Worauf es ankommt

Nachhaltigkeit und Ökologie zahlen sich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit aus.
tipps Achtet man bei der Errichtung oder Renovierung eines Eigenheimes auf nachhaltige Lieferanten und Vorgehensweisen, tut man nicht nur Gutes für sein Zuhause, sondern auch für die Umwelt und seine Gesundheit. Christina Brunner, Tageslichtexpertin bei Velux, verrät, worauf beim heutigen Bauen und Wohnen zu achten ist.
Tipp 1: Auf nachhaltiges Baumaterial achten
Wer sein Haus umfangreich sanieren oder sogar neu bauen will, sollte auf die Wahl der Baumaterialien achten. Die sogenannte „graue Energie“, also die gesamte Energiemenge, die für die Herstellung eines Produkts benötigt wird, kann durch ökologische, nachhaltige Baustoffe und -produkte deutlich reduziert werden. Ein Beispiel dafür ist der Naturbaustoff Holz. Weitere Baustoffe
wie Lehm, Naturstein, Ton, Ziegel, Reet oder Kork sind altbewährt und zeichnen sich durch Langlebigkeit sowie eine ausgezeichnete Ökobilanz aus.
Tipp 2: Ökologische Wärmedämmung bedenken
Synthetische Baustoffe finden aufgrund ihrer positiven, wärmeisolierenden Eigenschaften vielfach Anwendung. Doch oft ist Erdöl der Grundstoff, aus dem Wärmedämmstoffe gefertigt werden. Viele Naturmaterialien wie Zellulose, Baumwolle, Hanf, Flachs oder Stroh bieten ähnlich gute Eigenschaften und haben gleichzeitig eine wesentlich bessere Ökobilanz. Die Herstellung verbraucht wenig Energie und die Materialien sind biologisch abbaubar. Zahlreiche Experten der Baubranche betrachten Fenster noch immer als „Schwachpunkt“ und „Verlustbringer“. Tatsächlich ist die Balance zwischen den Transmissions-Wärmeverlusten des Fensters (U-Wert) inklusive der einbaubedingten Wärmebrücken und den nutzbaren solaren Zugewinnen (g-Wert) während der Heizperiode entscheidend. Dank der passenden Verglasung, gedämmten Rahmen und dem richtigen Einbau können Fenster sogar den Wärmebedarf des Gebäudes über das Jahr verringern und wirken sich positiv auf die Energiebilanz aus.
Tipp 4: Für ein gesundes Raumklima sorgen
Nicht nur genügend Tageslicht ist für unser Wohlbefinden essenziell, sondern auch ein gutes Raumklima. Daher ist es wichtig, die Frischluftzufuhr zu gewährleisten oder zu optimieren. Mit der richtigen Technik beim Lüften und einer cleveren Fensteranordnung können Hausbewohner auch vom Kamineffekt Gebrauch machen. Dabei werden die Fenster in verschiedenen Stockwerken geöffnet, damit die feuchtwarme Luft nach oben steigt und dort abzieht. So sorgt man für optimalen und schnellen Luftaustausch, ohne zum Beispiel im Winter die Wohnung zu stark abzukühlen.
Tipp 3: Tageslichtquellen planen
Tageslicht sorgt für die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin und zudem auch für mehr Produktivität und Konzentration. In Hinsicht auf die positiven Auswirkungen von natürlichem Licht in Innenräumen auf das Raumklima generell, unsere Gesundheit, die „innere Uhr“ und die Leistungsfähigkeit. Eine gezielte Positionierung der Tageslichtquellen sorgt für die gewünschte Lichtversorgung im Innenraum. Wenn möglich sollte man tagsüber ohne Kunstlicht auskommen. Zusätzlich bietet Tageslicht eine einzigartige Lichtstimmung und -dynamik und Fenster einen direkten Bezug zur Außenwelt.
Tipp 5: Nachhaltigkeit einbauen
Neben ökologischen Baumaterialien und einer überlegten Planung helfen auch kleine Tricks im Alltag, um nachhaltiger zu wohnen. Haushaltsgeräte sind in so gut wie allen Fällen mit einer Energieeffizienzklasse gekennzeichnet. Hier sollte stets auf die Klasse A+++ geachtet werden. Eine aktuelle Studie von Velux zeigt, dass 54 Prozent der Österreicher bereits Wert auf nachhaltige Produkte und Materialien bei der Renovierung ihres Wohnraums legen. Zudem legen 43 Prozent der Befragten Wert auf den CO2-Fußabdruck von Erweiterungs- oder Renovierungsprodukten.