Dominikanerinnenkloster zum Englischen Gruß

HE_Feldk / 01.09.2021 • 16:08 Uhr
Im Dominikanerinnenkloster leben heute nur noch wenige Ordensfrauen.SChuler
Im Dominikanerinnenkloster leben heute nur noch wenige Ordensfrauen.SChuler

Die Geschichte des Gebäudes reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück.

Kloster Viele fahren Tag für Tag an der Klosteranlage der Dominikanerinnen in Altenstadt vorbei. Nur wenige wissen allerdings, dass das Bauwerk schon im 15. Jahrhundert errichtet worden ist. Um etwa 1400 bestand in Feldkirch-Altenstadt bereits eine Gemeinschaft von Frauen. Sie lebten in einem bescheidenen Haus bei der Pfarrkirche. 1442 erfolgte die Konsekration der Kapelle durch Weihbischof Bellinsensis aus Konstanz. Sie war auf dem Grund der Schwestern direkt an die Pfarrkirche angebaut worden. Bald darauf schlossen sich die Frauen dem Orden der Predigerbrüder an, welche sie im Geiste des heiligen Dominikus unterwiesen. Damit sich die 14 Schwestern versorgen konnten, mussten sie um Almosen betteln. Dies änderte sich erst Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Schwestern die Witwe Anna Bissinger für das Ordensleben gewinnen konnten. Bald wurde sie Priorin und unter ihrer Leitung wurde das Kloster neu aufgebaut. Es erfolgte ein so großer Zuzug, dass die Nachfolgerin Anna Loß den Plan fasste, das Kloster nochmals zu erweitern.

Kirchenbau und Schulbetrieb

Dieser Erweiterungsstand ist auch heute noch vorhanden. Um 1700 wurde die Kirche gebaut und geweiht. Im 18. Jahrhundert hatten die Schwestern dann viel Leid zu ertragen. Unwetter, ein Brand durch Blitz-einschlag sowie politische Unruhen brachten große Herausforderungen. Im 19. Jahrhundert wurden die Schwestern durch den Erlass Josefs II.
gezwungen, Schulunterricht zu erteilen. Deshalb war die Volksschule im Kloster untergebracht. Dies änderte sich erst mit dem Neubau auf dem Klostergrund. Im 20. Jahrhundert war die Veräußerung des Klosterguts in Levis ein Meilenstein. Darauf wurden die Levner Kirche, das Bundesgymnasium Rebberggasse sowie die Landesberufsschule errichtet. Der Gutshof beherbergt heute Wohnungen. Mit dem Erlös wurde das Kloster saniert. Unter anderem gab es eine neue Heizungsanlage und Fließwasser für jede Zelle.

Klosterleben kennenlernen

Heute leben nur mehr wenige Schwestern in dem Kloster. Sie möchten das Erbe nicht nur erhalten, sondern auch weitergeben. Die Dominikanerinnen bieten jungen Menschen die Gelegenheit, das Klosterleben kennenzulernen. Vom Volontariat über Exerzitien bis zum ruhigen Arbeitsplatz für die Abfassung von Arbeiten ist alles möglich – beim Stöbern auf der Homepage www.nonnen-fk.at wird man staunen, was in den klösterlichen Mauern so alles angeboten wird. BP

Eine alte Aufnahme des Klosters.
Eine alte Aufnahme des Klosters.