illwerke vkw will Nahwärmenetz in Dornbirn übernehmen

Geplant ist der Erwerb von 74 Prozent der Anteile an der neu gegründeten Nahwärme Dornbirn GmbH, die aus der Abspaltung des Nah- bzw. Fernwärmenetzes der EnergieWerk Ilg hervorgeht.
Dornbirn Der landeseigene Energieversorger illwerke vkw verstärkt weiterhin sein Engagement im Bereich Nahwärmeversorgung in Vorarlberg. So möchte illwerke vkw das Nahwärmenetz des Dornbirner Energieanbieters EnergieWerk Ilg GmbH mehrheitlich übernehmen.
Konkret plant illwerke vkw die Übernahme von 74 Prozent der Firmenanteile an der neu gegründeten Nahwärme Dornbirn GmbH. Dieses junge Unternehmen ist aus der Abspaltung des Nahwärmenetzes der EnergieWerk Ilg GmbH hervorgegangen. Eine entsprechende Zusammenschlussanmeldung wurde dieser Tage bei der Bundeswettbewerbsbehörde veröffentlicht. Die BWB hat jetzt binnen eines Monats einzuschätzen, ob dieser Zusammenschluss kartellrechtlich unbedenklich ist.

Keine Übernahme des Heizwerks
illwerke-vkw-Pressesprecher Andreas Neuhauser bestätigte auf Anfrage die Absicht, dass der Landesenergieversorger das Nahwärmenetz der EnergieWerk Ilg GmbH in Dornbirn mehrheitlich übernehmen wolle. Die restlichen 26 Prozent würden bei Ilg verbleiben. Mit diesem Schritt setze man auf die weitere Stärkung des Bereichs Nahwärmeversorgung. Neuhauser betont, dass es bei dieser Übernahme nur um das Nahwärmenetz gehe, nicht jedoch um das Heizkraftwerk von Ilg.

Verträge noch nicht unterschrieben
Tobias Ilg, geschäftsführender Gesellschafter der EnergieWerk Ilg GmbH, bestätigt ebenfalls die Planungen zur Ausgliederung des Nahwärmenetzes und zu einem mehrheitlichen Verkauf an illwerke vkw. Er wies jedoch darauf hin, dass die Verträge noch nicht unterschrieben seien. In einem ersten Schritt wolle man jetzt erst einmal die kartellrechtlichen Fragen klären. Gebe es hier grünes Licht, dann könne man „zu 99 Prozent davon ausgehen, dass der Verkauf über die Bühne geht”. Denn etwaige Unsicherheiten gebe es in Zeiten wie diesen immer. Die Rahmenbedingungen seien jedoch geklärt und der Wille von beiden Seiten sei vorhanden. Mit einem verbleibenden Anteil von 26 Prozent wird Ilg aber auch weiterhin eine Sperrminorität halten, womit grundsätzliche Entscheidungen seiner Zustimmung bedürfen.

Millionenschwere Investitionen für flächendeckenden Ausbau
Befragt zu den Motiven für den Mehrheitsverkauf sagt Ilg, dass das kleine Familienunternehmen nicht das Ziel habe und auch nicht dazu in der Lage sei, den wichtigen Ausbau des Nahwärmenetzes in ganz Dornbirn zu stemmen. Deshalb wolle man mit illwerke vkw einen starken regionalen Partner als „großen Bruder” an Bord holen, der diese Aufgabe übernehmen könne und werde. „Dieser flächendeckende Ausbau könnte schon in drei bis vier Jahren erledigt sein und da sprechen wir von einer Verdreifachung des derzeitigen Netzes.” Dabei gehe es um millionenschwere Investitionen.
Infrastruktur ist Thema für Öffentliche Hand
Der Betrieb eines Nahwärmenetzes sei ein strategisch wichtiges Infrastruktur-thema und gehöre in die Nähe der Öffentlichen Hand, so Ilg. Anders sehe er die Situation bei der Energieerzeugung, die auch von privaten Anbietern übernommen werden könne. „Unsere Kernkompetenz ist die Energieerzeugung und darauf werden wir uns so wie auch andere Anbieter in Dornbirn in Zukunft konzentrieren.”

Darüber hinaus komme es bei der geplanten Erweiterung des Nahwärmenetzes in Dornbirn auch zu infrastrukturellen Verbesserungen. So sei vorgesehen, dass illwerke vkw im Zuge dessen auch gleich neue Glasfaserleitungen und Verstärkungen für das Stromnetz verlegen werde. „Womit wir wieder beim Thema Infrastruktur wären.”
30 Kilometer Länge sowie 400 Abnehmer
Die Dornbirner Familie Ilg gilt seit Jahren als einer der Pioniere für die regionale Nahwärmeversorgung auf Basis von Biomasse und ist seit 2002 im Bereich Energieerzeugung tätig. Gegenwärtig umfasst das Nahwärmenetz von Ilg in Dornbirn eine Länge von etwa 30 Kilometern. Rund 400 Kunden sind derzeit an dieses Netz angeschlossen.