einen Traktor getauscht und Alois konnte seine besonderen Fähigkeiten als Lenker solcher landwirtschaftlichen Geräte im ganzen Dorf beweisen, lange bevor er einen Führerschein erwerben konnte.
Hilfsbereitschaft auf vier Rädern
Im elterlichen Betrieb machte er nach Abschluss der Pflichtschule eine kaufmännische Lehre. In dieser Zeit hat sich Alois schon durch seine ganz legendäre Hilfsbereitschaft für die Bewohner von Fraxern ausgezeichnet. Keine Besorgung im Tal, natürlich noch mit dem Traktor, war ihm zu viel. Für die vielen kleinen Landwirtschaften im Ort war er Hilfe in jeder erdenklichen Situation.
Seine kaufmännische Laufbahn führte ihn dann zur Firma Henschel-Gwechenberger in Götzis. In dieser Zeit konnte er sein besonderes Interesse an allen möglichen Fahrzeugen so richtig ausleben. Dabei waren natürlich Überstellungen von Neufahrzeugen aus Innerösterreich nach Götzis das ganz Besondere.
Mit 27 Jahren Bürgermeister
Im Jahre 1965 wurde Alois im Alter von 27 Jahren in Fraxern zum jüngsten Bürgermeister Österreichs gewählt. Gerne erinnert er sich noch an die ersten Straßenabschnitte, die einen Asphaltbelag bekamen. Zum Zeitpunkt seines Amtsantrittes hatte Fraxern noch keinen Meter Asphaltbelag im ganzen Ort. Ja, auch die Landesstraße nach Fraxern hatte noch eine Schotterfahrbahn. In den 25 Jahren seiner Amtsführung konnte sich das Bergdorf zu einer lebenswerten Gemeinde entwickeln. Sehr viel wurde in diesen Jahren unter seiner Führung neben anderen Aufgaben in die Infrastruktur investiert. Neben der Erweiterung und der Verbesserung der Wasserversorgung wurde der Schmutzwasserentsorgung hohe Priorität eingeräumt.
Bei seiner Beendigung der Bürgermeisterfunktion waren nahezu alle Objekte an den Schmutzwasserkanal angeschlossen, mit welchem die Schmutzwässer nach Weiler in Richtung Kläranlage abgeleitet wurden. Dank dieser konsequenten Abwasserentsorgung konnte sich die Gemeinde auch raumplanerisch weiterentwickeln.
Gemeindeleitung statt Urlaub
In seinem Hauptberuf war Alois als Vertreter bei der Firma Suchard in Bludenz beschäftigt. Bei Verhandlungen, Kommissionierungen und anderen gemeindebedingten Zusammenkünften war Alois ein gern gesehener Teilnehmer, der nicht nur wegen seiner sehr netten und zuvorkommenden Art, sondern vor allem als Folge seiner süßen Ladung im Kofferraum, weit über die Gemeindegrenzen bekannt war. Den ihm beim Arbeitgeber zustehenden Urlaub verbrauchte er fast zur Gänze zur Ausübung der Bürgermeistertätigkeit für die Gemeinde. Hier bedurfte es schon auch sehr viel Verständnis und Rücksichtnahme von seiner Gattin Erna, da ja bei diesem Einsatz für die Gemeinde nahezu keine Zeit mehr für einen Urlaub blieb.
Als Dank und Anerkennung für seine großen Verdienste um die besondere Positionierung und Entwicklung des Dorfes, aber auch für seinen besonderen Einsatz für das Zusammenleben in der Heimatgemeinde wurde ihm nach Beendigung seiner Tätigkeit als Bürgermeister, über Beschluss der Gemeindevertretung, der Ehrenring der Gemeinde Fraxern verliehen.
Aktiv in Vereinen
Große Bedeutung hatte für Alois, nicht nur während seiner Amtszeit als Bürgermeister, eine gute Jugend- und Vereinsarbeit im Ort. So war er auch trotz seiner vielen kommunalen Aufgaben ein vorbildliches und begeistertes Mitglied der Bürgermusik Fraxern, die ihn auch zum Ehrenmitglied ernannt hat. Vom Jahre 2000 bis 2012, somit zwölf Jahre, war Nachbaur Obmann der Seniorenbund-Ortsgruppe Fraxern. Mit viel Leidenschaft organisierte er zusammen mit seiner Gattin Erna in diesen Jahren Ausflüge und Besichtigungen für die Mitglieder. Aber auch die geselligen Veranstaltungen kamen bei ihm nie zu kurz. Anlässlich der Beendigung seiner Obmann-Tätigkeit wurde er mit Beschluss der Jahreshauptversammlung zum Ehrenobmann gewählt.
Familiäre Anlässe und besondere Feste haben für Alois zusammen mit seiner Gattin Erna bis heute immer große Bedeutung. Gerne luden sie dabei die ganze Jugend wie Nichten und Neffen und deren heranwachsende Kinder zu sich ein. Heute ist es diese Gratulantenschar, die beiden, ganz besonders jedoch Alois zu seinem besonderen 85. Geburtstag weiterhin viel Gesundheit und Wohlergehen wünscht. Josef Summer
