Bähnleverein begeisterte Oldtimerfreunde

HE_Brege / 12.07.2023 • 14:41 Uhr
Neben Hunderten Oldtimern auf der Straße hatten Gäste aus Zwischenwasser sogar eine mobile „Straßenbahn“ nach Reuthe gebracht. STP (2)
Neben Hunderten Oldtimern auf der Straße hatten Gäste aus Zwischenwasser sogar eine mobile „Straßenbahn“ nach Reuthe gebracht. STP (2)

Hunderte Fans der nostalgischen Fahrzeuge stellten in Bezau ihre „betagten“ Gefährte zur Schau.

Bezau Für einen Tag versetzte das Bregenzerwälder Museumsbähnle die Zeit um Jahrzehnte zurück und lud Oldtimerfreunde aus nah und fern zu diesem Nostalgie-Festival ein. Hunderte von ihnen folgten dem Ruf und trafen sich, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und neue Freundschaften zu knüpfen.

Erlebnis für zahllose Gäste

Gleichzeitig war das Oldtimertreffen beim Bähnleverein ein Anziehungspunkt für Bregenzerwald-Urlauber und einheimische Ausflügler, da das Bähnle ihnen ein einfaches Pendeln zwischen den Stationen Bezau, Reuthe und Schwarzenberg ermöglichte.

Der Obmann des Museumsbahnvereins Oskar Müller, der Geschäftsführer Walter Rüf und der Bahnbetriebsleiter Ernst Cavegn strahlten mit den vielen ehrenamtlichen Helfern von der Lok bis zur Gulaschkanone in der Remise um die Wette. „Wir wurden für all die Mühen, die wir in die Organisation des Festes gesteckt haben, wirklich belohnt“, hörte man immer wieder, wenn man mit den Bähnlern ins Gespräch kam.

Bähnle-Shuttle

Eine der besonderen Attraktionen war der Shuttledienst zwischen der Haltestelle Reuthe und dem Betriebsgelände von Bischofberger Transporte, wo ebenfalls Dutzende Oldtimer geparkt waren. Dieser Bahnzubringer wurde von den Oldtimerfreunden Zwischenwasser organisiert, die mit der kompletten Bahnanlage nach Bezau gekommen waren.

Auf der Straße zwischen Haltestelle und Firmengelände wurden knapp 300 Schienen verlegt, zwei „Lokomotiven“ zogen kleine Wägelchen, auf denen die Passagiere quer zur Fahrtrichtung Platz nahmen.

Die Museumsbähnler, die für ihre originalgetreue Restaurierung historischer Garnituren von höchster Stelle ausgezeichnet wurden, haben für solche Anlässe auch einen Güterzug im Einsatz. Sie boten den staunenden Besuchern ein besonderes Erlebnis: Wie vor Jahrzehnten, als das Wälderbähnle das Rohmaterial für die Firma Wüstner Mellau Teppiche nach Bezau brachte und Bischof-Transporte den Weitertransport nach Mellau übernahm, spielte Seniorchef Alois Bischofberger die Verladung von Sisalballen nach. „Wir sind stolz darauf, dass wir schon seit Jahrzehnten für die Teppichfirma tätig sein dürfen“, erzählte Bischofberger dem Publikum. „Heute kommen die Rohstoffe zwar per Container nach Mellau, aber den Transport der Fertigprodukte zu den Kunden oder zum Umschlagplatz am Land besorgen nach wie vor wir.“

Paukenschlag zum Abschluss

Als sich die Oldtimerfahrer für die Heimfahrt bereit machten, warteten der Oldtimerexperte Toni Wüstner und Martin Metzler vom gleichnamigen Autohaus mit einem speziellen Spektakel auf: Sie versteigerten einen „Scheunenfund“.

Der Citroën CV 11 BL, Baujahr 1953, wurde 1992 ausgemustert und in einem Stadel abgestellt. Nun wurde er von Metzler wieder „ausgegraben“ und die Idee einer Versteigerung entstand.

Den Zuschlag erhielten Konstantin Gabriel und sein Vater Thomas, die mit ihrer Oldtimer-Ente nach Bezau gekommen waren. „Wir haben diese Ente wieder zum Laufen gebracht, und wir schaffen das auch bei diesem Modell“, äußerten sie zuversichtlich. STP

Obmann Oskar Müller (r.) und Betriebsleiter Ernst Cavegn (l.) strahlen mit der Lok-Besatzung um die Wette.
Obmann Oskar Müller (r.) und Betriebsleiter Ernst Cavegn (l.) strahlen mit der Lok-Besatzung um die Wette.