Mit Kunstwerken im öffentlichen Raum digital verschmelzen

HE_Dornb / 14.07.2021 • 16:37 Uhr
Das Augmented-Reality-Projekt führt noch bis Oktober von Kunstwerk zu Kunstwerk durch Dornbirn.Kunstraum
Das Augmented-Reality-Projekt führt noch bis Oktober von Kunstwerk zu Kunstwerk durch Dornbirn.Kunstraum

Digitales Ausstellungsformat von Erwin Wurm.

Dornbirn Soll es ein Foto mit einem 20 Meter großen Wurstmann vor der Pfarrkirche am Marktplatz sein oder ein Foto in einem „Fat Car“ sitzend am Busbahnhof oder vielleicht eines als Träger einer überdimensional großen Wärmeflasche? All diese und noch mehr Fotos können gescannt, mit der eigenen Person vervollständigt und in den sozialen Medien gepostet werden. Kunst wird in Dornbirn für alle und jeden möglich. Und es macht Riesenspaß.

Kunst in die Innenstadt

„Da die jüngere Generation kaum noch in den Museen anzutreffen ist, bringen wir Kunst in die Innenstadt“, meint Kunstraum-Leiter Thomas Häusle. Der Kunstraum Dornbirn präsentiert in Kooperation mit der Stadt Dornbirn unter dem Titel „Kunst Raum Stadt“ ein Augmented Reality (AR) Kunstprojekt für den öffentlichen Raum: Über die AR-App „Wikar“ können Besucherinnen und Besucher an verschiedenen Orten im Stadtraum mit speziell dafür geschaffenen Kunstwerken des renommierten österreichischen Künstlers Erwin Wurm digital verschmelzen. Über einen QR-Code am Boden werden die virtuellen Skulpturen eingeblendet und das gemeinsame Bild entsteht – Stadtraum und Kunstwerk werden eins. Gescannt werden können 16 skulpturale Arbeiten Erwin Wurms von einer riesigen Polizeimütze am Rathausplatz bis zu überdimensionalen Gurken, Riesenbananen bei der inatura bis hin zu einer großen Fatpistole an der Ecke Bahnhofstraße. Die Werke entstehen lebensecht vor den Augen der Besucher.

Digitale Modellregion

„Dornbirn kann als Modellregion betrachtet werden. Erstmals wird dieser digitale Zugang zu Kunst im öffentlichen Raum in Österreich möglich“, sagt Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Entwickelt wurde die App Wikar für das international tätige Netzwerk DARIAH (Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities). Teil dieses Netzwerks und Partner ist der Kurator und Projektverantwortliche Jürgen Weishäupl, der erklärt: „Erwin Wurm betrachtet die gescannten Objekte als eigenständige Werke, die er nachbearbeitet hat. In digitaler Verbindung mit mir hat er akribisch die jeweiligen Plätze dafür in der Stadt ausgesucht.“ Der künstlerische Teil wurde von Gerald Matt kuratiert: „Auch bei seinen Projekten im virtuellen Raum greift Wurm wieder seine zentrale Fragestellung auf: Was ist Skulptur? Vorweg ist es auch der eigene Körper, den die von Werk zu Werk durch die Stadt wandernden Besucher gleich mehrmals einsetzen.“ Wurms Skulpturen werden so zu temporären Handlungs- und Erlebnisformen. „Mit Kunst Raum Stadt positionieren der Kunstraum Dornbirn und die Stadt Dornbirn Kunst in öffentlichen Raum neu. In den kommenden Jahren soll dieser Bereich des Kulturgeschehens bedeutend erweitert werden, das ist nur ein kleiner Start von vielem, was noch folgt“, ergänzte abschließend Kulturstadtrat Alexander Juen. yas

„Erwin Wurm greift im virtuellen Raum seine zentrale Fragestellung auf: Was ist Skulptur?“