Die Sanierung als Aufbauplan

Gebäudesanierung schafft Arbeitsplätze und ist eine sinnvolle Investition in die Umwelt.
INITIATIVE Die Nachhaltigkeitsinitiative Umwelt+Bauen stellte ein Programm zur Umsetzung des europäischen Aufbauplans „Next Generation EU“ in Österreich vor. Es geht um die Wohnhaussanierung, die Sanierung kommunaler Infrastruktur und die Sanierung öffentlicher Gebäude. Die Initiative ist auf drei Stufen aufgebaut und soll in Etappen bis 2040 umgesetzt werden. Dabei handelt es sich laut den Initiatoren um notwendige und sinnvolle Investitionen in unsere Umwelt und somit Zukunft. Mit der Initiative können jährlich bis zu 100.000 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden.
Ganzheitliche Konzepte
Für Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger sind zur Erreichung der Ziele nachhaltige Lösungen gefragt. „Für den Gebäudesektor bedeutet dies, dass sowohl bei Sanierungen als auch im Neubau verstärkt ganzheitliche Konzepte unter Einbeziehung der Gebäudesubstanz zum Einsatz kommen müssen. Generell geht es darum, die Speichermasse von Gebäuden klimaschonend zu nutzen und den Energieverbrauch durch aufwendige Heiz- oder Kühlsysteme auf ein Minimum zu reduzieren. In diesem Sinne kann auch ein gut durchdachter ‚Low Tech‘-Ansatz einen wesentlichen Beitrag zum klimaschonenden Betrieb von Gebäuden leisten.“ Robert Schmid, Fachverband Stein- und keramische Industrie, ergänzt: „Nur die nicht verbrauchte Energie ist ehrlich klimaneutral. Wir müssen zuerst den Energieverbrauch von Gebäuden durch eine thermische Sanierung deutlich verringern. Erst dann kann durch Einsatz erneuerbarer Energie im Gebäudebereich echte Klimaneutralität in der Nutzungsphase erreicht werden.“
Mehr Tempo gefordert
Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher der Umweltschutzorganisation Global 2000, kennt die Ansatzpunkte: „Ein großer Teil des österreichischen Gebäudebestandes ist in einem schlechten Zustand und sollte dringend saniert werden. Mit thermischer Sanierung und Heizkesselerneuerung können wir Tausende Arbeitsplätze schaffen und Heizkosten einsparen. Die Anhebung der Fördermittel für thermische Sanierung war ein guter erster Schritt, es braucht aber eine stärkere Bewerbung des Sanierungsprogramms, eine neue Initiative für die Sanierung von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Krankenhäuser und eine abgestimmte Wärmestrategie zwischen Bund und Ländern, die festlegt, wie es gelingen kann, den gesamte Gebäudebestand bis 2040 klimafit zu machen.“
Josef Muchitsch, Sprecher der Initiative Umwelt+Bauen, fordert jedenfalls mehr Tempo. „Viel Zeit wird vergeudet durch Debatten über Strafen und Auswirkungen, was uns letztendlich nicht unser Ziel erreichen lässt – unser Klima zu schützen. Um Ziele zu erreichen, brauchen wir einen langfristigen und realisierbaren Plan. Eine Tour, welche uns über 19 Etappen/Jahre ins Ziel 2040
bringen muss. Genau das haben wir als Initiative mit Experten und Expertinnen erarbeitet und stellen unseren Plan nun der Politik zur Verfügung.”
Hauptziele
» Sanierung von 60.000 öffentlichen Gebäuden
» Innovative Sanierung bis zum Haus (Infrastruktur)
» Sanierung und Nachverdichtung am und im Haus (Gebäude)
» Leistbares Wohnen, Klimaschutz und Arbeit sind die Kernthemen des Programms
» Konjunktur ankurbeln, Klima schützen, Arbeitsplätze sichern und Wohnen lebenswerter machen
» Hunderttausende Altbauwohnungen klimafit und digital ins 21. Jahrhundert bringen
» Wohnkostenanteil am Haushaltseinkommen stabilisieren
Alle Details unter https://www.gbh-news.at/