„Große Freiheit“ in der Kinothek

Lustenau Im Rahmen der Programmschiene „Kultur im Kino“ sind auch diesen Herbst Filme zu sehen, die abseits des Mainstreams angesiedelt sind. So präsentiert die Kinothek Lustenau in den kommenden zwei Wochen einen Gefängnisfilm, in dem Regisseur Sebastian Meise die langwährende Schwulenfeindlichkeit der deutschen Gesetzgebung thematisiert. Von den hervorragenden Hauptdarstellern getragen, ist die beinahe dokumentarisch anmutende Erzählung ein Statement für eine freie und offene Gesellschaft.
Repressive Gesetze
Im repressiven Nachkriegsdeutschland wird Hans wegen seiner Homosexualität immer wieder eingesperrt. Im Gefängnis trifft er auf den verurteilten Mörder Viktor. Aus gegenseitiger Abneigung entsteht über die Jahre eine Liebe. Auf drei Zeitebenen, erzählt über eine Periode von 24 Jahren, beschäftigt sich das deutsch-österreichische Drama mit einem dunklen Kapitel der bundesdeutschen Justizgeschichte. Auch wenn das Totalverbot 1969 aufgehoben werden musste, blieb § 175, der Homosexualität kriminalisierte und die staatliche Verfolgung von schwulen und bisexuellen Männern legitimierte, bis 1994 bestehen.
Preisgekrönt
„Große Freiheit“ feierte seine Weltpremiere in Cannes in der Sektion Un Certain Regard, wo er den Großen Preis der Jury erhielt. Zudem wurde er beim Filmfestival in Sarajevo als bester Film und mit dem CICAE Award ausgezeichnet. Der Darstellerpreis ging an Georg Friedrich. Der Film ist am Dienstag, 23., und Dienstag, 30. November, um 20 Uhr, sowie mittwochs am 24. November und 1. Dezember in der Kinothek zu sehen.
Ab. 7. Dezember läuft der Film „Über die Unendlichkeit“ und ab 21. Dezember „Meuterei auf der Bounty“. Kurzfristige Programmänderungen vorbehalten.