Drei Linien, zehn Schilling Fahrpreis

HE_Dornb / 27.10.2021 • 15:31 Uhr
Stadtbus-Geschäftsführer Karl-Heinz Winkler und sein Nachfolger Michael Stabodin vor einem der roten Busse.Stadt
Stadtbus-Geschäftsführer Karl-Heinz Winkler und sein Nachfolger Michael Stabodin vor einem der roten Busse.Stadt

Vor 30 Jahren startete in Dornbirn der erste Vorarlberger Stadtbus.

Dornbirn Was im Jahr 1991 mit drei Linien und einem Busbahnhof in der Riedgasse begann, vernetzt heute nahezu das gesamte Stadtgebiet mit zwei Umschlagplätzen am Bahnhof und auf der Sägerbrücke: Der Dornbirner Stadtbus. „Damals waren die große Resonanz und Bedeutung des neuen Bussystems noch gar nicht absehbar. Heute nutzen täglich rund 13.000 Personen den Stadtbus“, erklärt Stadtplanungsstadtrat Julian Fässler. „Wir wollen allen Bürgern eine Stadt- oder Landbushaltestelle in 300 bis 400 Metern Entfernung anbieten. Dafür bereiten wir neue Linienführungen in den nächsten Jahren vor“, so Fässler. 21 Busse sind im Einsatz, die insgesamt 120 Stationen bedienen.

Frauenfeld als Vorbild

Vorbild für den Dornbirner Stadtbus war die Schweizer Stadt Frauenfeld. Hier hatte sich seit 1981 ein ähnliches Stadtbus-System etabliert. Es wurde eine schlanke Struktur gebildet: Die Stadt Dornbirn war und ist Konzessionär und gibt die Planung und die Finanzierung vor. Der Transportauftrag wurde an den Postbus und die Firma Rhomberg Reisen vergeben.

Die Grundzüge des Systems: drei Linien, 30-Minuten-Takt, Rendezvous in der Riedgasse, Fahrpreis zehn Schilling. Mit einem einheitlichen Aussehen gingen am 26. Oktober 1991 neue, moderne Niederflur-Busse mit drei Türen und zehn Metern Länge sowie neu gestaltete Haltestellen und Fahrgastinformationen an den Start. Das vom Grafik-Designer Reinhold Luger entwickelte Erscheinungsbild, ergänzt durch die von Wolfgang Ritsch erfolgte architektonische Umsetzung, war Grundlage für den Auftritt der in der Folge gegründeten Stadt-, Land- und Ortsbus-Betriebe zwischen Bodensee und Montafon.

Bregenz und Feldkirch horchen auf

Der schnelle Erfolg des Stadtbus-Konzeptes in Dornbirn ließ zunächst die Verantwortlichen aus Feldkirch und Bregenz aufhorchen. Dort zeigte man sich vom Dornbirner Modell beeindruckt und setzte ein solches bereits im März 1993 in Feldkirch und im Oktober desselben Jahres in Bregenz um.

Doch auch jenseits der Grenze zogen die roten Stadtbusse die Aufmerksamkeit der Planer auf sich. Die Stadt Lindau führte 1994 ein nach Dornbirner Vorbild gestaltetes Stadtbus-Netz ein, das sich in Optik und Netzausrichtung mit einem zentralen Umsteigepunkt an den bestehenden Vorarlberger Systemen orientierte. Selbst in Nordrhein-Westfalen entwickelten mehrere Mittelstädte entsprechende Stadtbus-Systeme. Im März 1997 folgte als letztes seiner Art in Vorarlberg das Stadtbus-System in Bludenz. Und auch die in der Folge in Lech (Juni 1997), Schruns/Tschagguns (Dezember 1999) und Am Kumma (Dezember 2008) eingerichteten Ortsbus-Verkehre orientieren sich in den wesentlichen Grundzügen am Dornbirner Leitbild, vermeldet die Stadt Dornbirn mit Stolz.

Am 4. September 1999 wurde der Landbus Unterland nach dem Vorbild der Organisationsform des Stadtbus Dornbirn eingeführt. Durch das Zusammenspiel von Land- und Stadtbus wurden Linien adaptiert und Zeitanpassungen vorgenommen. Dadurch entstand auf den Hauptachsen ein Zehn-Minuten- bzw. teilweise ein Fünf-Minuten-Takt zwischen beiden Systemen.

Am Nationalfeiertag 1991 fuhren erstmals Stadtbusse durch Dornbirn, ein Modell, das vielfach Beachtung fand.
Am Nationalfeiertag 1991 fuhren erstmals Stadtbusse durch Dornbirn, ein Modell, das vielfach Beachtung fand.